«So lebten und arbeiteten die Menschen früher», dies wird am internationalen Museumstag überall gezeigt. Auch im Rueder-, Suhren- und Uerkental waren einige Museen offen, bei Gratiseintritt. Das Interesse war auch bei der jüngeren Generation erstaunlich ...
«So lebten und arbeiteten die Menschen früher», dies wird am internationalen Museumstag überall gezeigt. Auch im Rueder-, Suhren- und Uerkental waren einige Museen offen, bei Gratiseintritt. Das Interesse war auch bei der jüngeren Generation erstaunlich gross.
Es braucht einiges, um ein Museum einigermassen kostendeckend zu führen. Die meist ehrenamtlich Verantwortlichen sind das ganze Jahr am instand Stellen und Putzen. Neue Ideen müssen umgesetzt werden, damit ein Museum attraktiv bleibt und immer wieder die Neugier in der Bevölkerung weckt. Bei den meisten Themen werden auch Schulen angesprochen, um bereits der Jugend das oft nicht so einfache Leben von früher vor Augen zu führen. Erst wer sich mit der Vergangenheit auseinander setzt, kann den Fortschritt schätzen, der in den letzten Jahrzehnten Erstaunliches hervorgebracht hat.
Sandsteinmuseum Staffelbach
In einem kleinen Haus, an der Strasse nach Attelwil, steht das Staffelbacher Sandsteinmuseum, das in der Gemeinde seit 2015 ein wichtiges Thema ist. Die sorgfältig zusammengestellten Ausstellungsgegenstände, Bilder und Animationen, erinnern an das harte Leben der Menschen, die in den Sandsteinbrüchen gearbeitet haben, aber auch an die Bauwerke, die aus Sandstein entstanden. Schwere Maschinen und unhandliches Werkzeug mussten zuerst hochtransportiert und dann sachgerecht bedient werden. Die Unfallgefahr war damals sehr hoch, die Arbeit kräfteraubend. Immerhin kamen da und dort Funde ans Tageslicht, die Einblick gaben in die Geschichte der Sandsteinvorkommen in der Region. Auch heute noch können die Besucher im Museumsgarten nach Haifischzähnen buddeln, was darauf schliessen lässt, dass in Urzeiten das Meer bis in unsere Gegend vordrang.
Strohdachhaus in Muhen
Das riesige Strohdach des Museums in Muhen ist weitherum sichtbar. In den letzten Jahren ist am internationalen Museumstag hier auch Jazzmusik zu hören, was selbstverständlich ganze Heerscharen anlockt. Dabei wagt wohl noch manch einer einen Blick ins Innere des Wohnhauses und der Scheune, dem ein Museumsbesuch am Sonntagmorgen sonst kaum Plan wäre. Die Küche von damals sieht um einiges anders aus als die wunderschönen und arbeitssparend eingerichteten Kombinationen von heute. Da war noch Handarbeit gefragt. Gefeuert wurde mit Holz. Das einzige Heisswasser im Haus wurde hier produziert, indem das Feuer den ganzen Tag brannte. Damit wurden auch die Stube und die angrenzenden Räume beheizt. In Stein gehauene Treppen führen sowohl in den Keller als auch in die oberen Räume. Die «Chämihutte» – hier wurden Schinken, Speck und Würste haltbar gemacht – ist total verrusster Mittelpunkt der Küche. Das damalige Reich der Bäuerin oder allenfalls einer Magd ist alles andere als komfortabel – und man hatte trotzdem gelebt und Köstlichkeiten aus der Küche kredenzen können, was heute fast an ein Wunder grenzt.
Frieda Steffen