Die Entstehungsgeschichte auf Toilettenpapier, Geschichten der Technik und der Einfluss der Wechseljahre auf die Kleiderwahl – Frölein Da Capo erfreute das Publikum mit vielen aussergewöhnlichen Sichtweisen.
Erwartungsvoll freut sich das Publikum im ...
Die Entstehungsgeschichte auf Toilettenpapier, Geschichten der Technik und der Einfluss der Wechseljahre auf die Kleiderwahl – Frölein Da Capo erfreute das Publikum mit vielen aussergewöhnlichen Sichtweisen.
Erwartungsvoll freut sich das Publikum im ausverkauften Forum auf den neuen Auftritt vom Frölein Da Capo. Was zaubert sie wohl wieder Neues aus dem Ärmel? Auf der Bühne stehen viele Requisiten, Instrumente und sogar das Bügelbrett fehlt nicht! Es verspricht ein sehr unterhaltsamer Abend zu werden.
Pünktlich um 20 Uhr erscheint sie, tritt hinter dem schwarzen Vorhang hervor – Frölein Da Capo mit ihrem legendären, trägerlosen Kleid inklusive Petticoat «Ich ha rüdig Freud, dass de Saal so voll isch. Hett s’Schicksal euch do häre gfüehrt? Mer wärde zäme e richtig guete Obe verbringe. Mer müend ufpasse, dass mer i de Mitti d’Hälfti händ!»
Das Motto des Programms lautet ja «Halbzeit». Mit der aufmüpfigen Musik von Zarathustra beginnt sie ihr Programm vom Urknall bis zur Gegenwart. Da das Frölein auch ein ausgeprägtes Zeichentalent hat, malt sie im Schnelldurchlauf auf einer Klosettpapierrolle mit dem Hellraumprojektor die wesentliche Entstehungsgeschichte der Welt bis zu ihrer Geburt, gesamthaft 48 Blätter.
Als Kind der 90er Jahre hat sie die ganze moderne Geschichte der digitalen Welt, Handy, und so weiter miterlebt, hatte selber schon so ein Ding, sowie ihre Mutter. Diese war einmal einkaufen, die Tochter ruft an, und Mutti fragt erstaunt, wieso weisst du, wo ich bin? Ja, das war halt die neue Technik.
Nach der Pause erscheint das Frölein leichter bekleidet und mit Turnschuhen, anstatt der Highheels. Sie meint, dass ja eh ihre Wechseljahre beginnen.
Immer wieder zeigt sie dem Publikum ihre enorme Musikalität. Sie mischt Tuba, Trompete, Blockflöte und Gitarre auf ihrer Loop-Station zu einem wunderbaren Ganzen mit ihrem Gesang. Wegen ihres schwarzen Tüpfis auf dem Bein stimmt sie das «Jammerlied» an. Das Abenteuer des Zeltens war auch nicht mehr dasselbe wie früher! «Weisch no: O Baby, mer wänd wieder emou go zälte, wie früehner…» Aber ebe, früher und heute sind verschiedene Dinge!
Der Abend verging wie im Fluge. Es war spannend, interessant und die Gäste amüsierten sich köstlich an Frölein Da Capos Sprüchen. Der Applaus war riesig, laut und innig, und da das Frölein den Reiseweg Willisau – Seon immer kürzer findet, kommt das Publikum vielleicht wieder einmal in den Genuss eines Frölein-Abends.
Heidi Härri