Kürzlich wurden die Bewohnerinnen und Bewohner von Seengen über den aktuellen Stand des Projekts «Zukunft Brestenberg» informiert. Gemäss Plan beginnt im nächsten Jahr die erste Bauetappe.
«Ich habe das Gefühl, es kommen jedes Jahr ...
Kürzlich wurden die Bewohnerinnen und Bewohner von Seengen über den aktuellen Stand des Projekts «Zukunft Brestenberg» informiert. Gemäss Plan beginnt im nächsten Jahr die erste Bauetappe.
«Ich habe das Gefühl, es kommen jedes Jahr mehr Personen», eröffnete Bettina Stefanini, deren verstorbener Vater Bruno Stefanini einst das Schloss kaufte, schmunzelnd die Informationsveranstaltung zum Schloss Brestenberg. Es handelte sich bereits um die fünfte Veranstaltung, an der die Seengerinnen und Seenger über den Stand des Projektes informiert wurden. «Ich kann schöne Neuigkeiten verkünden: Anfang September haben wir die Baubewilligung für die Erschliessung Süd erhalten. Das ist ein grosser Schritt vorwärts.» Die Verkündigung der erhaltenen Baubewilligung sorgte bei den Anwesenden für sichtbare Freude. «Es ist schön, dass sich etwas tut», meinte ein Mann im Gespräch. «Ja, endlich passiert etwas», pflichtete ihm seine Frau bei. «Demnächst beginnen die ersten vorbereitenden Arbeiten», erläuterte Apostolos Michailidis, Projektleiter der Terresta AG. Der Beginn der Bauarbeiten ist für den Frühling geplant. Die Baubewilligung ist für die Erschliessung der unterirdischen Hallen sowie deren Grundausbau. Seit 1992 befinden sich diese im Rohbau.
Klar, sei dies nur ein erster Schritt des grossen Projekts. Der Umbau und die Umnutzung der Schlossräumlichkeiten folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Doch Ideen hat die Terresta AG, welche zur Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) gehört, genügend. «Es befindet sich alles noch im Prozess. Wir müssen herausfinden, was möglich ist und was nicht», erklärte Andrea Kamer, Leiterin Entwicklung bei der Terresta AG. «Wir möchten das Schloss mit seiner Nutzung im Dorf verankern.» So gehört zu den Ideen eine Ladenfläche für lokales Gewerbe oder auch ein Restaurant.
Neugier und kritische Fragen
«Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt», meinte eine Frau mit Blick auf ein Plakat, das die Nutzungsideen aufzeigt. Eine Neugierde, die viele Anwesende teilen. Es gab aber auch kritische Stimmen, die das Vorgehen hinterfragten. «Warum ist man mit den Plänen noch nicht konkreter?», wunderte sich beispielsweise ein älterer Herr. Es wirke auf ihn, als würde man einfach Ideen sammeln, ohne etwas vertieft abzuklären. Auch den Zeithorizont hinterfragte er. «Wir warten, bis die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung durch ist», erklärte Andrea Kamer. Dies könne je nach dem länger dauern. «Vor allem, wenn es Einsprachen gibt.»
Aktuell sei alles zeitlich auf Kurs. Die Teilrevision befindet sich beim Kanton, der diese prüft. Wenn es weiterhin gut läuft, kann die Nutzung des Schlosses 2035 beginnen. Es dauert also noch einen Moment, bis das Schloss Brestenberg endgültig aus seinem Tiefschlaf erwacht. Doch Bettina Stefanini zeigte sich zuversichtlich, dass das Schloss bald wieder ein Teil des Dorflebens wird.
Melanie Köchli