Feuertaufe für drittes Studioalbum «Fire»
03.09.2026 ReinachBack to the roots – zurück zu den eigenen Wurzeln – hiess es vergangenen Samstag für die Böjuer Rockband Voltage Arc. Im Kino des Theater am Bahnhof in Reinach, wo vor Jahren das erste Video entstand, taufte sie ihr drittes Studioalbum.
...Back to the roots – zurück zu den eigenen Wurzeln – hiess es vergangenen Samstag für die Böjuer Rockband Voltage Arc. Im Kino des Theater am Bahnhof in Reinach, wo vor Jahren das erste Video entstand, taufte sie ihr drittes Studioalbum.
Zahlreiche Fans kamen im klar erkennbaren Outfit – mit langen Haaren, Leder, Nieten und Fanclub-Shirts – und füllten den Kinosaal im TaB bis auf den letzten Platz. Durch den Abend führte Joachim Hörner, der Vater von Sänger Toni und Bassist Moritz. Mit viel Humor und zahlreichen alten Fotos und Videos liess er gemeinsam mit der Band die Geschichte von Voltage Arc Revue passieren.
Eine Band findet zusammen
Diese begann vor über einem Jahrzehnt. Merlin Eichenberger hatte von der akustischen auf die elektrische Gitarre gewechselt und übte fortan reichlich verzerrt und laut. Aus dem anfänglichen Instrumentallärm entwickelte sich eine Band – zunächst noch ohne Namen und ohne Sänger. Den fand man in Toni Hörner. Pikant: Merlin und Toni hatten sich als Jugendliche auf dem Schulweg noch regelmässig die Nasen blutig geschlagen. Die gemeinsame Leidenschaft für die Musik liess die Feindschaft jedoch schnell vergessen.
Auch der heutige Schlagzeuger Timon Forrer stiess über persönliche Beziehungen zur Band. Merlin und Timon hatten bereits als Kinder gemeinsam Musik gemacht. Moritz Hörner kam später als Bassist dazu. In dieser Besetzung ist Voltage Arc inzwischen seit mehreren Jahren unterwegs.
Aus den ersten kleinen Auftritten entwickelte sich eine Band mit zunehmend grösseren Ambitionen. Musikvideos wurden produziert, die Shows professioneller und die Bühnen grösser. Auftritte als Support von Bands wie Shakra oder Burning Witches führten Voltage Arc bis ins Z7 nach Pratteln. «Wir haben gemerkt, dass es in der Schweiz tatsächlich eine Rockszene gibt und wir ein Teil davon sein können», erinnerte sich Schlagzeuger Timon Forrer.
Wachsen mit dem Erfolg
Parallel dazu wuchs das Umfeld der Band. Ein Fanclub und eine Stage Crew entstanden, der Bandraum wurde ausgebaut und für grössere Auftritte ein Bus angeschafft. Nach der EP «Rebels» folgten die Alben «In Your Face» und «Sextasy». Dabei blieb vieles Eigenleistung. Für Produktionen und Musikvideos wurde Geld über Crowdfunding, Werbung und verschiedene Aktionen gesammelt.
Eine besonders wichtige Rolle spielte dabei das zweitägige Festival «Böju rockt», das vom eigenen Fanclub organisiert wurde. Zahlreiche Helferinnen und Helfer aus dem Umfeld packten mit an. Die Einnahmen flossen nicht in die Taschen der Musiker, sondern wieder in deren grosses gemeinsames Projekt: die Produktion des neuen Albums «Fire».
Dass dabei nicht nur Geld, sondern auch enorm viel Zeit investiert wird, zeigte ein Blick hinter die Kulissen der neuen Videoproduktionen. Mit der Band auf der TaB-Kinobühne stand nämlich Fabio Chiantera, der seit fast von Anfang an für die Videos der Band verantwortlich zeichnet. Zwei Musikvideos zu «Fire» sind bereits veröffentlicht, ein drittes wurde am Release-Abend erstmals gezeigt. Videograf Chiantera plauderte aus dem Nähkästchen. Die Dreharbeiten dafür seien typisch Voltage Arc gewesen: Nach zwei Konzerten am Freitag und Samstag kamen die Musiker am Sonntagmorgen um vier Uhr nach Hause, lagen um fünf Uhr im Bett – und trafen sich bereits um sechs Uhr wieder zum Videodreh.
Videograf wird Album-Götti
Fabio Chiantera wurde dann auch die Ehre zuteil, bei der Album-Taufe als Götti zu amten. Die kurze Zeremonie markierte den ersten Teil des Programms.
Nach einer Pause bei Grilladen und Getränken wurde es im Theatersaal des TaB laut: Die vier Musiker betraten die Bühne und präsentierten «Fire» live. Der Titeltrack und die weiteren neuen Songs zeigten eine Band, die ihrem Hardrock treu geblieben ist, sich musikalisch aber weiterentwickelt hat. Oder wie die Band selber unbescheiden aber angemessen in der Einladung schrieb: «ein weiterer Schritt in Richtung Profiliga». Für die vier Musiker ist «Fire» mehr als einfach ein neues Album. Es ist das Resultat jahrelanger Freundschaft, gemeinsamer Leidenschaft und unzähliger Stunden Arbeit. Oder, wie es an diesem Abend mehrfach deutlich wurde: Rock’n’Roll aus Böju – selbstgemacht und mit viel Herzblut.
Roland Marti


