Die Militärsammlung in Meisterschwanden ist die grösste der Schweiz in diesem Ausmass. Bewusst wird sie nicht als Museum bezeichnet, denn es handelt sich hier um ein wunderschön präsentiertes Sammelsurium von Gegenständen. Dieses bringt den Besuchern ins ...
Die Militärsammlung in Meisterschwanden ist die grösste der Schweiz in diesem Ausmass. Bewusst wird sie nicht als Museum bezeichnet, denn es handelt sich hier um ein wunderschön präsentiertes Sammelsurium von Gegenständen. Dieses bringt den Besuchern ins Bewusstsein, wie viel aus unserem Leben mit dem Militär zusammenhängt.
Gleich zwei Vereine aus dem Rueder-, Suhren- und Seetal haben beschlossen, ihren Vereinsausflug nach Meisterschwanden, in die beeindruckende Militärsammlung, die Stephan Laib gegründet und während Jahren zusammengetragen hat, zu organisieren: Die Schiesskommissäre 5, meist ältere Herren, nur zwei noch Aktive waren mit dabei, und der Philatelistenverein oberes Wynen- und Seetal.
Die Militärsammlung ist ein neutraler Ort der Begegnung mit dem Thema «Militär und Ausrüstung» und der damit verbundenen Geschichte des Landes, also ein hoch interessanter Ort für ältere Männer, die vor vielen Jahren selbst Militärdienst geleistet haben. Aber auch die mitgereisten Frauen kamen voll auf ihre Kosten. Heute wird die Militärsammlung als Verein innerhalb einer Stiftung organisiert, und ein Heer von ehrenamtlichen Mitwirkenden, Frauen und Männer, halten das Ganze mit viel Engagement und regelmässigen Arbeitseinsätzen am Laufen. Die Sammlung ist in verschiedenen Häusern, zum Teil alten Fabrikgebäuden, aber auch in neu erstellten zweckbestimmten Räumen untergebracht. Die Vielfalt ist mächtig.
Das Militär prägt die Schweiz
Im Laufe des Rundgangs, geleitet von kompetenten, ebenfalls ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern, kommen die Besucher zur Erkenntnis, dass die Militärgeschichte der Schweiz gleichzeitig Industriegeschichte ist. Die Soldaten mussten ausgestattet werden, und dies nicht nur mit der persönlichen Packung. Es brauchte auch die gesamte Infrastruktur. Vieles konnte durch Frauen in Heimarbeit erschaffen werden. Auf dem Rundgang entdecken die Gäste voll ausgestattete Schuhmacherwerkstätten, Lederverarbeitungsbetriebe, Nähateliers, aber auch mobile Schlachtereien, Bäckereien, fahrbare Küchen und vieles mehr. Eine Tierarztpraxis ist ebenfalls vorhanden, denn die Kavallerie- und Packpferde mussten medizinisch versorgt werden. Die Pferde hatten übrigens ihr eigenes Dienstbüchlein, wie auch die Hunde. Die Kavallerie wurde 1972 aufgehoben. Heute gibt es nur noch die Schwadron 72, sozusagen als Museumsschwadron.
Zur Zeit sind Drohnen ein grosses Thema im aktuellen Weltgeschehen. Die Schweizer Armee hatte bereits 1985 ihre 1. Drohne, zu bestaunen in Meisterschwanden. Eine grössere Drohne wurde 1995 gebaut. Diese mussten auf ihren Einsätzen allerdings durch einen Helikopter eskortiert werden.
Mit der Erkenntnis, dass das Militär in der Schweiz eine höchst vielseitige und interessante Institution ist, wo die Abteilungen wie ein Zahnrad zuverlässig ineinander greifen und dafür sorgen, dass alles nahtlos klappt, hatten die Besucher beim anschliessenden Hock im Museumsrestaurant für Stunden genügend Gesprächsstoff.
Frieda Steffen