Leben ist Kunst – Kunst ist Leben
21.05.2026 Suhren-/Rueder-/Uerkental, SchöftlandVom 31. Mai bis 28. Juni werden in der Ausstellung «Fliegendruck präsentiert was bisher geschah», in Noseland, Schöftland, die Sinne geweckt. Christian Balke präsentiert dort eine Auswahl seines vielseitigen Schaffens, dazu findet eine Filmpremiere statt. ...
Vom 31. Mai bis 28. Juni werden in der Ausstellung «Fliegendruck präsentiert was bisher geschah», in Noseland, Schöftland, die Sinne geweckt. Christian Balke präsentiert dort eine Auswahl seines vielseitigen Schaffens, dazu findet eine Filmpremiere statt.
Ein Blick nach vorne. Was ist zu sehen? Eine Tasse Kaffee, ein Stift oder ein patinierter Stuhl? Was könnte aus dem Objekt noch entstehen? Was für eine Botschaft vermitteln? – Das ist Christian Balke. Alles, was ihn umgibt, wird zur Inspiration. Mal mit klarer Botschaft, mal frei in der Interpretation.
Der Künstler
Beim Blick in das Schaffen zeigt sich: Kunst liegt in der Familie. Sein Sohn widmet sich der Musik, seine Tochter ist Illustratorin und auch Bilder seiner Schwester schmücken die Wände seines Zuhauses. Balke empfängt in seiner Altstadtwohnung in Zofingen. Auf dem Tisch steht eine Holunderblütenlimonade – selbstverständlich regional. Denn wie sein Lebenslauf zeigt, spielten regionale und soziale Aspekte schon immer eine wichtige Rolle in seinem Leben. Als er mit seiner Frau das erste Kind erwartete, erfanden er und einige Gleichgesinnte die Genossenschaft «Gmüeschratte» in Zofingen.
Ein Projekt, das sich weiterentwickelte und seine berufliche Laufbahn nachhaltig prägte. Gleichzeitig war Kunst stets ein zentraler Bestandteil seines Lebens. Vor dem Familienzuwachs wurde er in diversen Kunstschulen aufgenommen, jedoch hat er keine der Schulen bis zum Abschluss besucht. «Ich fand das zu langweilig», sagt Balke schmunzelnd. Er eignete sich sein Wissen autodidaktisch an. Heute engagiert sich der Künstler freiwillig als Mentor für Jugendliche und lebt seine Kunst. Unter anderem begleitet er einen Jugendlichen aus Kurdistan am Klavier. Dieser zeigt ihm Lieder aus seiner Heimat. «Das Ganze ist kein Unterricht. Vielmehr philosophieren wir rund um die Musik.»
Kunst ist überall
Auch mit seinen Enkeln verbringt er seine Freizeit. Dies bedeute ihm viel. «Wenn ich mit meinen Enkelkindern unterwegs bin, nehme ich die Welt durch die Augen der Kinder wahr.»
Womit Christian Balke arbeitet, ist für ihn zweitrangig. Entscheidend ist die assoziative Technik. Neben Musik und Malerei schreibt er Librettos, beschäftigt sich mit Farbpigmenten und integriert Gerüche sowie haptische Erfahrungen in seinen Werken. Performance, Theaterinszenierungen, Filmbeiträge und Illustrationen gehören ebenso zu seinem Schaffen.
«Fliegendruck», wie er sich und die Bandbreite seines Schaffens in einen Ausdruck packt, ist vergleichbar mit einem Kochrezept: Ideen entstehen und dann werden gemeinsam Projekte entwickelt. Für Balke steht dabei der Gedanke der «Allmend» im Zentrum: Gemeinschaftlich genutzter Raum, der gepflegt und belebt wird. Kunst könne einen solchen Raum schaffen, fernab rein kapitalistischer Strukturen.
Umgeben vom Leben, das voller Inspiration steckt, lässt sich auch seine Ausstellung kaum in Worte fassen – vielleicht ist genau das nebensächlich.
Denn vielmehr sollen die Werke mit allen Sinnen erlebt werden. Nebst Film, Installationen und Bildern verbirgt sich auch eine Botschaft in der Ausstellung. Diese gilt es in Form eines Schlüssels zu entdecken.
Der Schlüssel
Nicht selten nutzt er seine Kunst auch, um auf soziale Engagements oder politische Themen aufmerksam zu machen. Auch in seinem eigenen Leben ist ihm das soziale Engagement wichtig. Das können auch vermeintlich kleine Gesten sein. So zahlt er jeden Monat zehn Franken in eine Grundeinkommenskasse ein, ohne dabei selbst profitieren zu können.
Für Christian Balke ist Kunst weit mehr als nur ein Werk. Fliegendruck ist eine Haltung und eine Strategie – leichtfüssig und dennoch mit Nachdruck Farbe zu bekennen.
Janine Flückiger


