Alva Maurers Favorit ist die Badi Böju
02.04.2026 Seetal, Beinwil am SeeDer neue Schweizer Film «Plitsch Platsch Forever!» von Natascha Beller kommt Mitte April in die Kinos Die 11-jährige Schauspielerin Alva Maurer aus Beinwil am See spielt eine Hauptrolle in diesem Kinderund Familienfilm.
Der Film, produziert von der ...
Der neue Schweizer Film «Plitsch Platsch Forever!» von Natascha Beller kommt Mitte April in die Kinos Die 11-jährige Schauspielerin Alva Maurer aus Beinwil am See spielt eine Hauptrolle in diesem Kinderund Familienfilm.
Der Film, produziert von der Schweizer Filmproduzentin Catpics/ Sarah Born, erzählt die Geschichte der elfjährigen Pola. Als ihr geliebtes Freibad – von den Kindern «Plitsch Platsch» genannt – aus Spargründen geschlossen werden soll, gerät ihre Welt aus den Fugen. Gleichzeitig muss Pola verkraften, dass ihre beste Freundin ins Ausland zieht. Gemeinsam mit ihrer neuen Mitschülerin Rosalie (Alva Maurer) stellt sich Pola gegen die Schliessung des Freibads und mobilisiert die Kinder der Stadt. Dabei geht es nicht nur um den Erhalt eines Treffpunkts, sondern auch um Freundschaft, Veränderung und das Erwachsenwerden. Regie führte die bekannte Schweizer Regisseurin Natascha Beller. Der Film verbindet ein sommerliches Abenteuer mit Themen, die viele Kinder und Familien ansprechen.
Von Roland Marti
Das Wynentaler Blatt hat kurz vor dem Kinostart mit der talentierten Alva Maurer gesprochen. Mit am Tisch sass Alvas Vater Bruno Maurer.
In wenigen Tagen, am 16. April, feiert «Plitsch Platsch Forever!» seine Kinopremiere. Wie geht’s dir, wenn du das hörst?
Alva Maurer: Also, ich habe den Film schon mal gesehen. Wir waren mit dem Team kürzlich in Malmö, dort hatte ich meine Ur-Premiere. Es waren einige Leute von der Filmcrew dabei. Und mein Vater ist da mitgekommen und konnte den Film auch schon sehen.
Also keine Spur von Nervosität?
Alva: Nein, nervös bin ich nicht. Aber ich freue mich sehr, dass meine Kolleginnen und der Rest meiner Familie den Film jetzt dann auch sehen können. Ich bin gespannt zu erfahren, was sie davon halten.
Dann war es am Event in Malmö also das erste Mal, dass du den ganzen Film gesehen hast. Hast du denn vorher schon mal Ausschnitte gesehen?
Alva: Ja, wir gingen in ein Tonstudio zum Vertonen, und dort haben wir natürlich auch schon einzelne Szenen gesehen. Und als der Film fertig war, haben wir uns getroffen und das gefeiert. Dort hat man uns dann auch schon einen kurzen Teaser gezeigt.
Wie war das für dich, als du dich zum ersten Mal auf der Leinwand sehen konntest?
Alva: Es ist ein bisschen komisch, wenn man sich selber sieht. Und ich finde, die Stimme hört sich auch manchmal ein wenig lustig an. Ich habe natürlich nicht nur mich gesehen, sondern auch meine Filmfigur Rosalie. Ja, es war eigentlich schon cool, mich so zu sehen.
Wie feiert die Crew von «Plitsch Platsch Forever!» die Premiere?
Alva: Wir haben uns schon mal getroffen, sind gemeinsam essen gegangen und haben den Abschluss der Arbeiten gefeiert.
Sind rund um den Kinostart Events geplant, bei denen du dabei bist?
Alva: Ja, am 11. April ist die allererste Vorpremiere in Zürich – vor Schweizer Publikum. Dort wird die ganze Crew dabei sein. Es wird sicher etwas zu essen geben und wir werden auf den neuen Film anstossen.
Natürlich, so ein Ereignis muss gefeiert werden! Aber sag mal, wie bist du eigentlich zu deiner Rolle gekommen?
Alva: Also mein Vater folgt der Regisseurin Natascha Beller auf Instagram. Dort hat er gelesen, dass sie ein Casting organisiert. Dann hat er meine zwei Schwestern und mich gefragt, ob
«Als es am Ende des Castings hiess «ok, du bist im Film als Rosalie dabei», da habe ich mich mega gefreut!»
wir uns bewerben wollen. Ich dachte mir: «Wieso nicht? Ich kann mich ja mal bewerben.» Beim Casting gab es mehrere Runden. Zuerst brauchte man einfach ein Foto – dann ein Bewerbungsvideo, auf dem man erzählte, wie man heisst und wie alt man ist. Und ob man schon mal in einem Film mitgespielt hat. In der nächsten Runde erhielt man einen Text – einen Dialog. Ich musste meinen Teil auswendig vortragen und mein Vater hat die andere Rolle vorgelesen. Davon machten wir ein Video. In der dritten Runde fuhren wir hin, da waren zwei Leute von der Casting-Agentur und die Regisseurin. Hier musste ich wieder einen vorbereiteten Text vortragen. Und zuletzt musste das Team schauen, wer mit wem zusammenpasst.
So bin ich Runde um Runde weitergekommen. Das war schon krass. Und als es dann hiess «ok, du bist im Film als Rosalie dabei», da habe ich mich mega gefreut!
Hattest du denn davor schon Schauspiel-Erfahrung?
Alva: Ich gehe ich in den Theaterkoffer. Das ist ein Angebot von unserer Schule hier in Böju für Kinder von der vierten bis zur sechsten Klasse. Ich bin jetzt in der fünften Klasse. Dort lernt man, Theater zu spielen. Das ist natürlich nicht das Gleiche wie Schauspielern im Film. Im Theater spielt man etwas übertriebener, aber es hat auch damit zu tun.
Ihr habt in den Sommerferien 2025 gedreht. Wie muss man sich das Leben als Schauspielerin bei so einer Produktion vorstellen?
Alva: Das hing etwas davon ab, wann gedreht wurde. Meist war es so, dass mich jemand von der Crew zuhause abgeholt hat.
Bruno Maurer: Manchmal habe ich dich auch hingefahren. Ich habe meine zwei Wochen Ferien sozusagen als dein Privatchauffeur verbracht. Der andere Teil der Familie war in dieser Zeit wirklich in den Ferien.
Alva: Genau. Und als wir am Drehort ankamen, ging es meist gleich ins Kostüm. Die haben mir die Kleider angelegt und zurechtgezupft. Und die Schuhe. Dann gings in die Maske, man liess sich die Frisur machen und schminken. Wenn man zum Beispiel eine Wunde hatte, wurde diese überschminkt. Danach war meist Zeit fürs Zmittag. Wir assen alle zusammen und haben geredet.
Bruno Maurer: Und ihr musstet ein Lätzchen anziehen.
Alva: Stimmt, damit die Kostüme nicht verschmutzt wurden. Wir hatten ja nicht so viele Ersatzkleider, ich glaube nur immer zwei. Denn wenn du eine Szene drehst und in der einen Einstellung ist ein Fleck zu sehen, in der anderen nicht, dann ist das komisch.
Nach dem Essen ist man meist noch ein wenig üben gegangen. Es gab einen Kindercoach, mit dem hat man die folgenden Szenen dann angeguckt. Er hat uns Tipps gegeben und so. Danach haben alle zusammen, also die ganze Crew, eine Probe gemacht. Die Kamera lief da noch nicht, aber es war alles so, als ob man am Filmen gewesen wäre.
«Die Kostümbildner und die Maske haben immer wieder an einem gezupft und gearbeitet.»
Die Regisseurin hat uns dann Tipps gegeben: «Du kannst das vielleicht noch ein bisschen anders machen», oder «Dort noch einen Schritt zurück gehen» und so. Dann hat man alles zusammen angeguckt und besprochen, und erst wenn alles klar war, hat man angefangen zu filmen. Und dann hat es natürlich ganz viele verschiedene Takes gegeben. Es kam vor, dass im Hintergrund ein Flugzeug durchflog oder irgendwo fuhr noch einer mit dem Auto vorbei. Das sind halt so Geräusche, die einfach stören. Es ging also lange, aber es war mega cool.
Welche Szene musstet ihr am öftesten drehen?
Alva: (überlegt kurz) Das war die Szene vor dem Rathaus, in der Pola (Alvas Filmpartnerin Neah Hefti, Anm. der Redaktion) und ich mit der Stadträtin sprechen. Rosalie hatte da ein paar recht komplizierte Sätze, weil sie ja so ein intelligentes Mädchen ist. Da hab ich mich schon gefragt, wie ich diese Sätze schaffen soll und mich dann auch wirklich mehrmals versprochen. Diese Szene mussten wir sicher 15- bis 20-mal durchmachen. Und dann musste natürlich immer alles kontrolliert werden. Sitzen die Kostüme noch? Habe ich plötzlich ein Haar im Gesicht, das vorher noch nicht da war? So haben die Kostümbildner und die Maske immer wieder an einem gezupft und gearbeitet. Jede und jeder im Team hatte seine Aufgabe. Es braucht wirklich jeden.
Wie lange dauerten die Dreharbeiten?
Alva: Das waren etwa sieben, acht Wochen. Danach ging es – nach ein paar wenigen Frei-Tagen wieder in die Schule. Meinen Start in der 5. Klasse erlebte ich etwas später als meine Schulkolleginnen. Die kannten den ganzen Ablauf und die neue Lehrerin schon. Aber ich habe mich dann schnell wieder gut eingelebt.
Was haben deine Schulgspänli von dir erfahren, als du zurück in der Schule warst? Durftest du überhaupt etwas vom Film verraten?
Alva: Ja, die Lehrerin hat mich vor der Klasse ein paar Sachen gefragt – so musste ich nicht alles mehrfach erzählen. Meine Kolleginnen wollten natürlich alles noch etwas genauer wissen, zum Beispiel über den Tagesablauf. Aber auch ihnen habe ich nicht alles über den Film erzählt. Das wär ja blöd gewesen. Sie wollen ja dann auch noch den Film sehen und wüssten dann schon zu genau, worum es geht.
Was hat dich am meisten beeindruckt?
Alva: Das Thema finde ich stark. Es geht um Demokratie, darum, dass man alles erreichen kann, wenn man sich getraut zu sagen, was man will und genügend Leute findet, die gleicher Meinung sind.
Was hat dir am besten gefallen?
Alva: Die Rosalie hält einen Vortrag, einen Biologie-Vortrag über ein Biobad. Das ist meine Lieblingsszene, denn die war recht lustig. Rosalie wird da voll zur «Frau Professor».
Wieviel Alva steckt in «Rosalie»?
Alva: Hm, also ich würde sagen, die Rosalie ist mehr Rosalie als Alva. Aber es ist natürlich wichtig, dass ich mich selber auch noch ein bisschen bin.
In «Plitsch Platsch Forever!» geht’s um eine Badi. Welches ist im «echten Leben» deine Lieblingsbadi?
Alva: Natürlich die Badi Böju! Tatsächlich geht’s im Film um ein Freibad, ich wusste aber am Anfang gar nicht, was ein Freibad ist. Wir haben hier den See, und ich dachte immer, es gebe sonst nur noch Hallenbäder.
Bruno Maurer: Stimmt, wir waren ja mit euch immer am See!
Alva: Ja, aber das finde ich cool. Der See ist mega toll.
«Das Thema finde ich stark. Es geht um Demokratie, darum, dass man alles erreichen kann.»
Wie hast du dich mit Neah Hefti, der Darstellerin von «Pola» verstanden? Habt ihr noch Kontakt?
Alva: Wir haben uns schon beim Casting kennengelernt, und ich habe einfach gedacht: «Das wäre cool, wenn sie die Pola wäre.» Die anderen im Casting waren aber auch mega cool. Aber mit ihr habe ich mich von Anfang an sehr gut verstanden. Neah wohnt halt in Zürich. Im Moment sehen wir uns einfach bei den Terminen. Da ich noch kein Handy habe, können wir nicht einfach anrufen oder uns schreiben. Ich weiss einfach, dass ich mich immer an sie erinnern werde. Und auch ans ganze Team, denn das war wirklich super.
Wie geht’s nach «Plitsch Platsch Forever!» weiter mit deiner Schauspiel-Karriere? Ist das überhaupt ein Thema, oder wie sehen deine Berufswünsche aus?
Alva: Also, ich möchte Schauspielerin werden – im Moment, aber das kann sich natürlich noch alles ändern. Ich werde mich für weitere Castings bewerben. Mit der Erfahrung, die ich jetzt gesammelt habe, habe ich vielleicht etwas bessere Chancen, aber es ist natürlich trotzdem recht schwierig.
Und dein Papi als seriöser Berufsmann sagt natürlich: «Zuerst wird etwas Anständiges gelernt»?
Bruno Maurer: (schmunzelt) Selbstverständlich, ich bin ja der beste Beweis dafür. (Anm. der Red.: Bruno Maurer ist die eine Hälfte des Comedy-Duos «Pasta del Amore» und auf den Showbühnen der Schweiz zuhause.) Nein, Spass beiseite: Wir unterstützen Alva natürlich auf ihrem Weg, wenn sie das wirklich will. Und ich habe den Film ja schon gesehen. Ich bin wirklich beeindruckt von ihrer Leistung.
Alva: Wahrscheinlich würde ich nebst Schauspielerin noch einen anderen Beruf wählen. Ich möchte auch Autorin werden, weil ich mega gerne Geschichten erfinde und schreibe.
Bruno Maurer: Ja, das stimmt. Alva schreibt sehr viel.
Dann könntest du Drehbücher verfassen und dir deine Rolle auf den Leib schreiben.
Alva: Ja, das wäre die perfekte Welt, wenn das klappt!
Wir drücken die Daumen, dass deine Pläne aufgehen. Vorerst einmal viel Erfolg mit «Plitsch Platsch Forever!» Viel Glück für die weitere Karriere und herzlichen Dank für das Gespräch.
Ticketverlosung
«Plitsch Platsch Forever!» im TaB Atelierkino
Sonntag, 26. April, 14 Uhr/Familienfilm/ab 8 Jahren
Wir verlosen für diese Kinovorstellung maximal 5 Tickets für eine Familie. Schreiben Sie uns bis spätestens Montag, 13. April, 15 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff «Plitsch Platsch» an abo@wynentalerblatt.ch. Geben Sie bitte Ihren Namen und Ihre Adresse an und die Anzahl gewünschter Tickets. Wenn Sie gewonnen haben, benachrichtigen wir Sie an ebendiesem Montag.




