Am Freitag geht es für den FC Aarau einmal mehr um alles. Mit einem Sieg gegen Yverdon Sport kann sich der FC Aarau selber in die Super League hieven. Der Aufstieg könnte für die ganze Region eine positive Wirkung haben.
Im Brügglifeld hat man sich ...
Am Freitag geht es für den FC Aarau einmal mehr um alles. Mit einem Sieg gegen Yverdon Sport kann sich der FC Aarau selber in die Super League hieven. Der Aufstieg könnte für die ganze Region eine positive Wirkung haben.
Im Brügglifeld hat man sich längst daran gewöhnt, dass man trotz ausgezeichneter Ausgangslage das grosse Ziel dann doch nicht erreicht. 2019 und 2025 in der Barrage, 2022 und 2023 fehlten in den letzten Runden die Resultate. Und trotzdem bewegten sich am letzten Montag gegen 2500 Aargauer nach Vaduz, um ihren Verein zu unterstützen. Wieder hat man es in den eigenen Füssen aufzusteigen, die Begeisterung kennt keine Grenzen.
Alleine wegen dieser Unnachgiebigkeit – in dieser Saison pilgerten pro Spiel über 6000 Zuschauer ins Brügglifeld – hätte der FC Aarau den Aufstieg verdient. Am kommenden Freitag kann er das bewerkstelligen, mit einem Sieg gegen Yverdon Sport (20.15 Uhr, live auf «blue sport»).
Das Wynental ist im Brügglifeld gut vertreten
Doch was bringt ein Aufstieg des FC Aarau für die Regionen? Im sportlichen Bereich sei es wichtig, in der Region einen Profiklub zu haben, «bei dem man als Junior des FC Gränichen oder des FC Gontenschwil einmal spielen will», sagte Luigi Ponte, Präsident des Aargauer Fussbalverbands vor einem Jahr, als der FC Aarau ebenfalls um den Aufstieg spielte. Dies verhindere, dass Talente nach Zürich, Bern, Luzern oder Basel abwandern, um sich weiterzuentwickeln. Ein Club in der Super League hat natürlich die grössere Strahlkraft als die biedere Challenge League, in 7 von 10 denen Clubs nur ein paar hundert Zuschauer anlocken.
Die Bevölkerung zieht mit
Fussballbegeisterung in Aarau löst aber auch in der ganzen Region Begeisterung aus. In einer schon etwas älteren Erhebung, die aber heute ähnlich ausfallen dürfte, zeigte sich ein interessantes Bild: Die meisten Besitzer einer Aarauer Saisonkarte kommen nicht aus der Stadt Aarau, sondern aus den benachbarten Regionen. Besonders stark vertreten sind das Suhrental, das Wynental und die Region Schönenwerd. Wirft man einen Blick auf die Mitgliederliste der Sponsorengruppen oder blättert man die Matchzeitung durch, erkennt man neben Aarauer Formen auch sehr viele Sponsoren mit Wynentaler und Suhrentaler Wurzeln.
Wenn also der FC Aarau bereits am Freitag, oder spätestens via Barrage, die Super League erreicht, ist das auch für die Regionen eine gute Sache. Trotz der Tiefschläge der letzten Jahre, darf der FC Aarau dieses Jahr sehr zuversichtlich sein. Noch einmal wurden die Strukturen rund um den Club professioneller und dem Sportchef Elsad Zverotic ist es gelungen, nicht nur gute Einzelkämpfer zu verpflichen, sondern Spieler, welche die Fähigkeit haben, sich in ein Team zu integrieren, sich mit dem Club zu identifizieren und Freundschaften pflegen. Seit dem 3:1-Sieg in Neuenburg ist dieser Zusammenhalt auch beim Torjubel zu beobachten: Man klatscht nicht nur freundlich ab, die Freude ist emotionaler, bewusster und ehrlicher geworden. Einer der das erkannt hat ist Sandro Burki. Der Geschäftsleiter bleibt trotz lukrativem Angebot aus Basel bei Aarau.
Und eben weil man sich im Brügglifeld längst daran gewöhnt hat, dass man trotz ausgezeichneter Ausgangslage das grosse Ziel dann doch nicht erreicht, wird gan anders wahrgenommen, was gerade passiert. Wer die Freude unter den 2500 FCA-Fans in Vaduz gesehen hat, weiss, was gemeint ist. Keine Aggressionen, keine Zerstörung, keine Gewalt. Die Freude ist emotionaler, bewusster und ehrlicher geworden. Und deshalb wäre es nun an der Zeit, den Bann des Scheiterns zu brechen und der Region ein bisschen mehr Super League zu gönnen, weil alle davon profitieren können.
Remo Conoci