«Die Neogard AG wird ihren Betrieb in den folgenden Monaten in enger Zusammenarbeit mit ihren Geschäftspartnern kontrolliert herunterfahren», heisst es in einer Mitteilung vom 23. Oktober. Die Schliessung erfolgt «aufgrund des schwierigen Marktumfelds und der ...
«Die Neogard AG wird ihren Betrieb in den folgenden Monaten in enger Zusammenarbeit mit ihren Geschäftspartnern kontrolliert herunterfahren», heisst es in einer Mitteilung vom 23. Oktober. Die Schliessung erfolgt «aufgrund des schwierigen Marktumfelds und der veränderten Rahmenbedingungen im Handel.» Der Betrieb könne deshalb nicht mehr rentabel geführt werden, «trotz starken Marken und Partnerschaften».
Das Tagesgeschäft werde einstweilen fortgeführt, die Schliessung des Betriebs erfolgt erst nach der Abwicklung aller Geschäftsbeziehungen. Die Neogard AG rechnet damit, dass dies im Frühjahr 2027 der Fall sein wird. Die 42 Mitarbeitenden der Neogard AG wurden bereits über die Beendigung der Geschäftstätigkeit informiert. Das gesetzlich vorgesehene Verfahren für die Massenentlassung wurde diese Woche eingeleitet. Derzeit läuft die Frist für das Konsultationsverfahren. Alle Mitarbeitenden hätten ordentliche Kündigungsfristen von drei bis vier Monaten, schreibt Thomas Frey, Verwaltungsratspräsident der Neogard AG weiter. «Die Neogard AG ist sich ihrer Verantwortung als Arbeitgeberin bewusst. Sie kommt ihren gesetzlichen Pflichten nach und wird die Rechte der Mitarbeitenden wahren.» Ein Sozialplan sei in der Situation der Neogard AG gesetzlich jedoch nicht vorgesehen. «Die Neogard AG wird die Mitarbeitenden unterstützen und die Möglichkeit von Anschlusslösungen prüfen.»
Stiftung Schürmatt nur am Rande betroffen
Die Schliessung der Neogard AG tangiert auch die Stiftung Schürmatt. Im Hauptgebäude des Handelsunternehmens befindet sich eine Werkstatt der Stiftung, in der rund 30 Klientinnen und Klienten, je nach Möglichkeiten und Bedürfnissen in unterschiedlichen Pensen, sowie 4 bis 5 Mitarbeitende arbeiten. «Die Zusammenarbeit mit der Neogard AG war stets sehr angenehm und fand auf Augenhöhe statt», sagt Maureen Wiederkehr, Teamleiterin Kommunikation + Management-Support der Stiftung Schürmatt. «Die Neogard AG war für unsere Werkstatt ein wichtiger Auftraggeber: Rund ein Drittel unserer Arbeitsaufträge stammte von ihr. Wir bedauern die bevorstehende Schliessung deshalb sehr.»
Neben zahlreichen anderen Aufträgen für diverse Kunden haben die Klientinnen und Klienten für die Neogard AG ein breites Spektrum an Arbeiten erledigt: Zusammenstellen und Verpacken verschiedener Schraubensets, Abfüllen von Steinen in unterschiedlichen Grössen, Etikettieraufträge, Anpassen von Steckern an die Schweizer Stromnormen und vieles mehr.
«Da die Stiftung Schürmatt noch weitere Auftraggeber hat, geht unserer Werkstatt die Arbeit nicht aus, und die Beschäftigung der Klientinnen und Klienten ist nicht gefährdet», erklärt Maureen Wiederkehr. «Unsere Werkstatt ist räumlich an die Neogard AG angegliedert, bildet aber eine eigene, separate Struktur. Mit der Schliessung wird sich deshalb die Nachbarschaft verändern. Was diese neue Situation konkret bedeutet, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Den Klientinnen und Klienten wird der gute und angenehme ‘Nachbar’ aber fehlen.»
Remo Conoci und Roland Marti