Altes Handwerk perfekt beherrschen
04.06.2026 Suhren-/Rueder-/Uerkental, KöllikenZum 17. Mal wurde zum Strohhaus Dorfmuseum in Kölliken eingeladen zu einem Kurs unter dem Motto: Dengeln – Wetzen – Mähen. Ruedi Lüthi (Dorfmuseum) und Paul Müri (Freunde alter Landmaschinen) betreuten die rund 20 Teilnehmenden, zusammen mit einem halben Dutzend Helfern. Zum Abschluss gab es Steaks und Getränke.
Bis weit ins 19. Jahrhundert war die Sense oder «Sägisse» das Schneidewerkzeug für das Gras- und Getreidemähen, eine Praktik, die während Hunderten von Jahren gepflegt wurde. Erst mit dem Aufkommen der Mähmaschinen verlor dieses einfache, aber in vielen Formen und Ausführungen hergestellte Werkzeug an Bedeutung. Trotzdem wird noch immer mit Sensen gearbeitet, zum Beispiel in unwegsamem Gebiet, in den Bergen, aber auch im Hobbybereich. Inzwischen kehren sogar Profis wieder zurück zur Sense anstelle eines Freischneiders. Eine Sense verursacht keine Abgase und keinen Lärm (ausser beim Dengeln und Wetzen), die Handhabung ist einfach, wer einmal den Trick drauf hat, und die Arbeitsleistung ist effizient, dies bei geringen Kosten.
Dem Trend gerecht werden
Früher, unter dem Patronat von Bioterra, heute unter der Regie von Ruedi Lüthi und Paul Müri, werden den Sensenfans das passende Werkzeug und die richtige Arbeitstechnik vermittelt.
Der Kurs ist sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet und wird in Zusammenarbeit mit den «Freunden alter Landmaschinen Region Aargau» (FALRA), dem Strohhaus Dorfmuseum und mit der Bioterra Regionalgruppe Aarau/Olten/Zofingen durchgeführt.
Nach einer theoretischen Einführung und der Wahl der geeigneten Sense werden die Geräte zuerst gedengelt – eigene Sensen konnten auch mitgebracht werden. Am Samstagmorgen war das rhythmische Klopfen in der ganzen Umgebung des Dorfmuseums zu hören. Das Dengeln von Hand erfordert sehr viel Feingefühl. Auf dem Platz stand auch eine «Dengelmaschine», die ein bisschen einfacher zu handhaben ist, für echte Sensenfans jedoch unakzeptabel. Während dem Mähen muss ab und zu gewetzt werden. Auch hier wurde die spezielle Technik mit dem Wetzstein demonstriert.
Die Wiese hinter dem Museum stand hoch im Gras. Ruedi Lüthi wartet jedes Jahr lange genug mit Mähen, damit sich die Insekten im reifen Gras tummeln können, und die Gräser bekommen genügend Zeit, um vernünftig abzusamen. Den «Sensenmenschen» stand also ein ganz schönes Stück Arbeit bevor, die sie gemeinsam mit mehr oder weniger Mühe bewältigten. Auf die Frage, wie hoch der Stundenlohn sei, meinte einer trocken: «Ein Steak und eine Flasche Bier. Aber es macht Spass und gelernt haben wir auch einiges heute Morgen!»
Frieda Steffen




