Suhr Aarau entscheidet die Belle der Best-of-five-Serie mit 34:32 für sich und schafft damit den Ligaerhalt aus eigener Kraft. Doch nach der nervenaufreibenden Partie jubeln auch die Gegner aus Stäfa.
Im Gegensatz zu den vorangegangenen Partien entwickelte sich ...
Suhr Aarau entscheidet die Belle der Best-of-five-Serie mit 34:32 für sich und schafft damit den Ligaerhalt aus eigener Kraft. Doch nach der nervenaufreibenden Partie jubeln auch die Gegner aus Stäfa.
Im Gegensatz zu den vorangegangenen Partien entwickelte sich im fünften Spiel in der Aarauer Schachenhalle vor 1135 Zuschauern eine Begegnung auf erfreulich hohem Niveau. Nicht einen einzigen technischen Fehler musste sich der HSC in der ersten Halbzeit notieren lassen. Als Lohn dafür ging er mit einer 14:12-Führung in die Pause.
Aber die Stäfner liessen sich nicht beirren. Angetrieben vom eigenen grossen Anhang hatten sie den Halbzeit-Rückstand innert gut 4 Minuten wettgemacht, gingen gar wenige Sekunden später wieder in Front. Über längere Zeit legte Stäfa nun vor, Suhr Aarau glich aus. Erst in der Schlussviertelstunde wechselte der Vorteil wieder zum Heimteam. Dies, weil man sich trotz einiger Strafen nicht aus dem Konzept bringen liess, weil Knezevic, Popovski, Voelkin und Sarlos nun zur Höchstform aufliefen und 15 der letzten 16 HSC-Tore erzielten, und weil «Iceman» Nikos Sarlos absolut cool blieb und auch aus 7 Metern zuverlässig traf. Insgesamt 10 Tore, 7 mittels Penalty, standen am Schluss in seiner Statistik. Damit wurde der Topskorer bei seinem letzten Auftritt im Dress des HSC noch einmal als Best Player ausgezeichnet. «Die Unterstützung von den Rängen, die legendäre Schachenhalle-Atmosphäre, ich glaube, die hat heute und in der ganzen kräftezehrenden Playout-Serie den Unterschied ausgemacht.» Für ihn endet das Kapitel HSC Suhr Aarau, er wird sich auf die neue Saison hin dem Ligaprimus Kadetten Schaffhausen anschliessen. «Zuerst wird aber mit den Jungs gefeiert, wir haben in dieser Situation etwas Unglaubliches geschafft», sagte der 21-Jährige.
Zuerst Tränen, danach Freude
Stäfa kämpfte bis zum bitteren Schluss, und so endete auch die Belle mit einem knappen 34:32. Grenzenlose Freude beim Heimteam und seinen Anhängern, Tränen und Enttäuschung bei den Gelb-Schwarzen. Doch auch Stäfa liess sich von seinen Fans feiern. Und bald griffen die vom Harz gereinigten Hände nach jedem verfügbaren Handy, um die Liveticker der NLB-Partien zu checken. Dort lief alles nach dem Gusto der Stäfner: Sowohl Baden-Endingen wie auch der TV Möhlin schafften in der letzten Runde den Sprung in die Top Vier nicht mehr. Damit ist kein aufstiegsberechtigtes Team unter den ersten Plätzen der NLB-Tabelle. Kein Aufsteiger – ergo bleibt auch in der höchsten Liga alles beim Alten. So fiel der Vorhang dieser emotionalen Playoff-Serie zwar dramatisch, aber schliesslich doch mit einer Pointe. Und irgendwo in der feiernden Menge stand Interimstrainer Urs Mühlethaler. Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen nahm der erfahrene Erfolgscoach die Gratulationen zu einer seiner verwegensten Inszenierungen entgegen.
Roland Marti