«Es ist aufwändig, aber spannend»
16.04.2026 Suhren-/Rueder-/UerkentalDer 19-jährige Benjamin Meyer aus Schöftland steht gemeinsam mit seinem Kollegen Leandro Fondado im Final von «Schweizer Jugend forscht» (SJF). Im Gespräch mit dem Wynentaler Blatt berichtet er über ihre Maturaarbeit und ihre Erlebnisse bei SJF.
...Der 19-jährige Benjamin Meyer aus Schöftland steht gemeinsam mit seinem Kollegen Leandro Fondado im Final von «Schweizer Jugend forscht» (SJF). Im Gespräch mit dem Wynentaler Blatt berichtet er über ihre Maturaarbeit und ihre Erlebnisse bei SJF.
«An der Kanti Aarau ist es kein grosses Thema, dass wir bei Schweizer Jugend forscht dabei sind», erzählt Benjamin Meyer an einem sonnigen Nachmittag in Aarau. Etwa 10 Prozent der Arbeiten beim nationalen Wettbewerb stammen von den Aarauer Kantonsschülerinnen und Kantonsschülern. «Daher war die Reaktion meist ‘Ja cool’ und sonst nicht viel, aber meine Eltern freuen sich schon», sagt er lächelnd. Die Freude, über die Maturaarbeit, die er gemeinsam mit Leandro Fondado gemacht hat, zu sprechen, ist Benjamin Meyer anzusehen.
Für einen Laien ist es nicht einfach, aus dem Titel der Arbeit schlau zu werden. «Poly S100G: A Novel Approach to Wound Adhesives Using Protein Engineering» lautet dieser. Dabei handelt es sich um eine Arbeit in der Molekularbiologie, die sich mit einem Kleber, der auf körpereignen Proteinen basiert, befasst. «Heute wird bei Wunden oftmals Kleber verwendet», erklärt er. Bei diesem gebe es Entzündungsrisiken, da dieser aus einem für den Körper fremden Stoff gemacht sei. Daher hatten er und Fondado die Idee, einen Kleber aus menschlichen Proteinen herzustellen. «Dabei ist viel falsch, aber auch viel richtig gelaufen», meint er lachend.
Gute Betreuer für eine gute Arbeit
«Die erste Idee war ein Kleber, der auf Bakterien basiert.» Dr. Michael Burger, der an der ETH Zürich arbeitet, wies die beiden Kantischüler dann darauf hin, es mit Proteinen zu versuchen. «Ich habe bei ihm ein Praktikum gemacht und wir durften auch Experimente im Labor der ETH machen», sagt Meyer mit Freude. Finanziell wurden die beiden Jugendforscher von ihren Eltern unterstützt.
Bei SJF haben Meyer und Fondado ihre Arbeit auf einen Hinweis ihres Betreuers eingereicht. «Wir wussten aber davor schon, dass es den Wettbewerb gibt.» Dort erhielten sie mit Prof. Dr. Peter Kast einen neuen Betreuer, der als Dozent am Departement Chemie und angewandte Biowissenschaften an der ETH Zürich arbeitet. Dementsprechend bringt er auch das nötige Fachwissen für die Maturaarbeit von Meyer und Fondado mit. «Er ist super», sagt Meyer über Kast und fügt an: «Er nimmt es sehr genau.»
Über den Prozess bei SJF sagt Meyer: «Es ist sehr aufwändig, aber auch sehr spannend.» Während der Präsentationphase waren er und Leandro Fondado in einer Fokusgruppe mit anderen Mittelschülern, deren Arbeiten in einem ähnlichen Bereich sind. «So lernt man Neues und sieht, was die anderen machen.»
Zuerst ein Zwischenjahr
Die Molekularbiologie möchte Benjamin Meyer auch in Zukunft weiterverfolgen. «Zuerst mache ich aber ein Zwischenjahr und arbeite ein bisschen.» Dieses beginnt er im Sommer nach seinem Kantiabschluss. «Dann strebe ich ein Studium in Biologie an der Unversität Zürich an. Die Molekularbiologie gibt es dort als Studium nicht.» Im Master-Studium könne er sich dann aber vermehrt auf die Molekularbiologie konzentrieren. Die besten Voraussetzungen hat Benjamin Meyer dank seiner Maturaarbeit und seiner Teilnahme an der Biologie-Olympiade, die vergangene Woche stattfand. An dieser holte er sich den hervorragenden 2. Rang und gewann somit eine Goldmedaille. Gleichzeitig qualifizierte er sich für die Internationale Biologie-Olympiade in Litauen.
Bevor aber Kantiabschluss, Zwischenjahr und Studium kommen, steht das Finale von «Schweizer Jugend forscht» an. Dieses findet vom 30. April bis 2. Mai am FHNW Campus in Muttenz statt. Die öffentliche Ausstellung findet am Freitag, 1. Mai von 14 bis 16.30 Uhr und am Samstag, 2. Mai von 9 bis 12 Uhr statt.
Melanie Köchli



