«Es ist faszinierend, was man alles findet»
28.05.2026 MenzikenÜber 25 Naturfreunde nahmen vergangene Woche an einer Führung durch das Schulbiotop in Menziken teil. Der Experte und Tierfilmer Bähram Alagheband gab einen spannenden Einblick in eine Welt, die uns konstant umgibt.
«Es ist eine Welt, die uns immer ...
Über 25 Naturfreunde nahmen vergangene Woche an einer Führung durch das Schulbiotop in Menziken teil. Der Experte und Tierfilmer Bähram Alagheband gab einen spannenden Einblick in eine Welt, die uns konstant umgibt.
«Es ist eine Welt, die uns immer umgibt, aber wir nehmen sie kaum wahr», sagte Naturpädagoge und Tierfilmer Bähram Alagheband vor dem Schulbiotop in Menziken stehend. Über 25 Naturfreunde hörten ihm aufmerksam zu und freuen sich, mehr über die verborgene Welt der Insekten zu erfahren. Dieser Rundgang war Teil des Themenabends über Insekten, welcher vom Natur- und Vogelschutzverein Menziken-Burg (NVMB) und Bird-Life Reinach organisiert wurde.
«Besonders Kinder sind empfänglich für Insekten», erklärte Alagheband weiter. «Sie zeigen ein grosses Interesse am Thema.» Bereiche wie das Biotop beim Schulhaus in Menziken sind dabei sehr hilfreich, da die Natur direkt vor der Tür beobachtet werden kann. «Es gibt über 30’000 Insektenarten in der Schweiz und wer weiss, wo man schauen muss, der findet viele Tiere. Schliesslich sind sie überall.» Mit diesen Sätzen begann Alagheband die Führung durch das Schulbiotop. Unterwegs hielt er inne, um einige Insekten einzufangen.
Anhand der eingefangenen Tiere erklärte er ihren Nutzen für die Natur: «Die Larve des Marienkäfers ist beispielsweise gut gegen Blattläuse.» Die Tiere wurden rumgegeben, damit sich jeder ein Bild von ihnen machen konnte. Währenddessen zählte Alagheband weitere spannende Fakten über die im Biotop einheimischen Insekten auf. Nach der Betrachtung wurden die Tiere wieder freigelassen, schliesslich haben sie im Biotop ihr Zuhause und verrichten wertvolle Arbeit zum Erhalt der Artenvielfalt.
Viele Farben, kleine Fläche
Doch wie findet Bähram Alagheband eigentlich die kleinen und oftmals unscheinbaren Tiere? «Ich schaue immer die Pflanzen an und halte Ausblick nach dem, was dort nicht hingehört», erläuterte er und zeigte gleich, was er meinte. «Hier zum Beispiel ist ein Käfer zu sehen, der sich versteckt.» Die 25 Teilnehmenden folgten seinem Finger und entdeckten das kleine Krabbeltier tatsächlich. «Es ist faszinierend, was man alles findet», meinte ein Teilnehmer mit grossen Augen. Der Blick auf die Insekten schien sich im Verlauf der Führung für viele zu verändern.
«Das hier ist eines meiner Lieblingsinsekten», sagte der Tierfilmer, während er ein weiteres Insekt einfing. «Die Goldwespe ist etwas vom farbigsten auf kleiner Fläche.» Mit staunenden Augen betrachteten die Anwesenden das etwa 1 Zentimeter grosse Insekt, das in Grün- und Blautönen in der Sonne funkelte. Dass die Goldwespe ein Parasit der Wildbienen ist, besorgt dabei den einen oder anderen Teilnehmer. Diese Sorgen konnte Alagheband jedoch gleich beruhigen: «Das grösste Problem für Wildbienen ist aktuell, dass es zu wenig Lebensraum gibt. Wir Menschen sind viel bedrohlicher als die Goldwespe.»
«Was kann man tun, um den Wildbienen zu helfen?», wollte eine Teilnehmerin wissen. «Es braucht nicht viel, um viel zu bewirken», betonte Alagheband. Viele Wildbienen nisten im Boden, weshalb Sandlinsen oder Kleinstrukturen mit Steinen oder Ästen hilfreich sein können. «Ein Schulbiotop wie dieses ist natürlich auch wertvoll», erklärte der Naturpädagoge, denn es bietet viel Fläche für allerlei Tiere an.
Unterricht im Freien
«Das Schulbiotop ist in den letzten Jahren leider etwas in Vergessenheit geraten», bedauerte ein Mitglied des NVMB. Aber man wolle sich wieder vermehrt für die Verwendung dieses wertvollen grünen Platzes einsetzen. «Es soll wieder vermehrt für den Unterricht eingesetzt werden», pflichtete ihr ein weiterer Anwesender bei. Ideen gäbe es schon viele und mit der Hilfe des NVMB und BirdLife Reinach gibt es zwei kompetente Anlaufstellen, die nützliche Tipps geben können. Denn das Interesse an der Natur und ihren kleinen Bewohnern ist offensichtlich
Melanie Köchli gross.




