Exotische Vögel hautnah erleben
29.10.2026 Wynental, GontenschwilDer Ziervogelverein Wynental zeigte in Gontenschwil, wie vielfältig die Vogelwelt ist. Statt auf Wettbewerbe setzt der Verein auf grosszügige Volieren und die Freude an der Vogelhaltung. Präsident Alex Wiederkehr blickt allerdings mit Sorge auf die Zukunft des ...
Der Ziervogelverein Wynental zeigte in Gontenschwil, wie vielfältig die Vogelwelt ist. Statt auf Wettbewerbe setzt der Verein auf grosszügige Volieren und die Freude an der Vogelhaltung. Präsident Alex Wiederkehr blickt allerdings mit Sorge auf die Zukunft des Hobbys.
Wer durch die Ausstellung des Ziervogelvereins Wynental in Gontenschwil schlendert, begegnet einer farbenfrohen Vielfalt gefiederter Bewohner. In grosszügigen Volieren präsentieren die Vereinsmitglieder ihre Vögel und geben Einblick in ein Hobby, das viel Wissen, Zeit und Sorgfalt erfordert. «Unser Ziel ist es, unser Hobby mit der allgemeinen Bevölkerung zu teilen», erklärt Vereinspräsident Alex Wiederkehr.
Bewusst verzichtet der Verein auf eine Prämierung der ausgestellten Tiere. Bei solchen Wettbewerben werden Vögel häufig einzeln in kleinen Käfigen präsentiert und von Experten bewertet. In Gontenschwil steht dagegen das Erlebnis im Vordergrund. Die Volieren sind dekoriert und sollen den natürlichen Lebensräumen der Tiere möglichst nahekommen. «Wir wollen einfach, dass sie sich wohlfühlen», sagt Wiederkehr.
Von Afrika bis Asien
Die Bezeichnung Exoten umfasst Vögel aus verschiedenen Teilen der Welt, etwa aus Afrika, Amerika oder Asien. Die Ausstellung zeigt, wie unterschiedlich die Arten in Aussehen und Haltung sein können. Je nach Vogelart unterscheiden sich auch die Anforderungen an Platz, Futter und Pflege erheblich. Während kleinere Vögel unter geeigneten Bedingungen auch in Innenräumen gehalten werden können, benötigen andere entsprechend grosse Volieren.
Auch bei der Zusammenstellung der Tiere ist Vorsicht geboten. Nicht jede Art verträgt sich mit jeder anderen. Zudem können neu hinzukommende Vögel Krankheiten einschleppen. Bei der Zucht achten die Halter darauf, nahe verwandte Arten getrennt zu halten, damit keine unerwünschten Kreuzungen entstehen.
Die Kosten für die Tiere fallen sehr unterschiedlich aus. Ein Zebrafink ist bereits für fünf bis zehn Franken erhältlich. Für seltene oder besonders gefragte Arten können hingegen mehrere Hundert Franken fällig werden. Der Anschaffungspreis ist allerdings nur ein Teil des Aufwands. Futter, Unterbringung und tägliche Pflege gehören ebenso dazu wie die Organisation einer Betreuung während der Ferien.
Nachwuchs dringend gesucht
Wie viele andere Vereine kämpft auch der Ziervogelverein Wynental mit Nachwuchsproblemen. Zwar engagieren sich einzelne junge Mitglieder, doch insgesamt fehlt es an Menschen, die sich langfristig für die Vogelhaltung und das Vereinsleben begeistern lassen. Dabei braucht es für die jährliche Ausstellung nicht nur Helferinnen und Helfer für Küche und Aufbau, sondern vor allem genügend Halter, die ihre Tiere zur Verfügung stellen.
Wie Vereinspräsident Wiederkehr erklärt, hat sich die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Früher fanden in der Schweiz beinahe jedes Wochenende an mehreren Orten Vogelausstellungen und Börsen statt. Heute seien es gesamtschweizerisch nur noch wenige. Auch die Zahl der organisierten Ziervogelvereine sei stark zurückgegangen.
Die Ausstellung in Gontenschwil ist deshalb mehr als eine Präsentation farbenprächtiger Tiere. Sie soll Interesse wecken und zeigen, was die Vogelhaltung ausmacht. Wiederkehr dankt der Gemeinde Gontenschwil für die Nutzung der Halle sowie namentlich dem Schulabwart für die langjährige Unterstützung. Dass die Ausstellung Jahr für Jahr stattfinden kann, ist für ihn keine Selbstverständlichkeit. Umso mehr hofft der Verein, auch künftig Besucherinnen und Besucher für die faszinierende Welt der Ziervögel zu begeistern.
Roland Marti



