Unterschiedliche Meinungen zu VERAS
02.04.2026 RegionAn den kantonalen und regionalen Parteitagen und Mitgliederversammlungen wurde über das Umfahrungsprojekt VERAS gesprochen. Ein Überblick über die Parolen, die die jeweiligen Parteien gefasst haben.
Aktuell finden diverse Parteitage und Mitgliederversammlungen statt, an ...
An den kantonalen und regionalen Parteitagen und Mitgliederversammlungen wurde über das Umfahrungsprojekt VERAS gesprochen. Ein Überblick über die Parolen, die die jeweiligen Parteien gefasst haben.
Aktuell finden diverse Parteitage und Mitgliederversammlungen statt, an denen Parolen gefasst werden und über wichtige Projekte gesprochen wird. Ein Projekt, das bei praktisch allen Parteien zur Sprache kam, ist VERAS (Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr). Dabei handelt es sich um verschiedene Massnahmen, welche die komplexe Verkehrssituaton in Suhr entflechten und somit Staus zu Spitzenzeiten vermindern soll. Gleichzeitig soll das Wynental besser an die Autobahn A1 angebunden werden. Über dieses Grossprojekt kann die Aargauer Bevölkerung bei der Abstimmung vom 14. Juni entscheiden.
Es zeigt sich ein interessantes Bild bei einem Blick auf die Entscheide der verschiedenen Parteien. Die Grünliberale Partei Aarau/Kulm führte an ihrem Parteitag eine engagierte Diskussion, in der Vor- und Nachteile sowie Alternativen besprochen wurden. Am Ende sprach sich eine Mehrheit der anwesenden Mitglieder der Grünliberalen für das Projekt aus. «Ausschlaggebend für die Unterstützung war, dass VERAS Ortskerne spürbar entlastet, den Durchgangsverkehr in den Quartieren reduziert und damit die Lebensqualität sowie die Verkehrssicherheit erhöht», schreiben die Grünliberalen Aarau/Kulm in einer Mitteilung. Auch die SP Bezirk Kulm sprach sich an der Generalversammlung für VERAS aus, denn mit dem Bau des Projektes soll der Stau zu den Stosszeiten reduziert werden. Gleichzeitig ist für die SP Bezirk Kulm das Bevölkerungswachstum ein weiterer Grund.
Spannend an diesen beiden Ja-Entschlüssen ist, dass sich die Kantonsparteien gegen das Projekt ausgesprochen haben, denn sowohl die SP Aargau als auch die GLP Aargau haben gemeinsam mit der Grünen Aargau das Behördenreferendum durchgesetzt, weshalb nun die Aargauer Bevölkerung über das Projekt und den Verpflichtungskredit entscheiden darf.
Gesamtkosten von 384,33 Millionen
Ebenfalls unterstützt wird VERAS von der FDP Aargau. Einstimmig wurde die «Ja»-Parole am Parteitag in Lenzburg gefasst, denn die FDP Aargau ist überzeugt, dass VERAS eine ausgewogene Lösung für die Verkehrsprobleme im Raum Suhr ist. Die Mitte Aargau sprach sich im Mai vergangenen Jahres auch für VERAS aus. Damals teilte die Partei mit: «Die Mitte Aargau begrüsst das vorliegende Projekt deshalb im Grundsatz. Sie weist jedoch darauf hin, dass eine umfassende Gesamtsicht vorzunehmen ist und weitere Punkte zwingend zu berücksichtigen sind.» Die SVP Aargau äusserte sich im Mai 2025 positiv gegenüber dem Projekt. Damals schrieb sie in einer Vernehmlassung: «Die vorgesehene Lösung bringt eine substanzielle Entlastung der Ortszentren sowie eine Verbesserung des Verkehrsflusses im Raum Suhr und Umgebung.» Sie forderte damals zudem die Aufnahme des Vollanschlusses «Wynatal» als Vororientierung im kantonalen Richtplan.
Anderer Meinung sind hingegen die Grünen Aargau. Die Partei hat an ihrem Parteitag «Nein» zur VERAS-Vorlage gesagt. Schon im Mai 2025 übten die Grünen Aargau Kritik an den geplanten Massnahmen, denn aus ihrer Sicht erfolgt durch VERAS keine Entlastung der Dorfzentren. Damals schrieb die Partei in einer Medienmitteilung: «Positiv sehen die Grünen die geplante Begrünung – doch sie ändert nichts an der grundlegend falschen Stossrichtung des Projekts.» Sie wünschen sich grössere Investitionen in den öffentlichen Verkehr und in das Velonetz. Wie bereits erwähnt sind auch die Grünliberalen Aargau und die SP Aargau gegen die Vorlage.
Ob das Projekt VERAS tatsächlich kommt, entscheidet das Aargauer Volk am 14. Juni. Aktuell belaufen sich die Gesamtkosten gemäss Kanton auf 384,33 Millionen Franken. Der Kanton Aargau würde davon 263,78 Millionen zahlen während der Bund 79,17 Millionen Franken übernehmen würde. Die restlichen Millionen würden auf die Gemeinde Suhr, verschiedene Werkleitungseigentümer sowie Dritte entfallen.
Melanie Köchli

