Seit 14 Jahren sorgt Charlotte Henz mit ihrem tüchtigen Team für kulinarische Bekömmlichkeit während dem Saalbaustadl − legendär ist das liebevoll zubereitete Kuchenbuffet, das Charlotte jeweils fast im Alleingang hinzaubert. Doch nach diesem Jahr ist Schluss, das ...
Seit 14 Jahren sorgt Charlotte Henz mit ihrem tüchtigen Team für kulinarische Bekömmlichkeit während dem Saalbaustadl − legendär ist das liebevoll zubereitete Kuchenbuffet, das Charlotte jeweils fast im Alleingang hinzaubert. Doch nach diesem Jahr ist Schluss, das Catering geht in neue Hände über.
Der Stadl im Saalbau ist freilich nicht der einzige Anlass, den Charlotte Henz zusammen mit ihren Helferinnen in kulinarischer Hinsicht auf die Beine stellt, aber auf jeden Fall einer der prägendsten. «Die Desserts bereite ich am Vortag oder noch kurz vor dem Start vor, das braucht schon etwas Zeit», schmunzelt Charlotte und bleibt eigentlich kaum eine Minute stehen. Zu viel gibt es noch zu tun, ehe die Musik durch den Saal hallt. In der Küche kann sie auf ein eingespieltes Team zählen, ebenso im Service. Niemand muss lange auf seine Bestellung warten, alles läuft wie am Schnürchen.
Auf der Bühne geben sich nun Anita Hofmann, Stefan Roos und die Mitglieder der «Paldauer» das Mikrofon in die Hand und sorgen schon vor der grossen Pause für eine ausgelassene Stimmung. Bevor es in den zweiten Musikblock geht, holt Moderator Stefan Roos Charlotte Henz auf die Bühne, auch wenn sie gerne wiederholt, nicht im Rampenlicht stehen zu wollen. «Heute hat sie es noch mehr verdient als sonst», sagte hinter der Bühne Markus Peter, der Präsident der Saalbau-Kommission, welche den Stadl organisiert. Die Gerantin wird von der Kommission und dem ganzen Team mit Blumen, Leiterwägeli, Geschenken und vielen Umarmungen überrascht. Ein bewegender Moment, mitten in der Hektik.
Nachfolge bereits geregelt
Als Anita Hofmann sich im zweiten musikalischen Durchlauf mit ihren Hits auf die Tische stellt, Stefan Roos noch einmal viel gesangliche Gefühle verbreitet und die Paldauer in ihrem 59. Jahr (!) seit ihrer Gründung reine Liebe im Saal verbreiten (noch sind zwei Gründungsmitglieder dabei), eilt das Catering-Team schon wieder von Tisch zu Tisch, um die Wünsche der gut gelaunten Gäste zu erfüllen. Für Charlotte Henz wird es nun etwas ruhiger, was das angeht ‒ um so mehr kann sie nun die vielen Umarmungen geniessen. «Das wird dann nächstes Jahr nicht mehr das Gleiche sein», sagt eine Besucherin mit etwas Wehmut, noch hat sich die Neuigkeit über die praktisch fixierte Nachfolge noch nicht überall hin verbreitet. «Ab nächstem Jahr übernimmt das Restaurant zum Schneggen und dessen Betriebsleiter Ralf von der Heyde», verrät Markus Peter.
Gegen halb eins in der Nacht brandet ein letztes Mal der Applaus durch den Saal, schnell leert sich der Raum, die versprochene Selfie-Möglichkeit mit den Künstlern verzögert sich und so trifft man auch im Foyer immer weniger Gäste an. Das Licht im Saalbau wird aber erst um 6 Uhr in der Früh ausgehen. Aus dem Catering-Team war später zu vernehmen, dass man nach dem Aufräumen gerne noch ein Weilchen beisammen bleibt ‒ und mit dem Abschied von Charlotte Henz vor Augen, wollte irgendwie niemand, dass der Anlass zu Ende geht. Die erfahrene Wirtin verlässt den Saalbau mit einem weinenden und einem lachenden Auge: «Ich habe das immer mit viel Leidenschaft und Freude gemacht, doch ich werde ja auch nicht mehr jünger». Noch bleibt sie bis Ende Jahr für letzte Anlässe im Saalbau zuständig, spätestens beim nächsten Stadl kann sie sich dann ohne Hektik ins Publikum setzen.
Remo Conoci