Im Wynental wurde ein in der Schweiz bislang einzigartiges Landwirtschaftsprojekt realisiert: Ein Expertenteam hat gemeinsam mit Fachpartnern die erste Bio-Trüffelplantage des Landes angelegt, die auf die edle piemontesische Haselsorte Tonda Gentile Trilobata setzt.
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Im Wynental wurde ein in der Schweiz bislang einzigartiges Landwirtschaftsprojekt realisiert: Ein Expertenteam hat gemeinsam mit Fachpartnern die erste Bio-Trüffelplantage des Landes angelegt, die auf die edle piemontesische Haselsorte Tonda Gentile Trilobata setzt.
«Wir haben etwas Einzigartiges geschaffen – und das hier im Wynental», schwärmt Chris Denda. Gemeinsam mit Anja Denda und Emil Umbreit, ebenfalls Trüffelexperten bei Tuberium, wurde das Projekt in Rekordzeit umgesetzt. Erst im März dieses Jahres begannen die Trüffelhändler mit der Suche nach geeigneten Standorten für eine professionelle Anlage (das Wynentaler Blatt berichtete). «Es meldeten sich mehrere Interessenten, die uns Ackerland anboten. Noch im März wurde der Pachtvertrag für ein über 2000 Quadratmeter grosses Grundstück im Wynental unterzeichnet», freut sich das Team.
Guter pH-Wert entscheidend
Eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg bildet der Boden. Die Bolliger Agrar Dienste aus Schmiedrued bereiteten die Fläche entsprechend vor und arbeiteten rund elf Tonnen Kalk ein, um einen optimalen pH-Wert von etwa 7 zu erreichen. «Der Boden ist das A und O. Mit der Vorbereitung haben wir die Basis für die Symbiose zwischen Baum und Pilz gelegt» erklären die Experten von Tuberium.
Insgesamt wurden 122 Haselbäume gepflanzt, die mit Burgundertrüffeln geimpft sind. Ergänzend dazu dienen zehn weitere Bäume, die mit dem besonders begehrten weissen Alba-Trüffel (Tuber magnatum Pico) beimpft wurden, als spannende Versuchsanlage. Bis zur ersten Ernte ist allerdings Geduld gefragt: «Wir rechnen damit, dass in 7 bis 10 Jahren die ersten Trüffel unter der Erde reifen», schätzt das Team. Unterstützt wurde das Projekt von Jürg Abt aus dem Gnadental, einem ausgewiesenen Experten für Trüffelbäume. Die Plantage erhält in Kürze noch eine vollautomatisierte Bewässerungsanlage sowie einen Schutzzaun.
Trüffel-Götti werden
Interessierte Trüffelfreunde können sich zudem aktiv beteiligen: Für einzelne Bäume werden Patenschaften angeboten. Diese beinhalten Anteile an der künftigen Trüffelernte. «Als Pate eines Trüffelbaums kann man direkt an der Leidenschaft für dieses Naturprodukt teilhaben.» Das Interesse ist gross: Die ersten zehn Bäume haben bereits ihre Paten gefunden. Alle Informationen zum Projekt und zu den Patenschaften finden sich auf www.tuberium.ch.
Roland Marti