Streiflicht
07.05.2026 RegionOdyssee
Was tut man, wenn man eine Bleibe für den Ferienaufenthalt sucht? Nicht nur für Jürgen Klopp ist die Antwort klar: Man schaut zuerst bei Trivago! Dort gibt man das Reiseziel, Ankunft und Abfahrt, Anzahl Reisende sowie deren Alter an und drückt auf den «Suchen»-Knopf. Schon hat man eine riesige, nach eigenen Kriterien sortierbare Auswahl an Angeboten. Ab hier ist man mit einem Klick am Ziel.
Gleiche Aufgabenstellung für die Suche nach einem Flug. Ich öffne die Website swiss.com, gebe Abflugsund Zielort sowie das Datum ein und klicke auf «Flüge suchen». Einen Augenblick später sehe ich die Liste mit valablen Angeboten und erkenne auf einen Blick, wie viele Sitze zu diesem Preis noch verfügbar sind. Auch hier bin ich mit nur einem weiteren Klick schon fast im Flieger.
Und nun eine fast schon bubieinfache Aufgabe: Ein öV-Ticket von meinem Wohnort nach Aarau. So schwierig kann das selbst für mich als Gewohnheits-Automobilist und nur in selteneren Fällen öV-Benützer nun wirklich nicht sein. Allerdings führen bekanntlich viele Wege nach Rom ... und mehrere Verkehrsmittel nach Aarau. Deshalb google ich nach «Bahnticket Aarau» und erhalte als ersten Vorschlag (nach den gesponserten) die Seite «Billette, Abonnemente, Freizeitangebote.» auf sbb.ch. Hier erhalte ich fein säuberlich die Öffnungszeiten eines Bahnhofs, und wenn ich auf der Seite ganz nach unten scrolle, erfahre ich sogar, dass es jene des Bahnhofs Aarau sind. Aber genau für die Reise nach Aarau will ich ja das Ticket kaufen! «Kaufen», genau diesen Link entdecke ich jetzt oben am Seitenrand. Ein Klick – und erfahre jetzt «So kaufen Sie Billette und Abos auf SBB.ch.» Optisch hervorgehoben sind die Menüpunkte Abonnemente und Pässe; Tageskarten, Klassenwechsel, Sitzplatzreservierung, Gruppenbillette; Tarifverbünde; Freizeitangebote; Gäste aus dem Ausland; Velo und P+Rail; Swiss-Pass-Ersatzkarte. Und ganz unscheinbar erscheint der Hinweis, dass Einzelbillete über den Fahrplan erhältlich sind. Und tatsächlich: Ein Klick auf den dezent kaschierten Pfeil und ich lande auf einer Seite, auf der ich Start- und Zielbahnhof eingeben kann. Ab hier finde ich mich wieder zurecht.
Ich erinnere mich an Zeiten, da ich ältere Menschen nicht verstand, die hilflos vor einem Billettautomaten in der Bahnhofunterführung standen. Heute verstehe ich sie. Und wenn ich das nächste Mal in die Lage komme, ein öV-Ticket kaufen zu wollen, schaue ich vielleicht auch zuerst auf Trivago.
Roland Marti

