Mehr Fahrten als am Gotthard (täglich 17- 20’000) werden in und durch Suhr gezählt (um 20’000). Der Stau in Suhr wirkt wie ein Zapfen am nördlichen Ausgang des Wynentals – also Zapfenzieher her, plopp, und alles fliesst? Spoiler: Verkehr versickert nicht, er staut ...
Mehr Fahrten als am Gotthard (täglich 17- 20’000) werden in und durch Suhr gezählt (um 20’000). Der Stau in Suhr wirkt wie ein Zapfen am nördlichen Ausgang des Wynentals – also Zapfenzieher her, plopp, und alles fliesst? Spoiler: Verkehr versickert nicht, er staut sich am nächsten Flaschenhals.
Gotthardwürdig ist Veras auch für die Abteilung Tiefbau des scheidenden Landammans Stefan Attiger - mit Abstand das grösste je vom Kanton gebaute Strassenprojekt und pro Kilometer ähnlich teuer wie die bereits genutzte Röhre des Gotthard-Strassentunnels!
Ich habe mich im Grossen Rat mit einer Mehrheit der Grünen, GLP, SP und Uriel Seibert (EVP) erfolgreich für das Behördenreferendum eingesetzt. Ein derart gigantisches Projekt verdient die Legitimation – oder die Ablehnung – durch das Stimmvolk.
Suhr wird für ungünstige 384 Mio. Franken (30’000 Franken pro Einwohner) ohne Zweifel entlastet. Der Autoverkehr staut sich dann einfach an den Knoten Aarau Ost und Aarau West, am Distelberg und am Zubringer-Anschluss Buchs … und mehr, nicht weniger Autos werden die Ortsdurchfahrt der solidarischen Gränicher passieren. Wer per Auto vom Wynental Richtung Zürich will, wird nach dem versprochenen Redesign des A1-Anschlusses Aarau Ost (hoffentlich!) besser vorankommen. Richtung Aarau wird man weiterhin den Suhrern über die Zehen fahren oder woanders herumstehen, vielleicht langfristig doch auf das «Tram» oder das Velo umsteigen. Und Richtung Bern wird aus dem Wynental nach wie vor der Böhler genutzt werden.
Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit konnte für diese Riesensumme keine bessere Lösung gefunden werden. Das liegt wohl nicht an fehlendem gutem Willen der Beteiligten, eher an der verkehrsmässig schwierigen Topographie des Wynentals (Böhlerknoten und Hochhauskreuzung lassen grüssen, für diese ist dann das Geld wieder knapp) – und an der Weichenstellung in den 1960er Jahren, in Suhr keinen Anschluss an die Nationalstrasse 1 zu wollen. Die Ostumfahrung kann ich unterstützen, der verdoppelte Westast ergibt jedoch wenig Sinn. Mein «NEIN» ist somit nicht Realitätsverweigerung, sondern ein Aufruf zum Masshalten.
Severin Lüscher, Grossrat Grüne