Für das grosse Industriegebäude zwischen Bahngleis und Alu-Hochhaus wurde die Abrissbewilligung erteilt, zuvor gab es zwei Einwendungen. Der Gemeinderat wies diese ab und und gab den Bauherren Recht. Doch eine dieser Einsprachen wird nun an den Regierungsrat weitergezogen. Das ...
Für das grosse Industriegebäude zwischen Bahngleis und Alu-Hochhaus wurde die Abrissbewilligung erteilt, zuvor gab es zwei Einwendungen. Der Gemeinderat wies diese ab und und gab den Bauherren Recht. Doch eine dieser Einsprachen wird nun an den Regierungsrat weitergezogen. Das Projekt «Zukunftspforte Menziken» steht aktuell still.
Neben dem Alu-Hochhaus sollen rund 164 Wohnungen entstehen, dazu Räume für Kleingewerbe. Das Projekt hört auf den Namen «Zukunftspforte Menziken» und ist Teil des übergeordneten «Richtkonzepts Zentrum», das vom Gemeinderat 2023 beschlossen wurde. Bevor etwas Neues entsteht, muss Altes weichen − und genau hier hapert es aktuell. Der Gemeinderat erteilte die Abrissbewilligung für das rund 10’000 Quadratmeter grosse Gebäude östlich des Alu-Hochhauses am 17. August 2026 ein zweites Mal, nachdem er zwei Einwendungen abgewiesen hatte. Eine davon wurde nun an den Regierungsrat weitergezogen.
Statik des Alu-Hochhauses gefährdet?
Die ausformulierte Einwendung ist nicht öffentlich, doch die Tauben gurren es von den Stahlträgern im alten Alu-Gebäude: Es geht um die Passerelle zwischen dem Hochhaus (auch «Menzolit» genannt) und dem Abrissobjekt. In dieser befindet sich eine grosse Brandschutz-Entrauchungsanlage, die das Hochhaus im Notfall durchlüften kann. Passerelle und Brandschutzanlage bleiben bestehen. Die Einwender werfen die Fragen auf, ob die Statik des Alu-Hochauses ausreichend gewährleistet ist.
Remo Conoci
Besitzerin des Alu-Hochhauses ist die UBS Investment Foundation, das Abrissobjekt gehört der HIAG Immobilien AG. Die Firma Steiner Development AG kümmert sich im Auftrag der Besitzerin um die Entwicklung der Zukunftspforte. «Wir haben alle Berechnungen durchführen lassen und haben genau beschrieben, wie die Passerelle baulich stabilisiert werden kann», sagt der operative Leiter der Steiner Developement Cristian Noya bei einer Besichtigung vor Ort. «Wir sind im Gespräch mit den Einwendern und hoffen auf eine gute Lösung für beide Seiten.» Sollte auf dem Verhandlungsweg jedoch keine Einigung gefunden werden, werden sich der Regierungsrat und sodann das Verwaltungsgericht mit der Einsprache befassen müssen. «Unser Interesse ist es, das Projekt auch im Sinne der Gemeinde voranbringen zu können. Sobald die Bewilligung für den Rückbau vorliegt, kann auch das Baugesuch bewilligt und mit dem Rückbau gestartet werden», erklärt Noya weiter.
Seit 2014 wird geplant
Danach könnte es schnell gehen: Die Vorbereitungen für den Rückbau nehmen etwa sechs Monate in Anspruch, erklärt nun Stephan Dau, Projektleiter der Arealentwicklung. «Es sind Altlasten in den Gebäuden und dem Boden vorhanden. Der Zustand ist in mehreren Gutachten präzise dokumentiert. Die Entfernung dieser Altlasten werden die ersten Arbeiten sein, die durchgeführt werden und zirka sechs Monate dauern. Der Abriss selbst wird wohl ein weiteres halbes Jahr in Anspruch nehmen.» Die Steiner Development AG steht in Verhandlungen mit einem Totalunternehmen aus der Region, das den Abriss und den Neubau ausführen würde.
Durch die Einsprache steht das Projekt «Zukunftspforte Menziken» demnach still und man ist noch immer am Anfang der Arealentwicklung. Diese ist schon seit 2014 Thema. Am Anfang wollte man das rund 10’000 Quadratmeter grosse Industriegebäude erhalten. Die Idee wurde jedoch verworfen, weil sich das Gemäuer in einem zu schlechten Zustand befindet.
Gemeinderat hofft auf Einigung
Gemeinderat Jörg Stalder, verantwortlich für die Raumordnung, lobt die Bereitschaft der Investoren und Projektleiter, die Entwicklung vorantreiben zu wollen. Die Industrie habe in den 1960er- und 1970er-Jahren in der Blüte gestanden, jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, das Dorf weiterzuentwickeln. «Die Zukunftspforte ist nur ein Teil des ‹Richtkonzepts Zentrum›, das der Gemeinderat beschlossen hat. Zwischen Neuer Bahnhofstrasse und Hauptstrasse wird sich das Dorfbild ebenfalls verändern, dieses entwickelt sich im Bereich des Gemeindehauses bereits sehr positiv. Die Hoffnung besteht, dass es aber nicht gleich lang geht wie im Waag-Areal, bis die Baumaschinen aufrücken.