80 und immer noch am Steuer?
09.04.2026 LeserbeitragFahrer über 80 sollten am besten auf einen medizinischen Test verzichten, u.a. auch darum, dass sie nicht eines Tages nach den verschärften Bestimmungen Gefahr laufen, z.B. auch noch einen möglichen Algebra-Test oder die Aufsage der 93er Reihe rückwärts nicht zu bestehen! ...
Fahrer über 80 sollten am besten auf einen medizinischen Test verzichten, u.a. auch darum, dass sie nicht eines Tages nach den verschärften Bestimmungen Gefahr laufen, z.B. auch noch einen möglichen Algebra-Test oder die Aufsage der 93er Reihe rückwärts nicht zu bestehen! Würden alle Fahrer über 80 das Billett auf ewig hinterlegen, würden diese ex-Fahrer den Freizeitverkehr in den Staus entlasten und vermutlich auch den öV nicht mehr verstopfen, weil sie auch dort einen Zusammenbruch erleiden könnten und Züge und Bahnhöfe zeitweise stilllegen würden. Alles unangenehm für die Umstehenden.
Auch das Radfahren in der Öffentlichkeit birgt z.B. die Gefahr, bei einem medizinischen Problem auf der Gegenfahrbahn vor einen LKW zu kippen und somit auch auf dem Velociped eine Gefahr für die Öffentlichkeit zu werden. So blieben für uns ganz Alte nur noch Fussmärsche, solange die Gelenke das noch mitmachen.
Da wäre aus Sicherheitsgründen eine Alternative, mit Eseln wandern zu gehen. Weiss der alte Eselwanderer an einer Kreuzung wegen einem akuten Demenzanfall nicht mehr weiter, bliebe auch das Tier stehen und irgendwann würde jemand nicht dementer auf die Situation aufmerksam und weiterhelfen. Sollte der Eselwanderer wegen einem schweren Blackout in den Strassengraben kippen und vom neuen Bewusstsein träumen, aber schliesslich liegen bleiben, würde auch in diesem Fall der Esel bei seinem Chef ausharren, bis Hilfe kommt.
Für Einkäufe und kleinere Transporte würde man dem Esel einfach einen Packsattel aufbinden und so wäre auch ein Teil der Transportprobleme gelöst. Da Esel ein langes Leben besitzen, würden sie meist ihren Chef überleben und die Erben hätten die Gelegenheit, von der Schlauheit dieser Tiere etwas zu lernen.
Als Belohnung für den Autoverzicht könnte ein Nichtmehr-Autofahrer, der mit 94 das Billett zurückgeschickt und den 95. überlebt hat, vom Strassenverkehrsamt zu einer grossen Ausfahrt mit Staatskarosse und Chauffeur eingeladen werden und beobachten, ob dieser gut gekleidete Herr am Steuer immer schön den Kopf dreht, rechtzeitig blinkt und nie auf die Gegenfahrbahn gerät. Fährt der Staatsfahrer weitgehend fehlerlos, attestiert ihm der 95-jährige für ein Jahr die Fähigkeit als Staatskarossenlenker. Das sicher ohne Algebra-Test.
Aber – die etwas nachlässigen Fahrer in mit elektronischen Helferlein vollgestopften Karosserien brauchten heute Beifahrer, die den medizinischen Test ebenfalls bestanden haben. Grund: So sind sie fähig, bei kurzen geistigen Blackouts der Elektronik, dem Fahrer einen schnellen Tipp zu geben, bevor die elektronisch gesteuerte Fuhre wegen einer kurzen elektronischen Geistesabwesenheit in einen Blumengarten oder in den Dorfbach kracht.
Martin Frey, ziemlich angejahrt, Reinach
