Genuss – wohin das Auge blickt
02.04.2026 Seetal, SeengenVergangenen Samstag wurde das Gelände des Weinguts Lindenmann in Seengen zum Treffpunkt für Genuss und regionales Handwerk. Der Zusammenschluss verschiedener Anbieter, vom Felgengrill über die Brauerei Tom bis hin zu weiteren lokalen Produzenten, lockte ein buntes Publikum an.
...Vergangenen Samstag wurde das Gelände des Weinguts Lindenmann in Seengen zum Treffpunkt für Genuss und regionales Handwerk. Der Zusammenschluss verschiedener Anbieter, vom Felgengrill über die Brauerei Tom bis hin zu weiteren lokalen Produzenten, lockte ein buntes Publikum an.
Bereits vor der Mittagszeit war grosser Trubel auf dem Weingut Lindenmann.
Es gab verschiedenste Varianten einer Genusstour. Manche starteten im Verkaufsladen von Christina und Thomas Lindenmann. Dort war für Weinliebhaberinnen und -liebhaber ein passender Tropfen für jeden Anlass zu finden. Mit einem herzlichen Lachen von den Gastgebern empfangen, fiel der Blick schnell auf die zahlreichen Auszeichnungen an den Wänden. «Sie sind eine schöne Bestätigung», sind sich die beiden einig.
Im Gespräch wird deutlich, wie viel Leidenschaft und Fachwissen das Paar in seine Arbeit steckt. Um am Ende eine gute Qualität zu erhalten, sei das Grundprodukt, die Traube im Rebberg die Voraussetzung, aber die Verarbeitung sei ebenso entscheidend. «Die Kombination muss stimmen», bringt es Thomas Lindenmann auf den Punkt.
Doch nicht alles liegt in den Händen der Winzer. Das Wetter spielt eine zentrale Rolle und verlangt oft schnelles Handeln. «Wenn es früh im Jahr warm wird, treiben die Reben aus. Kommt danach nochmals Frost, können die jungen Triebe erfrieren», erklärt das Ehepaar. Um dem entgegenzuwirken, lasse man beim Rückschnitt als Absicherung einen zusätzlichen Trieb stehen. «So erhöht sich die Chance, dass einer den Frost übersteht», erklärt Christina Lindenmann. Eine weitere Möglichkeit seien sogenannte Frostkerzen. Diese sind allerdings mit grossem Aufwand verbunden: «Sie kommen nur an besonders heiklen Stellen zum Einsatz und müssen rechtzeitig vor der kältesten Phase in der Morgendämmerung angezündet werden.»
Eindrücklich, wie viele Herausforderungen und Arbeitsschritte sich hinter einer Flasche Wein verbergen. «Am liebsten bin ich draussen in der Natur und sehe, wie es gedeiht und wächst», sagte Thomas Lindenmann. «Aber auch die ersten Zyklen in der Weiterverarbeitung sind äusserst spannend.» Christina Lindenmann fügte zufrieden hinzu: «Und das Ganze dann weitergeben zu können, weil man jeden Schritt von Anfang bis Ende kennt.» Diese Freude pflegen sie an diesem Tag unzählige Male – denn es herrscht ein Kommen und Gehen.
Ein Dorf, das vieles zu bieten hat
Auf dem Vorplatz tummelten sich Menschen mit zufriedenen Gesichetern. «Wir hatten einen Cheeseburger. Der war fein», sagte eine junge Besucherin, bevor der letzte Bissen genüsslich im Mund verschwand. «Es war nicht gut. Es war sehr gut», ergänzte ihr kleiner Bruder voller Überzeugung.
«Wir haben viele hervorragende Produkte im Dorf und in der Region», sagte Roger Fricker, Erfinder des modularen Felgengrills, sichtlich erfreut. Die Idee, verschiedene Hersteller zusammenzubringen, entstand bei ihm vor rund einem Jahr. Christina und Thomas Lindenmann sowie weitere Produzenten waren rasch begeistert und so wurde aus der Idee nun erstmals Realität. «Die Hilfsbereitschaft war enorm. Alle waren sofort mit Feuer und Flamme dabei», so Fricker. Auch sein Sohn trug zum Gelingen bei und organisierte ein Büchsenschiessen, das bei Gross und Klein auf reges Interesse stiess.
Am Anlass wurden die verschiedenen Varianten des Felgengrills praktisch demonstriert: Unter anderem lockte das Chäs-Paradies mit verschiedenen Halloumi- Burgern. Nebenan präsentierte das Seetal-BBQ eigens kreierte Gewürze. Die Thalmann’s Spezialitäten Metzg aus Fahrwangen grillierte auf einer Variante des Felgengrills Fleischspiesse und als Ergänzung zum Wein boten Brauer Tom und die Seenger Öpfu-Chlöpfer ihre Spezialitäten an. «Gestartet hatten wir vor elf Jahren im Wäschekeller. Inzwischen haben wir eine Heimbrauerei», erzählte Regula Widmer von der Brauerei Tom. Ihr Sortiment umfasst acht Biersorten, ergänzt durch saisonale Kreationen. Die süsse Verführung nach dem Essen servierte die «Kitchencrew» mit grillierter Ananas und Pina Colada-Eis. Ein Genuss, welcher ebenso gut ankam wie die herzhaften Angebote. «Es ist wie ein kleines Dorffest», sagte Regula Widmer und blickte auf die grosse Besucherschar.
Janine Flückiger


