Einigkeit in kühler Abendluft
02.07.2026 Suhren-/Rueder-/Uerkental, SchlossruedDie Schlossrueder Sommergmeind fand traditionsgemäss openair auf dem angenehm schattigen Schulhausplatz statt. Von den 638 Stimmberechtigten waren 54 anwesend. Gemeindeammann Martin Goldenberger führte zügig durch die Traktanden. Erst beim Traktandum 6 kam er bei der ...
Die Schlossrueder Sommergmeind fand traditionsgemäss openair auf dem angenehm schattigen Schulhausplatz statt. Von den 638 Stimmberechtigten waren 54 anwesend. Gemeindeammann Martin Goldenberger führte zügig durch die Traktanden. Erst beim Traktandum 6 kam er bei der Diskussion um zwei Wörter leicht ins Stocken.
Trotz grosser Hitze fanden sich am Freitagabend 54 von 638 Stimmberechtigten auf dem Schulhausplatz Schlossrued zur Sommergmeind ein und wurden auch gleich mit einer eisgekühlten Flasche Mineralwasser «bewässert». Auch wenn die Rechnung 2025 alles andere als positiv abschloss und einen Aufwandüberschuss von 378’159 Franken aufweist – Sparen ist weiterhin angesagt – wurde sie diskussionslos genehmigt. Der Präsident der Finanzkommission, Michael Seibert, stellte dem Finanzverwalter, Beat Hügi, ein ausgezeichnetes Zeugnis aus: «Er hat die Buchhaltung im Griff.»
Vizeammann André Windisch informierte über den Kreditantrag Sanierung Strasse Niederhofen in der Höhe von 150’000 Franken. Gemäss dem früheren Bauamtschef, Willy Lüscher, wurde diese vor mehr als 30 Jahren letztmals instand gestellt, damals für 50’000 Franken.
Erfreuliches war bei der Kreditabrechnung für die Sanierung bzw. Ersatz Heizung Schul- und Gemeindehaus zu vernehmen. Der Kreditantrag in der Höhe von 400’000 Franken wurde um 175‘620 Franken unterschritten, dank der fachkompetenten Beratung durch Daniel Zünd aus Safenwil. Die eingeplante Reserve von 45’740 Franken musste nicht angetastet werden.
Teilrevision gab zu reden
Beim letzten Traktandum ging es um die Teilrevision des Bestattungs- und Friedhofsreglements. Beatrice Neeser wies auf die wesentlichen Ergänzungen hin. Beim Tarif B wurden zwei Wörter beanstandet: Ruedi Steiner beantragte, dass im Satz «Den Angehörigen von verstorbenen Personen «können» in den ersten 5 Jahren nach dem Wegzug ins Alters- und Pflegeheim 50 Prozent der Todesfallkosten nach Tarif B erlassen werden, sofern sie von Schlossrued ins Alters- und Pflegeheim weggezogen sind. Das Wort «können» soll durch «werden» ersetzt werden, sonst macht es den Anschein eines «Gummiartikels», der je nach Person so oder so angewendet werden kann. Michael Seibert stört sich am Wörtchen «langjährig» im Folgesatz «langjährig» in Schlossrued wohnhaft. Er beantragte, dass das «langjährig» durch «mindestens zehn Jahre» ersetzt wird, sonst scheint es auch da um eine «Ermessensfrage» zu gehen. Die nachfolgende Abstimmung machte allen etwas Kopfzerbrechen: Der Antrag des Gemeinderates musste zuerst verworfen werden, bevor auf die beiden Anträge eingegangen werden konnte. Es wurde ein ziemlich langes Prozedere um zwei Wörter, die jedoch schliesslich Klarheit und Transparenz brachten.
Varia
Zur Beantwortung der Anfrage von Liliane Kohler betreffend Nachtabschaltung Strassenbeleuchtung, hat der Gemeinderat die Stromersparnis eruiert. Diese beträgt immerhin 800 Franken pro Jahr, neben den anderen positiven Aspekten, unter anderem der Lichtverschmutzung. Die Anfrage von Ulrich Sommerhalder über den Nutzen der Solaranlage Schul- und Gemeindehaus wurde wie folgt beantwortet: Der Ertrag pro Jahr beläuft sich auf 1168 Franken.
Monika Hugentobler konnte zur Bau- und Nutzungsordnung noch nicht viel sagen als «mer sind dra». Das Thema «Auszonung» ist noch immer aktuell. Der Gemeinderat versucht möglichst weniger auszuzonen als der Kanton möchte. Im Übrigen wird eine Harmonisierung mit der Bauverwaltung Schöftland angestrebt.
Schliesslich informierte Martin Goldenberger über die Randstundenbetreuung, die im Rahmen einer Neuorganisation des Mittagstisches eingeführt wird. Diese wäre allerdings kostenpflichtig, sieben Franken pro Stunde.
Die 1.-Augustfeier findet, gemeinsam mit Schmiedrued, in Schmiedrued statt, über die Mittagszeit. Dieses Jahr feiert Schlossrued das 975-jährige Bestehen. Martin Goldenberger konnte Urs Müller diesbezüglich beruhigen, dass kein grosses Fest geplant ist, jedoch ein kleinerer Anlass nur für Schlossrueder Einwohner.
Verabschiedung und Würdigungen
Verabschiedet wurde Marianne Goldenberger, Hirschthal, als Aufgabenhilfe. Diese, so der Gemeindeammann, empfinde er als sehr wichtig. Hätte es das zu seiner Schulzeit schon gegeben, hätte er sie bestimmt beansprucht. Marianne Goldenberger war seit dem 1. August 2022 für Schlossrued tätig. Ihre Nachfolgerin ist Rebekka Widmer-Wunderli, sie trat per 16. Februar ein.
Gotthold Müller, Mitarbeiter Winterdienst, ist seit 55 Jahren in diesem Amt, und wenn es die Gesundheit erlaubt, werden vielleicht daraus sogar 60 Jahre, so der Gemeindeammann. Der Kommentar von Gotthold Müller: «es esch ned emmer eifach!» Der Brunnenmeister, Christian Tanner, hat vor fünf Jahren, am 1. April 2021, das Amt von seinem Vater übernommen.
Bei angenehmen Temperaturen verweilten die Teilnehmenden danach noch lange bei Wurst, Brot, Nussgipfel, genügend Tranksame und lockeren Gesprächen.
Frieda Steffen

