Wettkampfspektakel mit Überraschungen
10.09.2026 SportDer Powerman 2026 in Zofingen forderte seinen Tribut. Ob auf der Lang- oder Kurzstrecke, die Anstrengungen waren im Ziel den meisten in die Gesichter geschrieben.
Merle Brunnée gewann in Zofingen zum fünften Mal Weltmeisterschaftsgold und ist nun alleinige ...
Der Powerman 2026 in Zofingen forderte seinen Tribut. Ob auf der Lang- oder Kurzstrecke, die Anstrengungen waren im Ziel den meisten in die Gesichter geschrieben.
Merle Brunnée gewann in Zofingen zum fünften Mal Weltmeisterschaftsgold und ist nun alleinige Rekordweltmeisterin. Bei den Männern feierte der Franzose Émile Blondel-Hermant einen historischen Sieg mit neuem Streckenrekord. Der Franzose distanzierte das Feld frühzeitig und überquerte das Ziel in 5:50:30 Stunden. Insgesamt standen beim Powerman Duathlon mehr als 700 Athletinnen und Athleten aus 40 Nationen am Start.
Die warmen Temperaturen ab der Mittagszeit verlangten den Athletinnen und Athleten auf den kräftezehrenden Kilometern alles ab. Elite wie regionale Starterinnen und Starter sorgten für einen Zuschaueransturm in Start- und Zielbereich, aber auch die Radstrecke säumte viele Neugierige. Der in der WM-Altergruppe 35 bis 39 gestartete Andreas Bühlmann kündigte an, nach fünf Teilnahmen auf der Langstrecke letztmalig finishen zu wollen. Die Hitze machte ihm auf dem Velo und auf der 30 Kilometerstrecke zu schaffen. Krämpfe plagten ihn, Zeitverlust war die Folge. «Ob kurz oder lang, einmal muss man dabei gewesen sein. Wenn man Ausdauersportler ist, muss du dies erlebt haben», tönte der Uerkner ausgepumpt im Ziel.
«Trainingsaufwand und Ergebnis passten zusammen», der Bottenwiler Simon Baumann ist ein alter Hase mit 19 Starts auf der Langdistanz in der offenen Kategorie. Die Laufstrecken sind top, den Verkehr auf der Radstrecke bemängelt er mit Fokus auf die Suhrentalstrasse, den Mühlemattkreisel und Strengelbacherstrasse. Strassensperrungen fand er dagegen super, und das landschaftliche Panorama genoss er intensiv.
Nie zu spät für Ausdauersport
Lokalmatador Lukas Baumann – der bei neun Starts auf der Langdistanz acht Mal das Ziel erreichte – startete mit einem neuen Rennvelo zum achten Mal über die Kurzdistanz. Die aerodynamischen «Updates», Aerohelm und Rennanzug sowie mit einem Trinkflaschensystem als «Turm» zwischen den Armen, zahlten sich aus. «Rechnerisch sollte ich eine Minute schneller als letztes Jahr bei gleicher Leistung auf dem Velo sein, tatsächlich war ich 1:30 Minuten schneller», kommentierte der Bottenwiler sein Investment in die technische Aufrüstung. Krämpfe plagten ihn dennoch auf der Rad- und auf der zweiten Laufrunde. Das Wiedersehen und den Austausch mit früheren Weggefährten, den heutigen Duathleten sowie bekannten Gesichtern unter den Zuschauern, schätzt er sehr.
Für Pascal Rauber, Reinach, war es die zweite Teilnahme am Powerman auf der Kurzdistanz nach der Premiere 2024. In der aktuellen Saison bestritt er sieben Rennen in der Swiss Duathlon Series. Overall konnte er den 7. Platz sowie den zweiten in seiner Altersklasse direkt hinter den Kaderathleten sichern. «Selbst mit 38 Jahren zeigt sich, dass es definitiv nie zu spät ist, im Ausdauersport durchzustarten. Kontrolliert ging er die erste Laufrunde an, um Körner für das Rad und dem abschliessenden 5-Kilometer-Lauf zu sparen. Dank lautstarker Unterstützung seiner Familie konnte er den 7. Platz overall verteidigen und den zweiten in der Altersklasse erzielen, ein Top-10-Platz war das Ziel. Mangelndes Lauftraining verhinderte «Frische» in den Beinen auf der zweiten Laufstrecke. Durch eine Überholung auf den letzten Metern büsste er einen Rang ein.
Dominique Neuhaus spielt beim SC Seengen Fussball. Ohne intensives Training für die Kurzdistanz stellte das Rennen eine Herausforderung für ihn dar, der Spass stand im Vordergrund. Mit dem Verlauf der zwei Runden über die 10 Kilometer zeigte er sich zufrieden. Die Radstrecke forderte seinen Tribut, so dass er am Ende froh war, den Zielstrich zu sehen. «Es verlief genau umgekehrt im Vergleich zum letzten Jahr, Einteilung ist alles», so der Unterkulmer Sportsmann. Die Verpflegungsposten an der Laufstrecke fand er lobenswert angeordnet, die Höhenmeter müssten aber nicht sein, bei der Radstrecke ebenso. Persönlich sind ihm zwei Anstiege zu viel, so seine Meinung.
Die Startlisten der Teilnehmerinnen sind überschaubar, leidenschaftliches Engagement lassen auch sie nicht missen. «Es war mein erster Duathlon überhaupt», bekennt sich Sabrina Bühlmann zu ihrer ersten Teilnahme am Powerman Zofingen: «Ich bin mit wenig Erwartungen ins Rennen über die Kurzdistanz gestartet, mit dem Ziel zu finishen. Super happy bin ich mit Platz 9 in der Hauptklasse». Dass es zu einem Top-Ten-Platz reicht, hatte sie nicht gedacht. «Überrascht war ich, wie gut die Radstrecke gelang, ich fuhr relativ konstant. In den Wechselzonen habe ich leider Zeit verloren, weil die Abläufe Neuland für mich waren». Da ich aus der Region Zofingen (Uerkheim) komme, Freunde wie Familie hier zu Hause sind und ich im Organisationskomitee des Powerman mitarbeite, waren für mich Lauf- sowie auch Radstrecke ein besonderes Erlebnis. Bekannte Gesichter am Streckenrand feuerten nicht nur sie an, alle Starterinnen und Starter aus der Region.
Alfred Weigel
Auszug aus den Ergebnislisten:
Longdistance/WM Age Group 35-39
11. Andreas Bühlmann, Uerkheim 7:50:06,3
Longdistance/Open Altersklasse 50-54
4. Simon Baumann, Bottenwil 9:14:45,6
Shortdistance/Männer
Hauptklasse 20-34
18. Lukas Morgenthaler, Reitnau 2:48:56,7
53. Dominique Neuhaus, Unterkulm 3:41:25,2
Altersklasse 35-44
2. Pascal Rauber, Reinach/AG 2:27:38,5 6. Robin Koch, Wittwil 2:35:01,8 40. Gianluigi Riccio, Gränichen 3:15:13,0
Altersklasse 45-54
1. Lukas Baumann, Bottenwil 2:26:52,2
Shortdistance/Frauen
Hauptklasse 20-34
9. Sabrina Bühlmann, Uerkheim 3:10:45,2
18. Deborah Senn, Oberentfelden 3:35:26,5






