Wertvolle Pionierarbeit geleistet
30.04.2026 GontenschwilKatharina und Peter Hauri leiten seit neun Jahren das Korps der Heilsarmee Süd in Reinach. Doch davor sammelten die beiden Heilsarmee-Offiziere wertvolle Erfahrungen in Ecuador, wo sie jahrelang Pionierarbeit in der Entwicklungshilfe leisteten. Davon erzählten sie in der Kirche ...
Katharina und Peter Hauri leiten seit neun Jahren das Korps der Heilsarmee Süd in Reinach. Doch davor sammelten die beiden Heilsarmee-Offiziere wertvolle Erfahrungen in Ecuador, wo sie jahrelang Pionierarbeit in der Entwicklungshilfe leisteten. Davon erzählten sie in der Kirche Gontenschwil und bewiesen damit eindrücklich, dass die Heilsarmee viel mehr ist, als nur «Topfkollekte» sammeln.
Die Kirche Gontenschwil hat unter dem Motto «Die Heilsarmee – alles Topfkollekte oder was?!» eingeladen. Und dies anlässlich ihrer Reihe «Firobe Chile». Diesmal waren Katharina und Peter Hauri, die seit neun Jahren das Korps der Heilsarmee Süd in Reinach leiten, zu Gast. Mit von der Partie waren Pfarrer Heinz Brauchart und sein Team.
Das Ehepaar Hauri erzählte aus seinem vielseitigen engagierten Heilsarmee-Alltagsleben und ihrer mehrjährigen Entwicklungszusammenarbeit in Ecuador, aber auch von der Teilnahme am Eurovision Song Contest 2013 in Malmö.
Pfarrer Heinz Brauchart moderierte die «Firobe Chile» und stellte dem Offiziers-Paar spannende Fragen. Den Auftakt machte Peter Hauri, der ein stimmiges spanisches Lied sang und dieses auf der Gitarre begleitete.
Sich einen lang gehegten Traum erfüllt
Dann erzählte Hauri vom grossen Abenteuer, das er und seine Frau mit zwei Kleinkindern vor rund 27 Jahren wagten. Ihr Ziel war Ecuador. Es sei schon immer ein Traum von ihnen gewesen, im Ausland Entwicklungshilfe zu leisten, bzw. etwas aufzubauen. Es sei dann schon etwas überraschend gewesen, als sie in der ecuadorianischen Stadt Cayambe auf rund 2800 Meter über Meer angekommen seien, erklärte Peter Hauri. Denn die Stadt liege am Fusse des Vulkans Cayambe (5790 Meter über Meer). Doch in der Stadt leben rund 100’000 Menschen. Und dort hat das Ehepaar eine Kinder-Tagesstätte aufgebaut. Katharina Hauri: «Ich leitete die Kita und hatte sieben Angestellte für rund 200 Kinder.» So habe sie schnell Spanisch gelernt, sagte sie schmunzelnd. Die beiden leisteten auch in der Küsten- und Hafenstadt in Manta Pionierarbeit für ein Frauenhaus. Katharina Hauri: «Es war zu Beginn schon hart gewesen, mit ein bisschen Spanischkenntnissen und auch finanziell musste man den Gürtel enger schnallen. Als Offiziere musste man mit 40 Dollar und zusätzlichen 250 Franken pro Monat auskommen». Ihr drittes Kind kam in Ecuador zur Welt. Zudem habe man als Missionare kein Auto gehabt.
Das Ehepaar ist sich einig: «Die Erfahrung im Ausland war wichtig für unsere spätere Arbeit in der Schweiz. Es geht darum, herauszufinden, wo und wie man den Menschen am besten helfen kann». Bei den brennendsten Bedürfnissen beginne man…, doch das wichtigste Anliegen sei überall auf der Welt gleich: «Sich um die Bedürftigen, zu kümmern und sie zu stärken».
Letzteres ist der Grundgedanke der Heilsarmee, die 1865 in London von William und Catherine Booth gegründet wurde. Mittlerweile ist sie eine internationale christliche Bewegung, die in über 130 Ländern aktiv ist. Seit sechs Jahren hat Reinach an der Wiesenstrasse eine eigene grosse Brocki und Kirche unter einem Dach.
Dann berichtete Katharina Hauri von einem ganz anderen Highlight der Heilsarmee. Eine sechsköpfige Band der Heilsarmee «Takasa» gewann mit dem Song «You And Me» die Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest in Kreuzlingen und durfte 2013 nach Malmö reisen. Mit dabei war auch Katharina Hauri (Pauke). Obwohl die Band im Halbfinale scheiterte, sorgte sie für viel Aufsehen. Nicht zuletzt, weil Emil Ramsauer (Kontrabass) mit 95 Jahren der älteste Teilnehmer an einem ESC war.
Kathrin Aerni

