Das saisonale Harmonieorchester musiXmaX machte am Sonntag einen Stopp im Löwensaal in Beinwil am See. Dabei entführten die Musikerinnen und Musiker das Publikum in den fernen Osten.
Ein gongartiger Klang schallt durch den Saal und stimmt das Publikum direkt in ...
Das saisonale Harmonieorchester musiXmaX machte am Sonntag einen Stopp im Löwensaal in Beinwil am See. Dabei entführten die Musikerinnen und Musiker das Publikum in den fernen Osten.
Ein gongartiger Klang schallt durch den Saal und stimmt das Publikum direkt in das Thema «Klänge aus Fernost» ein. Mit stiller Aufmerksamkeit lauschen die Anwesenden dem Stück «Japanese Folk Song Suite» von Bin Kaneda. Sogleich erscheinen vor dem inneren Auge Bilder von japanischen Tempeln mit ihrer unvergleichlichen Architektur.
Auch das zweite Stück «Gloriosa» knüpft sich an diese innere Bildwelt an. «Mitte des 16. Jahrhunderts kommt das Christentum nach Japan», erklärte Alexandra Ledl, die an diesem Abend eine Doppelrolle als Moderatorin und Querflötistin spielt. Dies brachte westliche Musik und Klänge mit sich. Doch bereits 1614 wurde das Christentum wieder verboten. «Doch die Menschen machten heimlich weiter», führte Ledl aus. Der Komponist Yadsuhide Ito liess sich davon inspirieren und verband japanische Musik mit christlichen Klängen. So wurden die männlichen Musikanten gleich zu Beginn des Stücks zu einem gregorianischen Chor. Im Anschluss entwickelte sich eine vielschichtige Melodie, die von Angst über Hoffnung bis hin zur Erlösung alle Emotionen vermittelte. Die Zuschauerinnen und Zuschauer wurden förmlich in den Bann der Musik gezogen. Besonders, als das Piccolo den Part einer traditionellen japanischen Flöte übernahm und ganz alleine mit seinen Klängen den Saal füllte, war Gänsehaut garantiert.
Auf einer Reise durch Asien dürfen Animes nicht fehlen. Mit «Symphonic Suite Nausicaä of the Valley of the Wind» wurde das Publikum in eine Fantasiewelt entführt. Der Anime spielt im fiktiven Tal der Winde und die Musik wird diesem Namen gerecht. So übernehmen im ersten Teil «Legend of the Wind» die Querflöten und Klarinetten die Hauptrollen und zeigen die ruhigen und sanften, aber auch die pfeifenden und wilden Facetten des Windes. Im zweiten Teil «Battle» hingegen ergriff die Timpani die Oberhand. Durch die verschiedenen Schlaginstrumente wird eine bedrohliche und düstere Stimmung erzeugt, welche anschliessend im dritten Teil «Toward the Far Away Land» durch eine hoffnungsvolle Melodie abgelöst wird.
Mit Ausschnitten aus dem Musical «Miss Saigon» wurde langsam das Ende des Konzertes eingeläutet. Eine melancholische Stimmung wurde im Saal verbreitet, während die traurige Geschichte der Vietnamesin Kim musikalisch erzählt wurde.
Den offiziellen krönenden Abschluss bildete «The Seventh Night of July» von Itaru Sakai. Mit Solis von Altsaxophon und Euphonium wurde die Liebesgeschichte eines Rinderhirten und einer Weberin, die an beide Ufer der Milchstrasse verbannt wurden und sich nur noch einmal im Jahr treffen dürfen, erzählt. Herzzerreissend und doch mit viel Optimismus wurde so einem Abend voller fremder Klänge ein Ende gesetzt. Das Publikum liess seiner Begeisterung freien Lauf und forderte gleich zwei Zugaben vom talentierten Orchester. «Es hat sich definitiv gelohnt zu kommen», meinte im Anschluss eine Frau voller Freude und spiegelt so die Meinung aller Anwesenden wider.
Melanie Köchli