Sonne geht auf, der Himmel wird klar
29.09.2026 Reinach, OberwynentalIm Rahmen der Projektwoche der Kreisschule aargauSüd befassten sich Schülerinnen und Schüler mit dem Schreiben. Neben journalistischen Artikeln durften sie sich auch kreativ betätigen. Die daraus entstandenen Texte finden Sie hier.
Ab September hast du wieder deine Familie zurück.
Die Zeit scheint stehenzubleiben, während ihr zusammen seid.
Ihr Können verbessert sich stetig, und du beobachtest alles.
Im November merkst du, jetzt wird es ernst.
Es wird kälter, gleichzeitig werdet ihr immer lauter. Selbstbewusster.
Das erste Mal. Die Nervosität vibriert über euch.
Wartet darauf, herunterzufallen, sobald es vorbei ist.
Alle machen sich bereit. Ziehen ihre Mäntel an.
Die Kostüme lassen dich vergessen, wer du sein solltest.
Machen dich zu dem, was du sein willst.
Der erste Ton eröffnet die neue Saison.
Öffnet dein Herz. Gerade so weit, dass es droht zu zerspringen.
Dein Lachen, dein Grinsen.
Du bist gleichzeitig jemand von vielen, und doch strahlst du heller als alle anderen.
Versprechen. Das ist was diese Zeit dir bringt.
Musik, Lachen und die Gewissheit, das alles nie loszulassen.
Neue Freunde und alte Bekannte zu treffen.
Verrückte Dinge zu machen, für die du dich sonst schämst.
Familie zu finden, die nicht vergleichbar ist, mit allen anderen.
Romance is boring.
I don’t know what romance is like, I can only imagine. People talk about it so warmly it has to be worth a mansion
Or something expensive, I’m not expert. But people would die for their partner or at least show some effort.
I don’t think I care, about such a thing. But what would I know? I’m only fifteen
The movies are boring, and such a bother. I don’t care about him or really even her.
The dog has more story than the woman in question. And the man has a sex drive that shows he needs a lesson.
In respect and boundaries. Sadly, never mentioned. This is what they call cinema, and yet the plot looks abandoned.
Even in real people, it looks so performative. And then they lick each other’s faces, it’s all quite primitive.
I see why they have sex, and you can tell when there’s love. But I just never got it, and I’ve seen more than enough.
Once in a while, I can see that they care. That there’s feelings for one another, and it’s all in the air.
It’s nice to look at when it’s really authentic. But I just can’t imagine it myself. It seems so pathetic.
Devoted to one another, married hand in hand. It doesn’t mean much when you let your vision expand.
I know what connection is like, I feel it with my friends. Theres lots I do for them, even if I don’t hold their hands.
It’s a very special bond between me and them. But I don’t need a label, that would lead to a problem.
I’ll stick with best friend, there’s no real way to prove it. I don’t need a ring, or a kiss on the lip
Weihnachten: Zwischen Klössen und Rotkohl,
zwischen Hasenbraten und Spekulatius,
sitze ich auf einem Stuhl, umgeben von Leuten
deren Gesichter ich mir kaum merken kann.
Die Stimmung ist festlich, ich freue mich hier zu sein.
Gleichzeitig will ich weg, weg von den Stimmen
die verblassen, sobald ich sie nicht mehr höre,
weg von der Wärme, die sich verzerrt anfühlt,
sobald ich wieder alleine bin.
Ich weiss nichts über diese Menschen, mit denen ich hier am Tisch sitze.
Ich weiss ihr Alter nicht, ihre Lieblingsfarbe.
Sie sind wie Fremde. Fremde, die das gleiche Blut wie ich haben.
Vielleicht denke ich zu viel darüber nach, wer mir wirklich wichtig ist und wer nicht,
wer einen Platz in meinem Herzen hat und wer nicht.
Ich habe es satt, diese Menschen anzusehen und mich zu fragen:
«Werde ich mich später an diese Leute erinnern?»
Endlich wieder zu Hause,
endlich sehe ich meine Freunde wieder,
endlich sehe ich die Leute wieder, die ich besser kenne,
als meine eigene Familie.
Die Leute, mit denen ich mehr Lache als mit meiner Familie,
Die Leute, denen ich mehr anvertraue als meiner Familie.
Leute, deren Gesichter nicht verschwommen wirken,
sobald ich sie nicht mehr sehe.
Diese Menschen kenne ich,
ich weiss ihr Alter, ihre Lieblingsfarbe, und sie wissen meine.
Vielleicht denke ich zu viel darüber nach, wer mir wirklich wichtig ist und wer nicht,
wer einen Platz in meinem Herzen hat und wer nicht.
Ich habe es satt, diese Menschen anzusehen und mir zu sagen:
«Sie sind dir wichtiger als deine Familie, gib es dir endlich zu.»

