Viele Ansprachen an den diesjährigen Bundesfeiern befassten sich mit der priviligierten Situation der Schweiz, nicht in einen kriegerischen Konflikt verwickelt zu sein. In Oberkulm setzte Festrednerin Karin Faes entsprechend die Gemeinschaft in den Fokus, die den Kern für ein ...
Viele Ansprachen an den diesjährigen Bundesfeiern befassten sich mit der priviligierten Situation der Schweiz, nicht in einen kriegerischen Konflikt verwickelt zu sein. In Oberkulm setzte Festrednerin Karin Faes entsprechend die Gemeinschaft in den Fokus, die den Kern für ein gutes Miteinander bildet.
Ein Willkommensgruss von Gemeinderat Michael Maurer, eine Ansprache von Karin Faes, schöne Musik und feines Essen: Die Zutaten für die Bundesfeier mündeten auch an der diesjährigen Oberkulmer Bundesfeier in einem bunten Strauss der Geselligkeit. «Ein Dankeschön an Sie, liebe Oberkulmerinnen und Oberkulmer, dass Sie sich immmer wieder im Dorf einbringen, die verschiedenen Anlässe besuchen und so immer wieder neues Leben einhauchen». Gemeinderat Michael Maurer richtete seine mit Dank verbundenen Worte auch an die mitorganisierende Gemeindekanzlei, an die Küchenteams des Judo Clubs Arashi Kulm und des Samaritervereins Kulm, und er freute sich über das Engagement der Musikgesellschaft Oberkulm und dem «Echo vom Sood», die in zwei Teilen für die musikalische Begleitung besorgt waren.
«Hört nicht damit auf»
Für die Festrede konnte die Präsidentin des Regionalplanungsverbands «aargauSüd regio» gewonnen werden. Karin Faes stellte ebenfalls die Gemeinschaft ins Zentrum ihrer Rede. «Wenn wir uns hier im Dorf treffen, dann scheint die grosse weite Welt etwas weit weg zu sein. Und das tut uns auch gut, weil wir uns hier auf unsere Werte besinnen können.» Zu oft würde der Mensch erst dann schätzen, was er hat, wenn es nicht mehr da ist, fuhr die Unternehmerin fort. Sie erzählte von ihrem Aufenthalt in Pakrac, im damaligen Jugoslawien. Der Besuch liegt schon 30 Jahre zurück, habe sie aber bis heute geprägt. «In diesem 4000-Seelen Dorf verlief die Demarkationslinie zwischen der serbischen und der kroatischen Bevölkerung, die zuvor in Frieden zusammengelebt haben». Mit anderen Freiwilligen hätte sie Schutt weggeräumt und Aktivitäten für Kinder durchgeführt, einfache Dinge, um die Gemeinschaft wenigstens minimal zu erhalten. «Was mich bis heute bewegt, ist die Erkenntnis, wie schnell Selbstverständliches wie Heimat, Freiheit, Meinungsfreiheit und politische Mitwirkung verloren gehen können.» In Pakrac sei ihr bewusst geworden, welches Glück wir in der Schweiz haben, in einem friedlichen Land leben zu dürfen.
Karin Faes stellte fest, dass die Verantwortung, Sorge zu unserem Land zu tragen, nicht erst im Bundeshaus in Bern anfange, «sondern hier bei uns in der Turnhalle, in den Vereinen, in der Familie und mit den Nachbarn, überall da, wo Menschen füreinander einstehen. Wir helfen einander, das ist unsere Selbstverständlichkeit.» Dieses Wissen weiter zu geben sei unheimlich wertvoll, sagte Karin Faes abschliessend, und forderte die Zuhörenden auf: «hört nicht damit auf.» Auch als Vertreterin der Regionalplanung werde sie einen Beitrag leisten und Entscheidungen herbeiführen, die nahe an den lokalen Bedürfnissen, an den Menschen sind.
Mit Schweizerpsalm und einem Konzert klang die Oberkulmer Bundesfeier auch musikalisch in wohltuenden Klängen aus.
Remo Conoci