Seit 100 Jahren gibt es in Menziken eine FDP Ortspartei. Im gemütlichen Rahmen lud Präsident Adrian Meier die Mitglieder ins Firmengelände der Fischer Reinach ein. Nach einer Besichtigung des Unternehmens sprachen Firmenchef Peter Fischer und Landammann Stephan Attiger ...
Seit 100 Jahren gibt es in Menziken eine FDP Ortspartei. Im gemütlichen Rahmen lud Präsident Adrian Meier die Mitglieder ins Firmengelände der Fischer Reinach ein. Nach einer Besichtigung des Unternehmens sprachen Firmenchef Peter Fischer und Landammann Stephan Attiger feierliche, aber auch ernste Worte.
Eine Führung durch das Industriegelände der Fischer Reinach ist auch immer ein Blick in die Geschichte der Region. Seit 184 Jahren behauptet sich das Unternehmen in einem Umfeld, «das immer wieder Herausforderungen gebracht hat, in dem man aber auch immer Lösungen gefunden hat», wie Firmenchef Peter Fischer in seinem Referat festhielt. Er richtete die Bitte an die Vertreter der FDP, die Anliegen der Industrie in ihre Gremien zu tragen. Es sei Aufgabe der Politik, gute Rahmenbdingungen für die Wirtschaft zu schaffen.
«Wir leben in einer Zeit, in der noch nicht alle verstanden haben, dass wir in einer neuen Welt leben, in der sich die Grossmächte nicht mehr an die Regeln halten. Uns werden nur gute Freihandelsabkommen weiterhelfen.» Als mahnendes Beispiel führte Fischer Deutschland an, das sich in einer «existenziellen», ja sogar in einer «katastrophalen» Lage befinde. «Deutschland war jahrelang der Motor Europas. Dessen Industrieproduktion liegt heute 5 Prozent tiefer als noch vor zehn Jahren. Im gleichen Zeitraum stieg der Output in der Schweiz um 40 Prozent.» Es sei der Anpassungsfähigkeit der Schweiz zu verdanken, dass sie konkurrenzfähig geblieben ist.
Grussworte vom Regierungsrat
Landammann Stephan Attiger überbrachte seinen Parteikollegen regierungsrätliche Grüsse und bedankte sich bei der Ortspartei für deren Arbeit. Gerade in einer Zeit, in der die stärkste Fraktion jene der Parteilosen sei, gewinne die Nachwuchsarbeit an der Basis immer mehr an Bedeutung. «Uns gehen im nationalen Parlament die Leute aus, die das Politisieren von Grund auf erlernt haben. Mit der Arbeit im Gemeinderat oder in Kommissionen holt man sich als junges Parteimitglied die nötigen Erfahrungen, um es ins Kantonsparlament oder darüber hinaus zu schaffen.» Attigers Blick ging in die Runde der Zuhörerschaft, wo Grossrat Adrian Schoop auszumachen war. Der 41-Jährige steht vor dem Sprung in den Nationalrat. Würde Maja Riniker im Herbst als Nachfolgerin Stephan Attigers in den Aargauer Regierungsrat gewählt, würde Schoop ins nationale Parlament nachrücken. Attigers Ankündigung, per Ende 2026 als Regierungsrat zurückzutreten, war an diesem Abend kein grosses Thema. Mit gewohnt klarer Stimme stand der Landammann für seine politischen Werte ein.
Unter den Gästen der Jubiläumsfeier waren auch Vertreter anderer lokaler Ortsparteien auszumachen. Etwa Alfred Merz (SP Menziken) oder Hans-Heinrich Leuzinger (SVP Menziken). Während dem nun folgenden Apéro war man sich in vielen Gesprächen einig, dass eine breit gefächerte Parteienlandschaft der Bevölkerung grossen Nutzen bringe, gerade wenn die teilweise Schliessung des Spitals Menziken eine ganze Region vor weitreichende Veränderungen stelle. Ebenfalls einig war man sich, dass die Verantwortlichen von solch einschneidenden Ereignissen ebenso in die Pflicht genommen werden müssen, wie die Politiker, welche heute die Grundlage für die Zukunft des Wynentals legen.
Mit dem Anschneiden und dem Verzehr eines Geburtstagskuchens klang der Jubiläumsakt schliesslich aus.
Remo Conoci