In Beinwil am See soll ein Landwirtschaftsbetrieb seinen Viehbestand von heute rund 30 auf neu 184 erhöhen. Eine Vergrösserung um mehr als das Sechsfache ist zweifellos eine grosse Veränderung – nicht nur für den Betrieb, sondern auch für die Umgebung, gerade wenn ...
In Beinwil am See soll ein Landwirtschaftsbetrieb seinen Viehbestand von heute rund 30 auf neu 184 erhöhen. Eine Vergrösserung um mehr als das Sechsfache ist zweifellos eine grosse Veränderung – nicht nur für den Betrieb, sondern auch für die Umgebung, gerade wenn ein gigantischer Milchviehlaufstall in der Landwirtschaftszone geplant ist.
Wir haben Verständnis dafür, dass sich landwirtschaftliche Betriebe entwickeln müssen. Trotzdem darf man bei einer solchen Dimensionierung Fragen stellen: Wie wirken sich die zusätzlichen Mengen an Gülle, der höhere Verkehr, die zunehmenden Geruchs-, Ammoniak- und Lärmemissionen sowie die Auswirkungen auf Landschaft und Umwelt aus?
Gerade in der Umgebung des Hallwilersees, einem landschaftlich wertvollen und ökologisch sensiblen Gebiet, sollte eine solche Erweiterung besonders sorgfältig geprüft werden. Ein Stall dieser Grössenordnung ist schliesslich keine kleine Anpassung, sondern eine Anlage mit langfristigen Auswirkungen.
Es geht nicht darum, die Landwirtschaft zu kritisieren. Es geht darum, dass bei grossen Veränderungen eine ausgewogene Abwägung zwischen landwirtschaftlicher Entwicklung, Umweltschutz und Lebensqualität der Anwohner stattfinden muss.
Vielleicht ist Wachstum nicht immer gleichbedeutend mit Fortschritt. Manchmal bedeutet Fortschritt auch, die richtige Grösse am richtigen Ort zu finden.
Ein kritischer Blick ist kein Angriff auf die Landwirtschaft. Er ist Ausdruck davon, dass wir unsere schöne Landschaft und unseren Hallwilersee auch für die nächste Generation erhalten möchten.
Manuela und Bruno Helfenstein, Beinwil am See