Bereits zum 66. Mal lud das regionale Akkordeonorchester Peter Frey aus Reinach im Saalbau zum Jahreskonzert ein. Ein spannend unterhaltender Abend begeisterte das Publikum, welches sich von romantischen Tönen mittragen liess und klatschend für die Stimmung sorgte. Durch den ...
Bereits zum 66. Mal lud das regionale Akkordeonorchester Peter Frey aus Reinach im Saalbau zum Jahreskonzert ein. Ein spannend unterhaltender Abend begeisterte das Publikum, welches sich von romantischen Tönen mittragen liess und klatschend für die Stimmung sorgte. Durch den Abend führte gewohnt charmant und gewürzt mit einer feinen Prise Humor Sabine Bachmann-Frey.
Mit einem beschwingten Empfang und dem Marsch «La Roca» (komponiert im Jahr 1960 von Peter Frey) begrüsste der Maestro zusammen mit den beiden Orchestern 1 und Avanti das zahlreich erschienene Publikum. Nach der Begrüssung durch die Präsidentin des Orchesters ging’s temporeich weiter. Das Orchester Avanti unter der Leitung von Claudia Stutz, das zwischendurch mit Musikschülern in Perkussion und Akkordeon verstärkt wurde, war sicher einer der Herzens-Höhepunkte des Abends. Die jungen Musikerinnen und Musiker bereicherten das Ensemble top motiviert, mit viel Taktgefühl und musikalischem Gespür. Mit dem Matrosenmarsch und einer Beguine aus dem Hause Peter Frey begeisterte das Orchester den Saal. Das Stück «First Waltz» von Peter A. Stricker wurde so romantisch leicht gespielt, als würde man in ein Kreidebild eines Strassenkünstlers eintauchen und sich drehend im Dreivierteltakt durch die Landschaft bewegen.
Mit «La Jalousie plus», einem Ensemble bestehend aus Akkordeon, verschiedenen Blasinstrumenten, Gesang, Jodel und Perkussion, entführten die acht Musiker das Publikum nach Südamerika. Gesang und Jodel, südamerikanische Klangfarben und schweizerische Volksmusik verschmolzen zu einem einzigartigen Klangerlebnis. Das Publikum war fasziniert und belohnte die Musiker mit kräftigem Applaus.
Eine Uraufführung von Peter Frey ist immer ein spannendes Erlebnis. Voller Vorfreude wartete man nach der Pause auf die Premiere des Stücks «Divertimento». Peter Freys Werk zeigte Unterhaltungsmusik auf gehobenem Niveau: leicht, tänzelnd und romantisch verspielt – der Name wurde zum Programm. Ein Stück, das hoffentlich noch oft gespielt wird.
Nicht nur Peter Frey dirigierte das Orchester 1. Der Innerschweizer Guido Niederberger übernahm für zwei Stücke den Dirigentenstock. Man spürte seine Leidenschaft zur Musik bereits beim ersten Takt. Souverän präzise und das Orchester mit feinen Nuancen unterstützend, führte er es durch Werke von Bobby Zaugg und Pasqual Marguino. Für das grosse Finale kehrte Peter Frey zurück ans Dirigentenpult und verabschiedete sich mit dem wunderschönen Walzer «Die Geheimnisse der Etsch» und dem Marsch «Flotter Abend». Der Saal antwortete mit begeistertem Applaus. Die spürbare Freude im Publikum zeigte einmal mehr, wie tief Musik verbindet und wie wunderbar es ist, solch feine Momente gemeinsam zu erleben.
Dominique Rubin