Mit offenen Augen und Ohren durch die Natur
13.08.2026 OberkulmViel Natur, Spiel und Wissen am Familientag des Natur- und Vogelschutzvereins (NVV) Oberkulm: Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten den Familientag rund um das Thema Amphibien.
Kinder und Erwachsene sind am vergangenen Samstag gemeinsam unterwegs und erleben ...
Viel Natur, Spiel und Wissen am Familientag des Natur- und Vogelschutzvereins (NVV) Oberkulm: Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten den Familientag rund um das Thema Amphibien.
Kinder und Erwachsene sind am vergangenen Samstag gemeinsam unterwegs und erleben die Natur einmal aus einer etwas anderen Perspektive, und zwar nicht nur als Naherholungsraum, sondern auch als lehrreichen Erlebnisraum. Die rund 40 Interessierten trotzten den warmen Temperaturen. Mit von der Partie waren auch einige Grosseltern. Heuer organisierte der NVV Oberkulm den Familientag. Nächstes Jahr ist wieder der Natur- und Vogelschutzverein Unterkulm an der Reihe.
Kathrin Aerni
Da und dort raschelt es im Gebüsch: das sanfte Rauschen des Maurtal-Bächleins ist zu hören. Derweil quakt ein Frosch und Grillen zirpen. Zudem ist zwischen den Bäumen ein fröhliches Kinderlachen auszumachen. Kein Wunder, an einem der vier Posten ist «Bewegung und Basteln» angesagt, das heisst, es werden unter Anleitung bunte Papierfrösche gebastelt. Dann gilt es, letztere mit dem Zeigefinger auf einer Holzbank möglichst weit spicken zu lassen. Die Kinder sind begeistert, wenn ihre Frösche weiter hüpfen können als diejenigen ihrer Eltern.
Laut einem Natur- und Vogelschutzvereinsmitglied hängt die Sprungweite eines Frosches von dessen Art ab. Ein Grasfrosch könne beispielsweise bis zu einem halben Meter «hüpfen», beziehungsweise springen. Weiter erfahren die Mädchen und Buben, dass die meisten Frösche das 20-fache ihrer Körperlänge «gumpen» können. Nur als Vergleich: «Der Weltrekord im Weitsprung der Männer liegt bei 8.95 Metern», sagte Patrick Hüsser (Vorstand). Dann beginnt der grosse Frosch-Hüpf-Wettkampf unter den Kindern. Ob mit oder ohne Sack – jedes Kind will möglichst weit «Hüpfen».
Wald ist mehr als nur Naherholungsraum
Der «Sinnespfad» ist ein weiterer Posten, bei dem es darum geht, vier von fünf Sinnen wahrzunehmen: Hören, Riechen, Sehen und Tasten/Fühlen. Den Teilnehmenden werden nach Wunsch die Augen verbunden, um die Wirkung der Sinne zu verschärfen. Längst nicht alle erraten die Düfte wie Steinpilz, Thymian und Lavendel und so weiter. Die meisten stellen fest, dass es einige Gerüche gibt, die zum Verwechseln ähnlich sind. Auch der Barfussweg – mit all seinen unterschiedlichen Untergründen wie Steinen, Moos, Holz, Heu ist eine Herausforderung. Eltern führen ihre Kinder durch den vielseitigen Parcours. «Das ist grusig», sagt plötzlich ein Dreikäsehoch, als er mit seinen Füssen in den Schlamm tritt. Weitaus angenehmer fühlt sich das weiche Moos an und das Waten durch das Bächli.
Heimische Natur steckt voller Wunder
Beim nächsten Posten rückt der Weiher in den Mittelpunkt. Was auf den ersten Blick wie eine ruhige Wasseroberfläche aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein interessanter Lebensraum. Die Kids sind ganz aufgeregt und freuen sich, wenn sie ein Kleinstlebewesen mit ihrer Becherlupe begutachten können. Zwischen Wasserpflanzen und Uferbereich gibt es nämlich einiges zu entdecken. «Schau, was ich habe», ruft ein Junge.
Vereinsmitglied Stefan Voramwald erklärte den Anwesenden einiges über die Amphibien und deren Lebensraum. Die Amphibien würden ein Doppelleben führen, weil sie als Larve im Wasser lebten und als «Erwachsene» an Land. «Manche Frösche können im Winter komplett einfrieren und im Frühling wieder auftauen.» Der grösste Unterschied zwischen einem Frosch und einer Kröte sei, dass die Kröten eine dickere Haut haben und mehr laufen als springen, sagte Stefan Voramwald. Sodann zeigte er den Teilnehmenden die verschiedenen Exponate von Fröschen.
«Wir wollen nicht, dass so viele Kröten überfahren werden», blickte Vorstandsmitglied Denise Wunderlin zurück. Deshalb sei vor einigen Jahren ein schwarzer Zaun als Schutzschild entlang der Maurtalstrasse angebracht worden.
Das Ziel des Familientages ist es, «Kindern und Jugendlichen die Natur näher zu bringen und sie für die Umwelt zu sensibilisieren», sagte Präsidentin Martina Müller.





