«Ein Twitter zieht auf»
19.03.2026 ReinachWer am vergangenen Samstagabend seine Lachmuskeln ausgiebig trainieren wollte, war im Saalbau Reinach bestens aufgehoben. Das Duo Pasta del Amore präsentierte dort sein neues Programm «Sink positiv».
Der Ansturm der Besucherinnen und Besucher war so gross, ...
Wer am vergangenen Samstagabend seine Lachmuskeln ausgiebig trainieren wollte, war im Saalbau Reinach bestens aufgehoben. Das Duo Pasta del Amore präsentierte dort sein neues Programm «Sink positiv».
Der Ansturm der Besucherinnen und Besucher war so gross, dass kurzerhand der Balkon zusätzlich geöffnet wurde. Dass Pasta del Amore den Humornerv vieler trifft, zeigte sich am altersmässig durchmischten Publikum. Dabei verstehen es Bruno Maurer und Christian Gysi, ihre Zuschauerinnen und Zuschauer auf Trab zu halten.
Zeitreise
Während der rund 120-minütigen Spielzeit unterhält das Duo in ihrem neuen Bühnenprogramm «Sink positiv», die Zuschauerschaft mit erfrischenden Sketches, die mit Wortwitz und pointiertem Schauspiel durchgehend herzhafte Lacher ernten.
Die beiden Multitalente greifen aktuelle Themen wie Information und Meinungsbildung auf. Dafür holen sie weit aus und entführen ihr Publikum zu Beginn gleich 45’000 Jahre in die Vergangenheit, zu den Jägern und Sammlern. Die skurrilen Bühnenfiguren, die sich durch verschiedene Zeiten und sogar durch unterschiedliche Welten bewegen, sorgen dabei für Überraschungsmomente.
Wortspiele
Natürlich dürfen auch ihre beiden Kultfiguren «Heinz und Werni» nicht fehlen. Selbst sie geraten in den Strudel der Informationsflut und stossen dabei auf manche Lebensfrage, in der sich im Publikum wohl einige wiedererkennen. In einem der Sketche präsentiert «Heinz» seine Kunst. Dafür verwandelt er die Schweizer Politik in ein Meeresbild. Schliesslich brauche es bei Abstimmungen das «Absolute Meer», das es in der Schweiz bekanntlich nicht gibt. So erklärt er unter anderem, was es mit der «Hai-Society» auf sich hat und wie «Soziaal» und «Liberaal» so ticken.
Lieblingsfiguren
Die verschiedenen Bühnenfiguren fanden schnell Anklang beim Publikum. So freute sich ein junger Zuschauer hörbar: «Ah, wie cool. Ich habe gehofft, dass Réne nochmals kommt.» Réne ist ein Bühnenarbeiter, der zwischen den Sketches immer wieder kurze Auftritte hat und dabei dem Publikum mit seiner urgemütlichen Art Weisheiten und Tipps am Laufmeter verklickert. So erklärte er etwa fünf Tipps für einen guten Apfelkuchen. Der wichtigste davon: «Ein guter Apfelkuchen braucht Liiiebe!»
Vielfalt, die beständig bleibt
Von künstlicher Intelligenz bis hin zur Politik: Mit feinem Humor und viel Leichtigkeit gelingt es dem Duo, Themen aufzugreifen, die im Alltag mitunter schwer wirken können. Dabei spielen sie kreativ mit Sprache und stellen Wörter in neue Zusammenhänge. Formulierungen wie «Ein Twitter zieht auf» oder «Augenbrowser» sorgten regelmässig für Lacher und Applaus im Saal.
Pasta del Amore präsentiert in seinem Programm eine grosse Vielfalt, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Eine KI-Sprechstimme führt als Erzählerin durch den Abend und verbindet die einzelnen Szenen miteinander. Ob das ein gutes Ende nimmt, bleibt dem Publikum aber selbst zu erfahren.
Janine Flückiger



