Originelle Tischdeko von Susanne Haus mit Notenblättern, den Tisch gedeckt zu Kaffee und Kuchen – die Landfrauen Bottenwil hatten dafür gesorgt – das war die Kulisse, die die über 65-Jährigen am 65+Nachmittag im reformierten Kirchgemeindehaus ...
Originelle Tischdeko von Susanne Haus mit Notenblättern, den Tisch gedeckt zu Kaffee und Kuchen – die Landfrauen Bottenwil hatten dafür gesorgt – das war die Kulisse, die die über 65-Jährigen am 65+Nachmittag im reformierten Kirchgemeindehaus Schöftland antrafen. Auf dem Programm stand «Mani Matter», erklärt von Andreas Aeschlimann.
90-jährig wäre Mani Matter im August geworden. Er fiel leider zwar bereits 1972, erst 36-jährig, einem tragischen Verkehrsunfall zum Opfer, aber seine Lieder sind aktueller denn je. Zu Gast war Andreas Aeschlimann, ein pensionierter Lehrer, der sich tief in die Geschichte von Mani Matter vertieft hat und sein Wissen, gepaart mit den eindrücklichsten Liedern, zum Besten gab. An Aktualität kaum zu übertreffen dürfte das Lied vom «Zündhölzli» sein, im Konjunktiv geschrieben, weil dieses Zündhölzli rechtzeitig ausgeblasen wurde. Nicht so in der heutigen Zeit, wo weit entfernt, hinter dem grossen Wasser, ein Zündholz angezündet wurde, das offenbar niemand mehr löschen kann, der Flächenbrand hat bereits die ganze Welt erfasst – leider nicht im Konkjunktiv.
Andreas Aeschlimann sparte dieses Lied bis fast zuletzt auf, denn er blickte vorher zurück auf die Anfänge einer aussergewöhnlichen Karriere. Sie begann am Radio Beromünster, als Mani Matter von Guido Schmetzer eingeladen wurde, in der beliebten Sendung «Kaleidophon» drei Lieder vorzutragen. Prompt erklangen dann auch «I ha en Uhr erfunde», «S’Lotti schielet» und «Am Samschtig z’Nacht». Aeschlimann beleuchtete verschiedene Lebensphasen Matters und präsentierte die dazu gehörenden Lieder, die zum Teil nie veröffentlicht wurden.
Lieder zum Schmunzeln
Pfarrerin Christine Bürk hiess den Interpreten willkommen und erinnerte sich an die Texte und Musik von Mani Matter, der tiefgründige Lieder zum Schmunzeln schrieb. «Heute würde der ‘Beobachter der Menschheit’ wahrscheinlich Lieder zum Älterwerden schreiben. Er hielt uns mit viel Humor den Spiegel vor. Das ist ein Geschenk des Alters, dass wir ab und zu über uns selber lächeln können. Die Lieder von Mani Matter öffnen Türen in unseren Herzen», so Christine Bürk.
Auch Andreas Aeschlimann machte sich Gedanken, was Mani Matter in der heutigen Zeit schreiben würde. So dichtete er zum Matter-Lied «Was isch es Sandwich ohni Fleisch» zu den drei Originalstrophen zwei weitere dazu und nimmt darin die Veganer und Vegetarier ins Visier.
Der diakonische Mitarbeiter, Marcel Hauri, sprach das Schlusswort, bevor die Landfrauen mit leckerem Kuchen, Zopf und Kaffee auffuhren. Andreas Aeschlimann setzte sich zu den Zuhörern, und es entwickelten sich weitere Gespräche – selbstverständlich zum Thema «Mani Matter».
Frieda Steffen