Wie fühlt es sich an, eine CD in Händen zu halten, die man von Anfang an mitgestaltet hat? Die Flötistin und Instrumentallehrerin spricht über den Entstehungsprozess, die Tonaufnahmen und die Bedeutung des Publikums.
Als Redakteurin lernt man jeden Tag ...
Wie fühlt es sich an, eine CD in Händen zu halten, die man von Anfang an mitgestaltet hat? Die Flötistin und Instrumentallehrerin spricht über den Entstehungsprozess, die Tonaufnahmen und die Bedeutung des Publikums.
Als Redakteurin lernt man jeden Tag dazu. Beispielsweise, dass Georg Philipp Telemann in vielem Autodidakt war und als Komponist des Barocks unzählige Stücke für Flöten geschrieben hat. «Er war ein Meister des Arrangements», verrät Susanne Geist. In ihren Augen blitzt die Begeisterung. Die Idee, auf dieser Grundlage mehr als ein Konzert zu gestalten, liegt nahe.
So sind Lorenzo Cavasanti, Fabiano Martignago, Luca Ventimiglia und Susanne Geist, die während der Corona Zeit öfter zusammengespielt haben, ins Herzensprojekt gestartet. Entstanden ist die CD «Quadri» mit Suiten und Sonaten Telemanns. «Vier Flötisten, jeder mit seinen besonderen Talenten, die gemeinsam neue Facetten eines bestehenden Werkes kreieren. Dieses Miteinander ist eine Bereicherung.» Wie ging es weiter? «Mit Tonaufnahmen», Susanne Geist schmunzelt bei der Erinnerung. «Wir hatten genau eine Woche Zeit. Das heisst, wir lebten eigentlich fast im Aufnahmeraum, einer kleinen Kirche im Piemont.» Mücken, Hitze, italienische Mofas – der Herausforderungen habe es einige gegeben. «Dann ging es darum, sich genau einzuhören, Passage und Passage zusammenzufügen.» Warum eigentlich eine CD? «Weil das Publikum beziehungsweise die Zuhörenden verschieden sind. Für die einen funktioniert Musik komplett digital, die anderen möchten ein Werk in Händen halten können. Wir wollten beidem gerecht werden, sind also auf allen gängigen Streamingdiensten erhältlich und haben die CD, die dann auch an Konzertabenden gekauft werden kann.»
Wie fühlt sie sich heute mit dem fertigen Werk? Susanne Geist denkt einen Moment nach, bevor sie antwortet: «Ich bin sehr dankbar, dass es uns gelungen ist. Es gibt den Menschen Gelegenheit, unsere Musik kennenzulernen.» Den «Werbefaktor» möchte sie aber nicht in den Vordergrund stellen. «Ich spiele lieber.» Während eines Konzertes zu spüren, wie sich das Publikum begeistern lasse, sei wunderbar. «Es ist, als würden Herz und Töne zusammenfinden.»
Am 24. April haben Neugierige die Möglichkeit, Susanne Geist und das Italian Recorder Quartet live zu erleben. Um 19 Uhr spielen sie im Musiksaal Polifonia in Seengen unter dem Titel «Viele Flöten – ein Spiel».
Graziella Jämsä