40 Kilogramm Weisskohl aus der Biolandwirtschaft vom «Mattenhof» warteten auf ihre-Verarbeitung. Sogar leichter Nieselregen konnte dem Chabishoblete-Anlass am Dorfmuseum Kölliken nichts anhaben.
Rund 30 Weisskohlliebhaber krempelten die Ärmel hoch, ...
40 Kilogramm Weisskohl aus der Biolandwirtschaft vom «Mattenhof» warteten auf ihre-Verarbeitung. Sogar leichter Nieselregen konnte dem Chabishoblete-Anlass am Dorfmuseum Kölliken nichts anhaben.
Rund 30 Weisskohlliebhaber krempelten die Ärmel hoch, entfernten den Stumpf vom ausgewählten Kohlkopf und halbierten ihn mit einem Küchenmesser. Gehobelt wurde auf einer antiken Hobelvorrichtung mit scharfen Messern – Verbandsmaterial kam nicht zur Anwendung. Das Gehobelte vermischten Aspiranten wie erfahrene «Krautproduzenten» mit Salz und je nach Geschmacksrichtung mit Wacholderbeeren bis sich Saft bildete. Das gewalkte Kraut kam in bereitstehende Gläser, mit Kohlblättern und dem herausgestochenen Stumpf abgedeckt.
Eine der ältesten Gemüsearten
Zirka sechs Wochen soll das Einmachgut in einem dunklen, kühlen Kellerraum lagern, damit die Milchsäuregärung sich entwickeln kann. Um gar schmackhaftes Sauerkraut zu erzeugen, muss der Gaumen einige Monate warten können. Alternativ bot Ruedi Lüthi «Herbsträben» zur Verarbeitung an. Bevor die Kartoffel vor mehreren hundert Jahren ihren Siegeszug auf europäischen Tellern landete, spielte diese zu den ältesten Gemüsearten zählende Rübensorte ernährungswissenschaftlich eine bedeutende Rolle für die Bevölkerung.
Rundum ein Plausch
Die «Chabishoblete» vor dem Kölliker Dorfmuseum ist vor allem ein «Showcase». Zufällig Vorbeikommende so auch eine Familie nach dem Einkauf beim benachbarten Detailhändler trieb die Neugier zum Strohdachhaus. Sogar ein junges Paar aus Indien hobelte und mischte kräftig mit. Während der Verarbeitung der Kohlköpfe und danach entwickelten sich interessante Gespräche, nicht nur über Kabis. Apfelmost aus der grossen Glasgallone vom Biohof, eine Tasse Kaffee, selbstgemachtes Gebäck oder Kölliker Brot mit Dattel-Curry-Dip sorgten für den perfekten Plausch. Organisatorin Heike Suter verteilte dazu das Rezept zur Herstellung vergorenen Krauts. Ab Dezember beginnt die Sanierung des strohbedeckten Hochstudhauses, dem Holzwurm geht es an den Kragen, voraussichtlicher Abschluss der Arbeiten ist April 2027.
Alfred Weigel