«Es ist ein gemeinsames Unterwegssein»
10.09.2026 MichelsamtEin Apfelbaum, eine Sonnenblume, ein Teelicht und eine Karte des Pastoralraums Michelsamt – die Geschenke, die im Rahmen der Einsetzungsfeier von Daniel Unternährer im Zentrum standen, könnten unterschiedlicher kaum sein. Und doch vereint sie ein Grundgedanke: Wachsen, ...
Ein Apfelbaum, eine Sonnenblume, ein Teelicht und eine Karte des Pastoralraums Michelsamt – die Geschenke, die im Rahmen der Einsetzungsfeier von Daniel Unternährer im Zentrum standen, könnten unterschiedlicher kaum sein. Und doch vereint sie ein Grundgedanke: Wachsen, leuchten und verbinden geht am besten gemeinsam.
Am Sonntag, 6. September gab es in der Kirche St. Stephan Beromünster doppelt Grund zur Freude: Einerseits gedachte man zur Kirchweihe der Katakombenheiligen St. Clementia, andererseits wurde Daniel Unternährer offiziell als neuer Pastoralraumleiter Michelsamt eingesetzt. Bischofsvikar Hanspeter Wasmer, Stellvertreter von Bischof Felix Gmür, übernahm die ehrenvolle Aufgabe vor gefüllten Kirchenbänken.
Dass es an diesem Sonntag nicht nur um eine formelle Einsetzung ging, sondern vielmehr um gemeinsames Unterwegssein, wurde bereits zu Beginn des Gottesdienstes deutlich. Wasmer spann den vom Kirchenchor Beromünster unter der Leitung von Annalisa Maggiore und begleitet von Susi Lang an der Orgel gespannten Faden weiter: «Wo zwei oder drei in deinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.» Bischofsvikar Wasmer meinte schmunzelnd: «Zum Glück sind heute etwas mehr als zwei oder drei anwesend.»
«Wir schulden einander Liebe»
In seiner Predigt stellte Wasmer das Miteinander ins Zentrum. Der Bischofsvikar teilte mit der Gemeinschaft, wovon man im Leben nie genug haben könne: Liebe zu zeigen und zu sehen – im Gegenüber und in Jesus Christus. «Wir schulden einander Liebe, Respekt und Wertschätzung», so Wasmer. Wo es dennoch einmal zu Streitigkeiten komme, brauche es die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen und gemeinsam eine Lösung zu finden.
Diese Gedanken gab Wasmer auch Daniel Unternährer mit auf den Weg, der seit 1. August 2026 das Amt des Pastoralraumleiters Michelsamt innehat: Miteinander einen Weg finden, mit der Liebe als Grundlage und Respekt voreinander sowie der Gabe, einander zu vergeben, und immer wieder Verschlossenes aufzuschliessen.
Ein Apfelbaum für den gemeinsamen Weg
Begleitet von diesen Gedanken folgte die offizielle Einsetzung von Daniel Unternährer. Für die vorgeschriebenen zwei Zeugen musste allerdings kurzfristig improvisiert werden. Hanspeter Wasmer gestand schmunzelnd ein, dass dies ein Versäumnis seinerseits gewesen sei. Kurzerhand sprangen zwei engagierte Pfarreimitglieder aus der ersten Reihe ein: Kerstin Münkel, Pastoralraummitarbeiterin, und Markus Schmid, Kirchenratspräsident Beromünster.
Nach dem gemeinsam gesprochenen Glaubensbekenntnis folgte die eigentliche Einsetzung per Schwur und Unterschrift. Als Geschenk überreichte Wasmer dem neuen Pastoralraumleiter eine Flasche Olivenöl. Historisch gesehen sei dies ein Geschenk für Könige zur Salbung. Daniel Unternährer solle es doch lieber für Salate verwenden, so die Auflockerung Hanspeter Wasmers.
Im Anschluss an die Fürbitten, den Friedensgruss und die Kommunion, begleitet von den schönen Klängen des Kirchenchors, begrüssten die Pfarrei- und Kirchenräte den neuen Pastoralraumleiter mit kleinen Präsenten. Ein besonderes Geschenk kam von den Pfarreiräten des Pastoralraums: ein Apfelbaum, der symbolisch für den gemeinsamen Weg stehe. So solle die Zusammenarbeit weiterwachsen und Früchte bringen, «im gegenseitigen Vertrauen, durch offenen Austausch, gemeinsames Engagement und die Bereitschaft, immer wieder neue Wege zu suchen», sagten Silvia Achermann und Brigitte Huwiler. «Möge uns der Baum daran erinnern, dass Gutes Zeit, Pflege und Achtsamkeit benötigt.»
Die richtige Frequenz finden
Auch Kirchenratspräsident Markus Schmid stellte in seiner Rede die Gemeinschaft ins Zentrum. Die Einsetzung sei «ein Moment, der uns als Gemeinschaft stärkt und uns daran erinnert, dass uns Gott immer wieder Menschen schenkt, die Verantwortung übernehmen wollen».
Schmid nahm zudem Bezug auf die Begrüssungsworte Daniel Unternährers im Pfarreiblatt und griff dabei ein weiteres Bild auf: die Kirchentürme des Pastoralraums. Sie stehen nicht nur in Verbindung zueinander, sondern auch zu Gott – dank der richtigen Frequenz.
Damit Daniel Unternährer seinen neuen Wirkungsort noch besser kennenlernen kann, überreichte ihm Schmid im Namen des Kirchenrats eine exklusiv gestaltete Landeskarte mit allen Kirchgemeinden, Höfen und Weilern des Pastoralraums Michelsamt. «Die Karte soll dir Orientierung geben und dich dazu einladen, das Michelsamt Schritt für Schritt zu entdecken.» Für die ersten Erkundungstouren gab es zudem einen grossen Korb mit reichhaltigem Proviant. Und auch hier durfte die Verbindung zur «Frequenz» nicht fehlen: «Wir spüren deine Freude an den Begegnungen, deine Offenheit, dein Vertrauen in die Menschen und deine Bereitschaft, mit uns gemeinsam die Frequenz immer wieder neu einzustellen. Wir sind zuversichtlich: Gemeinsam finden wir einen guten Empfang, auch ohne Antenne auf dem Kirchendach.»
Pastoralraumleiter zeigte sich gerührt
Zum Schluss gehörte das Wort Daniel Unternährer selbst. Er dankte allen, die zum Gottesdienst beigetragen hatten, ebenso Bischofsvikar Hanspeter Wasmer für die Leitung und der Personalverantwortlichen des Bistums Basel, Donata Tassone-Mantellini, für ihren sehr geschätzten Besuch. Vor allem aber blickte er auf das, was im Pastoralraum bereits gewachsen ist. «Ich sehe, dass schon vieles auf einem guten Weg ist. Dafür bin ich sehr dankbar.» So, wie das Apfelbäumchen bereits Früchte trägt, habe er auch den Pastoralraum angetroffen. Die Früchte seien ihm geschenkt worden, daran könne er nun anknüpfen. «Es ist ein gemeinsames Unterwegssein.» Einen besonderen Dank richtete Daniel Unternährer an seine Familie. Seine Frau und seine Kinder seien seine «Homebase», denn dort finde er Kraft. Als Zeichen dafür überreichte er ihnen eine Sonnenblume. Die Pflanze richtet sich im Verlauf des Tages immer nach der Sonne aus. Für Unternährer steckt darin ein tieferer Sinn: «Auch für uns Menschen ist es wichtig, sich immer wieder aufs Licht, aufs Gute und auf die Liebe auszurichten.» Ein kleines Teelicht erhielten schliesslich auch die Gottesdienstbesuchenden. Es soll daran erinnern, auch selbst ein Licht für andere zu sein.
Apéro bei Sonnenschein
Nach dem musikalisch umrahmten Auszug aus der Kirche ging das gemeinsame Feiern vor deren Türen weiter. Der Frauenbund Beromünster-Gunzwil-Schwarzenbach hatte einen liebevoll hergerichteten Apéro vorbereitet. Die Musikgesellschaft Schwarzenbach sorgte bei strahlendem Sonnenschein für die musikalische Begleitung. Bei bester Stimmung bot sich damit Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und Daniel Unternährer persönlich die Hand zu schütteln.
Franziska Kaufmann




