Vergangenen Sonntag öffneten zum internationalen Museumstag die Museen in der Wynentaler-Blatt Region ihre Türen. So auch das Dorfmuseum Gontenschwil, zusammen mit dem Verein Abenteuer Zeitreise. Viele Besucher nutzten das kulinarische Angebot, um das Mittagessen gleich mit ...
Vergangenen Sonntag öffneten zum internationalen Museumstag die Museen in der Wynentaler-Blatt Region ihre Türen. So auch das Dorfmuseum Gontenschwil, zusammen mit dem Verein Abenteuer Zeitreise. Viele Besucher nutzten das kulinarische Angebot, um das Mittagessen gleich mit einem geschichtsreichen Einblick in vergangene Zeiten zu verbinden.
Auf dem Vorplatz des Dorfmuseums war schon vor der Mittagszeit einiges los. Unter den zahlreichen Besuchenden konnten auch Menschen in ganz spezieller Kleidung entdeckt werden. Es waren die Mitglieder des Vereins Abenteuer Zeitreise, die in Gewändern gekleidet Bauern- und Arbeiterleute aus dem Mittelalter repräsentierten. Die Mitglieder demonstrierten verschiedene Arbeiten aus jener Zeit. Dafür griffen sie die aktuelle Ausstellung «Wunderwelt Bienen» vom Dorfmuseum auf. Von der Salbenherstellung mit Bienenwachs und Ölen zum Kerzenziehen bis hin zum Pfannenbrot mit flüssigem Gold (Honig), gab es vieles zu beobachten und selbst auszuprobieren. Dabei möchte der Verein auf eine möglichst authentische Art und Weise das Leben der Aargauer Bauern und Handwerker aus dem Mittelalter zeigen. «Aus der Vergangenheit den Blick auch in die Zukunft richten und dabei den Horizont erweitern», erzählt Silvia Aeschlimann, Mitglied des Vereins. «Es fängt beim eigenen Erleben an», fügt sie hinzu. Der Verein veranstaltet auch über das Jahr hinweg verschiedene Workshops für Gruppen und Schulkinder, in denen die Teilnehmenden in eine andere Zeit eintauchen können.
Im ehemaligen Pfarrhaus
Derweil wird den Besuchenden im ehemaligen Pfarrhaus aus dem Jahr 1592 eine andere Art von Zeitreise geboten. In den verschiedenen Etagen des historischen Gebäudes gibt es vieles zu entdecken. Eine permanente Ausstellung zeigt originale Stücke aus dem Leben des früheren Pfarrer Achilles Zschokke. Er war eines der 13 Kinder von Heinrich Zschokke und lebte mit seiner eigenen Familie in diesem Haus. Auf einem anderen Stockwerk ist eine Bilddokumentation der Gontenschwiler Veränderungen der letzten 50 Jahre zu bestaunen. Sie zeigt den Wandel des Dorfes und wird mit Sicherheit bei einigen Besuchern Erinnerungen wecken. Im obersten Geschoss ist die aktuelle Ausstellung «Wunderwelt Bienen» zu entdecken. «Mama, was ist das?», fragt ein Junge neugierig und zeigt auf ein Brett mit besonderem Muster. Die Mutter beugt sich zu ihm und erklärt: «Das ist die Bienenwabe. Von hier kommt der Honig, welchen du manchmal auf deinem Brötchen hast.»
Ob die Bienenwelt, die letzten 50 Jahre Dorfleben oder noch etwas weiter zurück in der Geschichte: Am vergangenen Sonntag liess sich im Dorfmuseum Gontenschwil für die Interessen von Gross und Klein etwas finden.
Janine Flückiger