Physikunterricht kann auch begeistern
07.05.2026 GontenschwilAm Sonntagnachmittag, 3. Mai, wurde die Mehrzweckhalle in Gontenschwil zum Schauplatz staunender Gesichter, knallender Experimente und ansteckender Neugier. Rund eine Stunde lang begeisterte Professor Bummbastic sein mehrheitlich junges Publikum.
Die Kultur-Kommission ...
Am Sonntagnachmittag, 3. Mai, wurde die Mehrzweckhalle in Gontenschwil zum Schauplatz staunender Gesichter, knallender Experimente und ansteckender Neugier. Rund eine Stunde lang begeisterte Professor Bummbastic sein mehrheitlich junges Publikum.
Die Kultur-Kommission hatte zur interaktiven Wissenschaftsshow «Knallegra» von Professor Bummbastic eingeladen – und traf damit offensichtlich einen Nerv: Bereits eine halbe Stunde vor Beginn waren die rund 150 vorbereiteten Sitzplätze restlos besetzt. Kurzerhand stellte die Kommission etwa 100 zusätzliche Stühle auf – doch auch diese reichten kaum aus, als die Show pünktlich um 14 Uhr begann.
Auf der Bühne stand Raphael Oldani, besser bekannt als Professor Bummbastic. Der im Freiamt aufgewachsene und heute in Küttigen wohnhafte Lehrer hatte vor einigen Jahren die Idee, naturwissenschaftliche Inhalte auf unterhaltsame und spektakuläre Weise zu vermitteln. Seither begeistert er mit seinen Programmen ein breites Publikum – von Schulklassen bis hin zu grossen Eventhallen.
Naturwissenschaft erleben
Sein Konzept: Wissenschaft zum Anfassen, Staunen und Mitmachen. Mit viel Humor, sichtlicher Spielfreude und regelmässigem Einbezug von Freiwilligen aus dem Publikum gelingt es Oldani, komplexe Phänomene verständlich zu machen. Dabei steht nicht nur der Effekt im Vordergrund, sondern auch das Verständnis dahinter. Immer wieder unterbricht er die Show, um wichtige Zusammenhänge zu erklären – etwa wenn es um Feuer und dessen Entstehung geht. So zeigt er etwa, wie man mit einem einfachen Trick das Lungenvolumen eines Menschen sichtbar machen kann. Nur Augenblicke später führt der Professor vor Augen, was der bekannte Schweizer Physiker Daniel Bernoulli herausgefunden hat, das schliesslich für die Entwicklung der modernen Luftfahrt essentiell war. Kurz darauf fuchtelt er mit einem Laubbläser auf der Bühne herum und erklärt, dass man damit beim Haareföhnen viel Zeit sparen könnte. Und zwischendurch hat auch NAO, der humanoide Roboter des Professors, seine coolen Auftritte.
Unterhaltung und Wissen
Die Figur des Professor Bummbastic ist bewusst gewählt. Oldani, der früher unter anderem in Musicalproduktionen und Comedy-Programmen auf der Bühne stand, entwickelte die Rolle als eine Art Identifikationsfigur für Kinder. Über die Jahre habe sich diese weiterentwickelt und an Profil gewonnen. Der humorvolle, aber stets kontrollierte Professor erinnert dabei nicht zufällig an bekannte Filmfiguren wie Doc Brown aus «Zurück in die Zukunft» – dient jedoch klar einem pädagogischen Zweck: Unterhaltung und Wissensvermittlung zu verbinden.
Spiel mit dem Feuer
Dass dabei auch sicherheitsrelevante Themen Platz haben, ist Oldani wichtig. Insbesondere nach Ereignissen wie der Brandkatastrophe in Crans-Montana hätten sich gewisse Rahmenbedingungen verändert. Feuerexperimente würden heute je nach Veranstaltungsort noch sorgfältiger geprüft oder ganz weggelassen. Gleichzeitig nutze er solche Elemente gezielt, um aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen Feuer entsteht – und welche Gefahren bestehen können. Während seiner Show ermuntert er die Kinder mehrmals, selber zu experimentieren, jedoch immer unter Aufsicht einer erwachsenen Person.
Schüler und Schülerinnen als Testpublikum
Neben seinen Bühnenauftritten bleibt Oldani dem Schulalltag treu. Zwar liegt sein Schwerpunkt mittlerweile auf den Shows, doch unterrichtet er weiterhin regelmässig – derzeit etwa einen Tag pro Woche. Der Kontakt zu Kindern sei für ihn zentral, nicht zuletzt, weil sie oft als erstes Testpublikum für neue Ideen dienen.
Neues Programm ab Herbst 2026
Aktuell arbeitet er gemeinsam mit seiner Frau – ebenfalls Lehrerin und als «Profesora Bummbastic» in der französischen und italienischen Schweiz Teil des Programms – an einer Weiterentwicklung seines Angebots. Im Zentrum der neuen Show «Wow!», die ab Herbst dieses Jahres starten soll, steht die Neugier der Kinder. Das neue Programm setzt verstärkt auf Alltagsfragen wie «Warum ist der Himmel blau?» oder «Warum gefriert Wasser?» und greift damit genau jene Themen auf, die Kinder wie Erwachsene gleichermassen beschäftigen. Einige Antworten auf solche Fragen findet man bereits auf seiner Website bummbastic. ch beantwortet. Hier gibts viele Anleitungen und Videos zum selber Entdecken und Experimentieren.
Anstehen fürs Erinnerungsfoto
Er habe Professor Bummbastic jetzt schon zum zweiten Mal gesehen, erzählt ein 7-jähriger Bub. Und eine 6-Jährige verkündet stolz, sie habe zuhause mit ihren Eltern zusammen das Raketenauto gebastelt. Das Anstehen in der Schlange liefert einige interessante Rückmeldungen. Anstehen deshalb, weil sich Professor Bummbastic nach der Show viel Zeit für seine Fans nimmt. Die Autogrammkarten sind begehrt, und ein Erinnerungsfoto mit dem Professor und Roboter NAO gehört für viele Show-Besucher schon fast zwingend dazu.
Die Vorstellung in Gontenschwil zeigte eindrücklich, dass das Konzept von Professor Bummbastic funktioniert. Die Mischung aus spektakulären Experimenten, verständlichen Erklärungen und interaktiven Elementen zog das Publikum in ihren Bann – und dürfte bei vielen nicht nur für Unterhaltung, sondern auch für neue Fragen gesorgt haben. Ganz im Sinne von Professor Bummbastic.
Roland Marti




