Ein himmlisches Chaos auf Erden
30.04.2026 PfeffikonAls Schutzengel ist man dafür da, das irdische Geschehen zu beobachten und seine Schutzbeauftragten vor Unheil zu bewahren. Doch was passiert, wenn ein Fehler unterläuft und damit die Leben mehrerer Personen aus den Fugen geraten? Genau mit dieser Thematik befasst sich das ...
Als Schutzengel ist man dafür da, das irdische Geschehen zu beobachten und seine Schutzbeauftragten vor Unheil zu bewahren. Doch was passiert, wenn ein Fehler unterläuft und damit die Leben mehrerer Personen aus den Fugen geraten? Genau mit dieser Thematik befasst sich das Theaterstück «Ängel uf Umwäge», welches die Theatergruppe Pfeffikon vergangene Woche aufführte.
Die Mehrzweckhalle wird dunkel und die Anspannung steigt. Vor grossem Publikum darf die Theatergruppe Pfeffikon derzeit zeigen, für was sie in den letzten Wochen und Monaten fleissig geprobt hat. Für viele der Anwesenden gehört der Besuch einer Aufführung fest in den Jahreskalender. «Am Mittwoch und am Freitag waren die Aufführungen schon im Voraus ausverkauft», erklärt Vorstandsmitglied Marco Sommerhalder. An den anderen beiden Tagen habe es nur noch wenige Plätze frei gehabt, doch diese werden garantiert an der Abendkasse verkauft, denn die Begeisterung des Publikums ist vor wie auch nach der Vorstellung gross.
Melanie Köchli
«Ängel uf Umwäge» ist eine Komödie von Claudia Gysel, die der Geschichte von Isabella Stammer folgt, deren Sohn Lukas vor kurzem tragisch verstorben ist. Seither ist sie lustlos und lebt vor sich hin, ohne grosse Freude zu verspüren. Auch das Leben ihres anderen Sohnes, Thomas Stammer, ist alles andere als rosig, denn die Ehe mit seiner herrischen Frau Susanne steht kurz vor dem Ende und seine grosse Liebe Viktoria kämpft mit ihren eigenen Problemen. Einzig die Anwesenheit von Dani Murer, einem Grufti-Mädchen auf Bewährung sorgt für etwas Abwechslung im eintönigen Alltag, doch auch mit ihr scheint nicht alles zu stimmen. Die beiden Schutzengel Abbigail und Traugott beobachten das Geschehen von ihrer Wolke 24 aus und versuchen irgendwie das Schicksal ins Lot zu bringen.
Ein heimlicher Star
Von Beginn des Theaters an mausern sich die beiden Schutzengel Abbigail (Daniela Dommen) und Traugott (Dominik Gruner) zu richtigen Publikumslieblingen. Die Wolke 24 ist immer sichtbar und selbst wenn die beiden Schutzengel die Handlung nur beobachten, so sorgen sie mit ihrer Mimik und ihren Gesten für beste Unterhaltung. Dabei bleiben sie für zwei Engel herrlich menschlich und regen sich gemeinsam mit dem Publikum über das Verhalten einzelner Akteure auf oder freuen sich, wenn etwas gelingt. Besonders der von Dominik Gruner verkörperte Traugott wird zum heimlichen Szenenstehler. Als neuer Schutzengel nervt er sich ab der Bürokratie im Himmel und über die Tatsache, dass er nicht direkt in das Geschehen auf der Erde eingreifen kann. Mit Daniela Dommen als Abbigail hat er die perfekte Szenenpartnerin, die gekonnt die schauspielerische Leistung von Gruner unterstreicht.
Für das Publikum bringt die Komödie viele Lacher. Kennen doch alle das Verlangen, jemanden «Was machst du eigentlich?!» zu fragen während die Person sich nicht traut, eine Entscheidung zu treffen. Doch gleichzeitig regt das Stück durch die Darbietungen zum Nachdenken an. Daniela Furrer verkörpert Isabella Stammer überzeugend und macht deutlich, wie wichtig es ist, Menschen in einer schweren Zeit nicht allein zu lassen. Und auch Patrik Hofmann als Thomas Stammer zeigt, dass immer nur «Ja» sagen nicht gesund sein kann. Seine Emanzipierung am Ende des Stücks zeigt, dass es sich lohnt, für das zu kämpfen, was man möchte.
Dass auch die anderen Schauspielerinnen und Schauspieler überzeugen, bezeugt das Publikum am Ende des Theaterstücks durch kräftigen Applaus. Die Regisseurin Lina Estermann freut diese Anerkennung ihrer Arbeit. Gemeinsam mit der Besetzung verneigt sie sich abermals vor dem Anwesenden. Der Stolz über die gelungene Aufführung und die Freude an ihrem Hobby ist allen auf der Bühne klar anzusehen.
Glückliches Publikum
«Die Zeit ist schnell vorbei gegangen», sagt eine Besucherin beim Verlassen des Saals. «Ein Zeichen, wie gut es war», pflichtet ihr ein Mann bei. Eine andere Frau meint, dass sie am liebsten gleich noch einmal eine Vorstellung besuchen möchte. Und wer weiss, vielleicht ergatterte sie sich eines der wenigen Tickets, die es noch hatte. Mit der Nachmittagsvorstellung am Sonntag sind die Vorstellungen schon wieder vorbei.
Für alle, die das himmlisch lustige Theater in diesem Jahr verpasst haben: Im nächsten Jahr plant die Theatergruppe Pfeffikon das Publikum erneut in seinen Bann zu ziehen. Während das Theaterstück noch geheim ist, so sind die Daten bereits bekannt und können im Kalender eingetragen werden: Vom 21. bis 25. April 2027 wird die Mehrzweckhalle erneut zur Bühne für hervorragende schauspielerische Leistungen.








