Nicht nur über PFAS wurde am Anlass der SP Bezirk Kulm informiert, auch die aktuelle Lage der Trinkwasserversorgung war ein Thema. Peter Siegrist, Leiter Trinkwasser der EWS, gab einen spannenden Einblick.
Das Trinkwasser der Gemeinden Menziken, Reinach, Beinwil am ...
Nicht nur über PFAS wurde am Anlass der SP Bezirk Kulm informiert, auch die aktuelle Lage der Trinkwasserversorgung war ein Thema. Peter Siegrist, Leiter Trinkwasser der EWS, gab einen spannenden Einblick.
Das Trinkwasser der Gemeinden Menziken, Reinach, Beinwil am See, Pfeffikon und Rickenbach wird von der EWS Energie AG verwaltet. Der Leiter Trinkwasser, Peter Siegrist, muss dies alles im Blick behalten. «Es ist nicht einfach von der Quelle zum Wasserhahn», betonte er dabei am Donnerstagabend. Im Gebiet sind er und sein Team für 126 Quellen zuständig: «Wir messen diese monatlich und dokumentieren die Resultate.» Weiter gehe das Wasser dann an 18 Reservoirs, 3 Pumpwerke und 13 Stufenpumpwerke. All diese Stationen muss das Team betreuen und unterhalten. «Wir haben rund 300 Kilometer Leitungen, die wir ebenfalls bewirtschaften.»
Es ist ein erstaunlicher Weg, den das Wasser von der Quelle bis zum Wasserhahn absolviert. «Ein Reservoir hat immer zwei Kammern. So können wir den Unterhalt machen, ohne dass die Bevölkerung etwas davon merkt», erklärte Siegrist weiter.
Ebenfalls im Reservoir seien Löschreserven vorhanden. Wie wichtig diese sind, wurde erst kürzlich beim Brand in Burg ersichtlich. «Unser Pikettdienst bekommt gleichzeitig mit der Feuerwehr den Alarm, wenn es brennt.» Insgesamt 150 Kubikmeter Wasser seien zum Löschen des Feuers benötigt worden. «Praktisch das gesamte Wasser, das zum Einsatz kam, ist verdampft», erläuterte Siegrist, der neben seinem Job bei der EWS auch in der Feuerwehr ist. «Klar kommt bei starker Trockenheit auch die Frage, ob man nicht das gespeicherte Löschwasser zur Versorgung der Bevölkerung nutzen sollte. Aber die Antwort dazu ist ganz klar nein.» Es sei wichtig, dass der Löschschutz immer gewährleistet sei.
Bestgeprüftes Lebensmittel
«Viermal im Jahr nehmen wir Proben zur Trinkwasserqualität. Somit ist das Trinkwasser das bestgeprüfte Lebensmittel», führte Siegrist aus. Neben der Qualitätssicherung und dem Unterhalt der Anlagen beschäftigen den Trinkwasser-Leiter noch andere Themen. So beispielsweise die Trockenheit, die es in diesem Sommer gab. «Bis sich das Grund- und Quellwasser erholt, dauert es mehrere Jahre», betonte er. «Ich schätze drei bis fünf Jahre, je nach Situation.» Es sei eine ausserordentliche Lage und man dürfe sich jetzt, nach einigen Regenstunden, nicht in Sicherheit wähnen. «Die Quellen gehen weiterhin zurück.»
Melanie Köchli