Das Motto des Abends lautete «Very British». Wer damit vornehme Zurückhaltung und streng reglementierte Einsätze von Musik assoziierte, erlebte klangvolle Überraschungen – von Anfang an.
«Eigentlich gehe ich lieber zu Jodlerkonzerten», ...
Das Motto des Abends lautete «Very British». Wer damit vornehme Zurückhaltung und streng reglementierte Einsätze von Musik assoziierte, erlebte klangvolle Überraschungen – von Anfang an.
«Eigentlich gehe ich lieber zu Jodlerkonzerten», erklärte ein älterer Herr im Publikum. «Aber wenn der Sohn spielt und wie hier auch noch aushilft, sollte man dann doch dabeisein.» Dazu hatte er schon bald Gelegenheit. Doch den Auftakt übernahm der Nachwuchs. Die Buben und Mädchen, die unter der Leitung von MG-Dirigent Dieter Siegrist zusammen üben, haben mit «MGnext generation brass» nicht nur ein eigenes Logo bekommen.
Begeisterung weitergeben
«Wir stellen bei neuen Musikern auch die Instrumente und der Unterricht für die jungen Instrumentalisten ist kostenfrei. Es ist uns uns eine Herzensangelegenheit, Kindern die Chance zu geben, sich für Musik zu begeistern.» Wie gut das gelingt, zeigte die «next generation» beim Queen-Klassiker «We will rock you». Im Publikum wurde fleissig mitgeklatscht. Viel zu schnell war der Auftritt rum – beruhigend zu wissen, dass die «Grossen» folgen würden.
Das taten sie mit dem traditionellen Volkslied beziehungsweise Marsch «Man of Harlech», während im Hintergrund wunderbare Landschaftsbilder zu sehen waren. Moderatorin Nita verriet in einer ihrer Ansprachen, dass die visuelle Unterhaltung ebenfalls zum Portfolio des Dirigenten zählte. Aber auch die Musiker verliehen den Klängen Farbe. Zu «Blue Eyes», komponiert von Elten John und Gary Osborne, hatte sich Solist Peter Fehr (Flügelhorn) in ein pailettenbesetztes Outfit, inklusive Brille, geworfen. Nach «Calling Cornwall» schloss sich der Vorhang.
Das Licht im Saalbau ging an – Pause. Der ältere Herr war verblüfft und begeistert. «Die Bilder zur Musik, das verändert die ganze Stimmung. Und die Kleinen am Anfang, die hatten vielleicht Energie. Das alles hat irgendwie etwas Eigenes.» Er hatte schon in Worte gefasst, was ihn auch im zweiten Konzertteil sichtlich berührte. Es spielte keine Rolle, dass er «Hello» von Adele vorher nie bewusst gehört hatte. Oder dass er weder «The Proclaimers» noch den Song «I’m gonna be 500 miles» kannte. Die Musikgesellschaft hat ein Miteinander der Melodien von grosser Kraft erschaffen. Der Applaus dauerte an. Das Fazit des stolzen Vaters lautete: «Dieses Konzert hat sich wirklich gelohnt.»
Graziella Jämsä