Beeren: Süsse für den Sommer
13.08.2026 Region, Essen und TrinkenDer Sommer bringt wieder Farbe auf den Teller: Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren aus Schweizer Produktion füllen derzeit die Regale.
lid. Der Schweizer Obstverband (SOV) blickt optimistisch auf die diesjährige Strauchbeerenernte und rechnet ...
Der Sommer bringt wieder Farbe auf den Teller: Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren aus Schweizer Produktion füllen derzeit die Regale.
lid. Der Schweizer Obstverband (SOV) blickt optimistisch auf die diesjährige Strauchbeerenernte und rechnet insgesamt mit einer leicht höheren Menge als im Vorjahr 2025.
Brombeere
Brombeeren gehören, wie ihre Verwandten die Erd- und Himbeere, zu den Sammelsteinfrüchten: Jede kleine Traube der Frucht enthält einen winzigen Stein. Botanisch zählt die Brombeere damit nicht zu den klassischen Beeren, sondern setzt sich aus vielen einzelnen Steinfrüchtchen zusammen, die zu einer Sammelfrucht verwachsen sind. Der Name geht auf das althochdeutsche «brāmberi» zurück, das so viel wie Dornbeerenstrauch bedeutet, eine Anspielung auf die stacheligen Ranken, an denen die Früchte wachsen. Die Haupterntezeit beginnt Mitte Juli und dauert bis in den Oktober hinein. Reife Brombeeren erkennt man an ihrer tiefschwarzen, glänzenden Farbe; noch rote Früchte sind unreif und schmecken deutlich säuerlicher. In der Küche zeigt sich die Brombeere vielseitig als Konfitüre, Kompott, Likör oder im Kuchen.
Himbeere
Drei Viertel der kommerziell angebauten Himbeeren wachsen geschützt unter Folie, denn Nässe macht die empfindlichen Früchte anfällig für Schimmel und Fäulnis. Ein Sommergewitter kann trotzdem für einen Wachstumsschub sorgen, da kurzzeitige Feuchtigkeit und Wärme das Reifen begünstigen. Man unterscheidet zwischen Sommerund Herbsthimbeeren. Sommerhimbeeren wachsen im zweijährigen Trieb: Die Neutriebe werden für das zweite Jahr stehen gelassen, sodass bereits ab Juni geerntet werden kann. Bei Herbsthimbeeren dagegen schneidet man die Neutriebe nach der Ernte zurück, sodass im selben Jahr aus neuen Trieben nochmals Früchte entstehen. Das verschiebt ihre Erntezeit in den August und September und ist ein Grund, warum die zweite Ernte für den Anbau attraktiv ist, obwohl der Gesamtertrag geringer ausfällt als bei der Sommersorte. Neben der klassischen roten Sorte gibt es auch weisse, gelbe und schwarze Himbeeren, die sich vor allem im Gehalt an Anthocyanen unterscheiden, jenen Farbstoffen, die für die intensive rote beziehungsweise schwarze Färbung sorgen. Da Himbeeren oft schon ein bis zwei Tage nach der Ernte verderben, werden sie häufig zu Saft oder Konfitüre verarbeitet oder eingefroren. Geschmacklich harmonieren sie mit Erdbeeren, Johannisbeeren, Vanille, Zitronenmelisse und Salbei, aber auch mit Schokolade oder dunklen Beeren wie Brombeeren.
Heidelbeere
Ursprünglich wurde die Heidelbeere wild im Wald gesammelt, heute stammt sie fast ausschliesslich aus gezielter Zucht. Ihre Anbaufläche hat sich innert zehn Jahren verdreifacht, ein Resultat der steigenden Nachfrage. Der SOV rechnet in diesem Jahr mit einer Gesamternte von 923 Tonnen. Die Saison insgesamt reicht von Juni bis September.Gezüchtete und wilde Heidelbeeren lassen sich an Farbe und Grösse unterscheiden: Wildbeeren sind kleiner, haben blaues Fruchtfleisch, das beim Sammeln gern Flecken hinterlässt und schmecken intensiver und säuerlicher. Kultivierte Beeren sind grösser, milder, süsser und haben helles Fruchtfleisch. Ernährungstechnisch punktet die Heidelbeere mit Vitamin C, Eisen, Folsäure und Anthocyanen, denen eine antioxidative Wirkung zugeschrieben wird, bei gleichzeitig wenig Kalorien und viel Nahrungsfasern. In der Küche eignet sie sich für Konfitüre und Gelee ebenso wie für Smoothies, Müesli, Backwaren oder herzhafte Gerichte. Dank ihrer festen Schale lässt sie sich zudem gut einfrieren. Heidelbeeren sollte man erst kurz vor dem Verzehr waschen. Der feine weisse Reif auf der Schale ist eine natürliche Schutzschicht, die das Austrocknen verhindert; am besten lagert man sie daher trocken und ungewaschen im Kühlschrank.
Johannisbeere
Die Johannisbeere ist für ihren leicht säuerlichen Kick bekannt und stammt ursprünglich aus Mittel- und Osteuropa sowie Nordwestasien. Im 15. Jahrhundert begann man, die Wildbeere zu kultivieren und heute sind zahlreiche Sorten bekannt. Ihren Namen verdankt sie dem Johannistag, weil die ersten Sorten jeweils um den 24. Juni reif werden. Neben roten und weissen Johannisbeeren gibt es auch schwarze Sorten, die unter dem Namen Cassis bekannt sind. In der Schweiz sind rote Johannisbeeren am verbreitetsten, bleiben aber eher exklusiv. Die Saison ist mit Juli bis August kurz und die Beeren müssen reif gepflückt werden, da sich ihr Geschmack nach der Ernte, anders als etwa bei Äpfeln, nicht mehr weiterentwickelt. Johannisbeeren enthalten viel Vitamin C, Pektin, Fruchtsäure und Ballaststoffe. Die Fruchtsäure verleiht den «Meertrübeli», wie sie in der Mundart auch genannt werden, ihr herb-säuerliches Aroma. Sie ist ideal für feine Desserts, Kuchenbeläge, Gelee oder Sirup. Das enthaltene Pektin macht sie zudem zu einem natürlichen Geliermittel.
Stachelbeere
Die Stachelbeere stammt ursprünglich aus dem Himalayagebiet und wurde ab dem 14. oder 15. Jahrhundert vor allem in Klostergärten kultiviert. Ihre eigentliche Blütezeit erlebte sie im 18. und 19. Jahrhundert in England, wo innerhalb weniger Jahrzehnte über 400 Sorten gezüchtet wurden, bevor sie sich über ganz Europa verbreiteten. Heute wächst sie in nahezu allen gemässigten Klimazonen der Welt. Aus den gelbgrünen Blüten, die im April traubig aus den Blattachseln wachsen, entstehen mittelgrosse, runde Beeren in Farbtönen von Gelbgrün bis Rot. Die Pflanze ist ertragreich, selbstbestäubend und trägt ihren Namen wegen der kleinen Dornen an den Trieben. Sie gilt als robust, ist mehltauresistent und winterhart, wobei die frühe Blüte vor Spätfrösten geschützt werden sollte. Zudem dient sie Vögeln als Nahrungsquelle und eignet sich gut für Wild- oder Fruchthecken. Reife Stachelbeeren halten sich im Kühlschrank rund eine Woche. Reif geerntet weisen sie, nach Tafeltrauben, den höchsten Zuckergehalt aller heimischen Beeren auf, kombiniert mit Wein-, Apfel- und Zitronensäure, die für den angenehmen Geschmack sorgen und die Verdauung fördern. Dank ihres Pektingehalts eignen sie sich für Konfitüren und Gelees, machen aber auch als Belag auf Kuchen und Torten eine gute Figur. In England wird aus ihnen sogar Wein hergestellt. Eine Braunfärbung beim Verarbeiten ist rein optisch und beeinträchtigt weder Geschmack noch Haltbarkeit. Bemerkenswert ist zudem ihr hoher Siliziumgehalt, der höchste aller heimischen Beeren. Der Körper braucht Silizium für den Aufbau fester, stabiler Gefässe.

