Kurz nach 17 Uhr sah man auf dem Festplatz an der Sandackerstrasse vor allem eines: Gutgelaunte Gesichter. Der Organisator FC Beinwil am See managte die Getränkeausgabe souverän, was bei den Temperaturen nicht zu unterschätzen war. Und die Bratwürste auf dem Grill ...
Kurz nach 17 Uhr sah man auf dem Festplatz an der Sandackerstrasse vor allem eines: Gutgelaunte Gesichter. Der Organisator FC Beinwil am See managte die Getränkeausgabe souverän, was bei den Temperaturen nicht zu unterschätzen war. Und die Bratwürste auf dem Grill lockten bereits mit leckerem Duft.
Rund ums Gemeindehaus herrschte am Nachmittag des 31. Julis kaum Verkehr. Praktisch für Hauptmann Sebastien Stoessel, der mit einem Wagen der Feuerwehr die erste Runde des Shuttledienstes übernommen hatte. Wer nicht so gut zu Fuss war, schätzte dieses neue Angebot der Gemeinde für die Feierlichkeiten sehr. Und Sebastien Stoessel stoppte nicht nur an den offiziellen Haltepunkten. Seine Gäste konnten ihn problemlos auf weitere Böjuer aufmerksam machen, denen das Laufen viel abverlangte. «Was für ein wunderbarer Auftakt», bedankte sich eine Frau.
Beim gemütlichen Gang übers Festgelände fielen einem Schritt für Schritt Änderungen auf. Es waren mehr Hunde unter den Gästen und die kleinen Knallmomente auf dem Strassenabschnitt fehlten.Was dachten die Menschen darüber, dass später das Höhenfeuer fehlen würde? «Ich gehe erst einmal von einer Ausnahme aus», meinte ein Mann und startete damit die Diskussionsrunde am Tisch. «Aber es ist schon eine Folge der Klimaerwärmung.» «Aber das heisst nicht, dass es immer so bleibt.» «Nein das stimmt.»
In einer anderen Runde wurde dann die Frage aufgeworfen, ab wann eine Tradition eine Tradition ist? «Ich glaube die lärmigen Raketen haben früher nämlich bei uns gar nicht dazugehört. Ist es nicht in China wichtig übers Knallen böse Geister zu verjagen?» «Ja, weil wir hatten doch bengalische Zündhölzer, da gings mehr um die Farbe.» Da begannen plötzlich die Augen einer Frau zu leuchten: «Erinnert ihr euch an die Lampions?» «Ja aber die Kerzen wären doch heute auch gefährlich», warf ihr Gegenüber ein. «Ja, aber heute gibt es doch LED-Lichter.» Ein Senior hatte bis anhin geschwiegen, doch sein kurzes Fazit löste in der ganzen Runde zustimmendes Nicken aus: «Wir haben die Chance uns neu zu erfinden.»
Den jüngsten Gästen schien das gar nicht schwer zu fallen. «Fangnis» oder Fussball waren bei den heissen Temperaturen zwar anstrengender, doch Mami und Papi kümmerten sich schliesslich um Getränke. Wer wollte erholte sich beim Umgestalten des Weges mit Strassenmalkreide. Und die Vielzahl der kreierten Seifenblasen gefielen unabhängig vom Alter. Gemeindeammann Martin Grütter formulierte es so: «Was zählt ist das Zusammensein. Das achtsame Miteinander macht uns als Gemeinde und die Schweiz als Ganzes aus.»
Graziella Jämsä