Die Bundesfeier in Unterkulm durfte in diesem Jahr gleich mehrere besondere Gäste begrüssen. Unter ihnen waren der Regierungsrat Dieter Egli und der Schweizer Komiker Fredy Schär.
«Wir sind extra wegen Ihnen gekommen», sagte ein Paar voller ...
Die Bundesfeier in Unterkulm durfte in diesem Jahr gleich mehrere besondere Gäste begrüssen. Unter ihnen waren der Regierungsrat Dieter Egli und der Schweizer Komiker Fredy Schär.
«Wir sind extra wegen Ihnen gekommen», sagte ein Paar voller Vorfreude an Regierungsrat Dieter Egli gerichtet. Sie waren wohl nicht die einzigen, denn die Turnhalle der Bezirksschule war voll. Das grosse Frühstücks- und Dessertbuffet stiess ebenfalls auf viel Begeisterung. «Das ist so fein! Ich glaube, ich nehme noch ein Stück», sagte eine Frau lachend am Buffet und belud ihren Teller mit den verschiedenen Esswaren.
Die Bundesfeier wurde musikalisch von der Musikgesellschaft Teufenthal Unterkulm begleitet, die danach an die Bundesfeier in Teufenthal weitermusste. Mit bekannten Liedern wie «Alperose» oder «Country Roads» stimmten sie die Anwesenden auf ein gemütliches Fest ein.
Gemeindeammann Heinz Haudenschild eröffnete den Hauptteil der Feier: «Wir dürfen stolz auf unser Land sein.» Er habe beruflich viele Länder besucht und trotzdem sei die Schweiz noch immer das Land in seinem Herzen. Dem würde wohl auch Regierungsrat Dieter Egli zustimmen, der im Anschluss die Unterkulmerinnen und Unterkulmer ansprach: «Wir feiern heute unsere Heimat.» Jede Gemeinde tue dies ganz individuell am 1. August. Und während man zwar die Schweiz als Heimat feiere, so seien die Gemeinden besonders wichtig für das Heimatsgefühl. «Ich würde behaupten, dass Unterkulm wichtiger als die Schweiz ist», sagte Egli und sorgte für Gelächter und verdutzte Gesichter bei den Anwesenden. «Unterkulm ist ein Ort, der zeigt, wie lebendig Heimat sein kann», führte Egli an, während sein Blick durch die Turnhalle schweifte. Das Dorf wachse und verändere sich. «Das ist schön, aber auch eine Herausforderung.» Der Regierungsrat übte aber auch Kritik an der Schweiz: «Wir loben gerne unsere Kompromissfähigkeit. Ich finde, das hat schon besser funktioniert als heute.» Man könne nicht immer den Fünfer und das Weggli erwarten, sondern müsse bereit sein, miteinander zu diskutieren, um Lösungen zu finden. Die Schweiz könne weltweite Stürme nicht stoppen, aber bestimmen, wie man damit umgehen wolle als Land. «Wir brauchen eine Diskussions- und Streitkultur», betonte Dieter Egli. Das gehe nur, wenn man einander aktiv zuhöre. Deswegen sind für den Regierungsrat auch die Vereine sehr wichtig: «In ihnen lernen wir Gemeinschaft. Diese eine Schweiz gibt es nicht. Schweiz ist das, was wir uns miteinander erschaffen», schloss der SP-Politiker seine Rede und erntete dafür grossen Applaus. Verdankt wurde sein Auftritt mit zwei Gläsern Honig aus Unterkulm. «Darauf werden in der WSB alle neidisch sein», meinte er schmunzelnd.
Das zweite Highlight für die Unterkulmerinnen und Unterkulmer folgte kurz nach Dieter Egli. Der Komiker Fredy Schär sorgte mit seinen Liedern und Witzen für schallendes Gelächter bei allen Anwesenden. Denn egal, wie man politisch zur Schweiz und den Entwicklungen des Landes steht, so verbindet Humor alle und erinnert daran, dass nicht immer alles so Ernst ist.
Melanie Köchli