Die Auenwanderung mit Benefit
21.05.2026 ReinachAm Muttertag führte der Naturschutzverein BirdLife Reinach eine Auenwanderung von Aarau nach Rupperswil durch. Tönt erst einmal nicht spektakulär, aber es ging auch nicht nur ums Wandern, sondern um den Lebensraum Aue und deren Bewohner, welche die kleine Gruppe ...
Am Muttertag führte der Naturschutzverein BirdLife Reinach eine Auenwanderung von Aarau nach Rupperswil durch. Tönt erst einmal nicht spektakulär, aber es ging auch nicht nur ums Wandern, sondern um den Lebensraum Aue und deren Bewohner, welche die kleine Gruppe interessiert suchte.
(Eing.) Die Gruppe der Interessierten traf sich nach und nach im Zug nach Aarau. Die offizielle Begrüssung durch den Exkursionsleiter fand im Park der Kantonsschule Aarau statt. Er startete gleich mit den Grundlagen: Was ist Biodiversität? Wie steht es um sie in der Schweiz? Entgegen der landläufigen Meinung, die Schweiz sei in Sachen Naturschutz ein Musterknabe, steht die Tatsache, dass unser Land in fast allen Kategorien zu den Schlusslichtern in Europa gehört, sei es beim prozentualen Anteil der geschützten Fläche, sei es bei den bedrohten Arten. Für bessere Stimmung sorgten gleich danach die Alpen- und Mauersegler, die um die Gebäude der Kantonsschule pfeilten, wo sie auch ihre Nistplätze haben.
Ab in die Auen
Inzwischen war auch der Local eingetroffen, der der Gruppe spannende Sichtungen an der Aare versprochen hat, wohin man nun aufbrach. Im Summergrien gab es den Theorieteil zu den Auen. Sie leben von Hoch- und Niedrigwasser, werden regelmässig überschwemmt und sind ein Hotspot der Artenvielfalt. Nur wurden in den letzten 200 Jahren 90 Prozent davon zerstört. Das Aargauer Stimmvolk gab aber in den Neunzigerjahren Gegensteuer, indem es die Initiative für einen Auenschutzpark Aargau annahm, dieser ist in der Zwischenzeit weitgehend umgesetzt.
Nach so viel Theorie konzentrierte sich die Gruppe ab jetzt auf die Tiere, die die Auen bewohnen. Da war die Stockentenmama mit ihren 13 (!) Küken oder die Gänsesägermama mit neun Küken. Der Local versprach uns etwas Besonderes: Eine Brut des Mittelspechts, einem seltenen Specht, dessen Bestand allerdings zunimmt und inzwischen auch in Reinach vorkommt.
Und tatsächlich konnten die Interessierten die Vögel aus nächster Nähe bestaunen, was daran liegt, dass die Höhle ganz in der Nähe des Spazierweges liegt, es wurde also keinerlei Störung verursacht. Ein typischer Bewohner des Auenwaldes ist der gelbe Pirol mit seinem flötenden, exotischen Gesang, der aus den Baumwipfeln ertönte. Trotz intensiver Suche konnte ihn niemand finden.
Leuchtende Augen im Aarschächli
Weiter ging es der Aare entlang. Am gegenüberliegenden Ufer der Insel liessen drei Fuchswelpen, die ausgelassen spielten, die Herzen der Teilnehmenden höher schlagen. Bis zum Aarschächli war inzwischen einige Zeit vergangen, so viel Interessantes präsentierte sich auf der Wanderroute. Deshalb war man einer Pause nicht abgeneigt an diesem schönen Ort, zumal hier wieder die Hoffnung genährt wurde, einen Pirol zu sehen, da hier der Gesang erklang. Und tatsächlich, während die Gruppe sich stärkte, setzte sich dieser wunderschöne Vogel am gegenüberliegenden Ufer zuoberst auf eine Fichte und präsentierte sich den entzückten Beobachtern minutenlang. Als ob das nicht schon genug war, überflog die Vogelbeobachter ein Fischadler! Dieser seltene Vogel ist in der Schweiz nur auf dem Durchzug, als Brutvogel ist er ausgestorben, die Ursachen sind in den eingangs erwähnten Fakten zu suchen.
Nun war es nicht mehr weit bis Rupperswil, am Bahnhof endete die Exkursion nach fast sechs Stunden. Das ist lang für neun Kilometer Flachwandern, aber wenn man so viel Spannendes unterwegs sieht, vergeht die Zeit wie im Fluge.
Wer an einer Exkursion des Naturschutzvereins BirdLife Reinach dabei sein möchte, hat am 30. Mai die Gelegenheit dazu und muss nicht mal reisen. Manfred Lützow wird der Bevölkerung im Format «Reinach und Menziken bewegen sich gemeinsam» auf einem Dorfrundgang die Vögel Reinachs zeigen. Davon gibt es doch einige.


