Tune ups – bringt das Publikum zum Singen
29.10.2026 Wynental, GränichenVergangenes Wochenende waren die Sitzplätze in der reformierten Kirche Gränichen mit einem durchmischten Publikum besetzt. Grund dafür war das vielversprechende Konzert des Chors Tune ups, der mit seinem Programm Klassiker der Filmmusik auf die Bühne ...
Vergangenes Wochenende waren die Sitzplätze in der reformierten Kirche Gränichen mit einem durchmischten Publikum besetzt. Grund dafür war das vielversprechende Konzert des Chors Tune ups, der mit seinem Programm Klassiker der Filmmusik auf die Bühne brachte.
Gleich zu Beginn sorgte der Chor mit «Conquest of Paradise» von Vangelis für einen Gänsehautmoment, als die Singenden langsam durch den Mittelgang zur Bühne schritten. Begleitet wurden sie von Johannes Arnsberg, welcher dem Stück, mit seinem rhythmischen Talent auf der Trommel, eine mystische Stimmung verlieh.
Während die meisten vermutlich davon ausgingen, an diesem Abend lediglich den schönen Stimmen auf der Bühne lauschen zu können, entpuppte sich das Konzert als kleiner Workshop. Mit einer Prise Humor animierte der Dirigent Alessandro Limentani das Publikum, beim Stück «Hail Holy Queen» aus dem Film Sister Act, in verschiedenen Takten mitzuklatschen. Bei «The Lion Sleeps Tonight» von Linda Solomon konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer gar ihre Gesangsstimmen unter Beweis stellen. Dabei zeigte der Dirigent beim «Üben» anhand eines Gähnens, wie sich mehr Kraft aus der eigenen Stimme holen lässt. Wie effektiv die Übung war, wurde direkt hörbar und überraschte auch das Publikum. «Bei der nächsten Chorprobe seid ihr dann alle dabei», scherzte der Dirigent nach dem mitreissenden Song.
Spätestens bei «Probier’s mal mit Gemütlichkeit» aus dem Dschungelbuch wurden auch die jüngsten Konzertbesucherinnen und -besucher in die bildhafte Welt der Filmmusik entführt. Doch dies waren längst nicht alle Highlights, die auf die Zuhörerschaft warteten.
Musikalische Talente
Verschiedene Solisten, wie Gabriela Grossenbacher, zeigten ihr musikalisches Können. Die Sängerin gehörte 2013 zu den Halbfinalistinnen bei «The Voice of Switzerland». Mit ihrer kraftvollen Stimme verzauberte sie das Publikum von Jung bis Alt in Stücken wie «I Will Follow Him» aus dem Film Sister Act.
Dass das Konzertprogramm in vielerlei Hinsicht abwechslungsreich gestaltet war, zeigte sich auch bei den Zwischenstücken, die nicht im Programmheft zu finden waren. Dabei deutete Alessandro Limentani an: «Filme spielen vielerorts. Manche sind in den Bergen, andere in der Wüste, und die nächsten zwei Stücke spielen am Meer. Vielleicht erraten Sie, um welche beiden Filme es sich handelt.»
Ein Blick in die Gesichter der Zuhörerinnen und Zuhörer zeigte, dass sie schnell errieten, um welche Filme es sich handelte. Natürlich durfte ein Filmklassiker wie «My Heart Will Go On» aus Titanic nicht fehlen. Gabriela Grossenbacher als Solosängerin und der Dirigent am Klavier schufen mit dem gefühlvollen Stück eine berührende Atmosphäre. Das zweite Stück hingegen erzeugte eine fesselnde, actionreiche Stimmung und war kein geringeres als aus dem Piratenfilm «der Fluch der Karibik».
Weitere Solisten, die das Chorkonzert an diesem Abend bereicherten, waren Judith Wagner am Cello und Johannes Arnsberg als Perkussionist und Sänger. Die Salzburgerin Judith Wagner hat bereits diverse nationale und internationale Musikpreise gewonnen. Johannes Arnsberg begleitete den Filmmusikabend mit seinem rhythmischen Talent und sorgte mit verschiedenen Schlaginstrumenten für eine einzigartige Dynamik.
Dass der vielseitige Unterhaltungsabend das Publikum in seiner ganzen Bandbreite begeisterte, zeigte sich zum Schluss besonders deutlich. Die Zuhörerschaft bat um zwei weitere Zugaben, denen der Chor Tune ups gerne nachkam.
Mit dem letzten Stück des Abends, kehrte das eindrückliche Bild des Anfangs zurück. Der Chor performte noch einmal «Conquest of Paradise» und schritt Richtung Ausgang. So schloss sich der Kreis eines abwechslungsreichen Konzertabends, der mit bekannten Melodien, beeindruckenden Stimmen und einer Prise Humor das Publikum begeisterte und sicherlich noch lange nachklang. Eine Stimme aus dem Publikum fasste den Abend prägnant zusammen: «Bravo!»
Janine Flückiger

