Zwei neue Ritter von Liebegg
12.03.2026 GränichenIn der Schloss-Schüür versammelten sich vergangenen Donnerstagabend rund 100 Mitglieder des Vereins Schloss Liebegg zur 24. Generalversammlung.
Die Traktandenliste versprach kein grosses Spektakel. Aber die schönen, mit neuem Licht ausgestatteten ...
In der Schloss-Schüür versammelten sich vergangenen Donnerstagabend rund 100 Mitglieder des Vereins Schloss Liebegg zur 24. Generalversammlung.
Die Traktandenliste versprach kein grosses Spektakel. Aber die schönen, mit neuem Licht ausgestatteten Räumlichkeiten sind allemal Attraktion genug. So konnten sich die Mitglieder einmal mehr davon überzeugen, dass «ihr» Schloss eine vorzügliche Lokalität zum Entdecken, Geniessen und nicht zuletzt zum Tagen darstellt. Der Verein Schloss Liebegg hat vom Schlosseigentümer, dem Kanton Aargau, im Jahr 2002 das schön renovierte, denkmalgeschützte Schloss zur Nutzung übernommen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, das Schloss der breiten Öffentlichkeit zu öffnen.
«Wir brauchen Mitglieder»
Vereinspräsident Peter Frey führte nach seinem zweiten Präsidialjahr schon routiniert durch die Versammlung. In seinem Jahresrückblick stellte er erfreut fest, dass das Schloss lebt. Fast 10’000 Menschen hätten im vergangenen Jahr die Liebegg besucht, berichtete Frey. Er orientierte über die vorgesehenen Mutationen im Vorstand und lobte die sehr gut funktionierende Zusammenarbeit mit dem Kanton. Der Präsident skizzierte auch die anstehenden Renovationsarbeiten, etwa eine Dachsanierung oder Malerarbeiten an Fenster und Läden im Turm. Zudem sollen nach 25 Jahren die Küchengeräte ersetzt werden und zum Schutz der Bäume auf dem Vorplatz sind Rundbänke geplant. Ausserdem ist – nicht erst seit dem Brand in Crans-Montana
– die Überarbeitung der Signalisation von Notausgängen und Fluchtrouten ein Thema. Am Schluss seines Jahresberichts richtete Frey einen flammenden Appell an die Anwesenden, doch bitte die Werbetrommel für den Verein zu schlagen. «Wir brauchen Leute, Mitglieder und helfende Hände, um die Vereinsaktivitäten zu stemmen.» Der Jahresbericht des Betriebs zeigte auf, dass nebst den Vereins-Events unter anderem 35 Hochzeiten sowie drei Tanzpartys mit mehreren Tausend Besuchenden stattfanden und das Hexenmuseum rund 6500 Eintritte verzeichnete.
Unter dem Traktandum Wahlen wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder sowie Präsident Peter Frey bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Manuel Eichenberger. Der bestens vernetzte Gemeinderat ist bestimmt ein Gewinn für den Verein und stellt ein ideales Bindeglied zur Gemeinde Gränichen dar.
Lob von Ritter Markus
In seiner Grussbotschaft betonte der Aargauer Regierungsrat Markus Dieth – seines Zeichens seit einigen Jahren selber Ritter von Liebegg und gut sichtbar stolzer Träger des entsprechenden Ritterordens –, dass der Staat ein gemeinsames Werk der Bürger ist, für das alle Verantwortung tragen müssen. Dieth rief dazu auf, sich gerade in Zeiten, in denen es in der Welt «rumpelt und trumpelt», aktiv einzubringen und nicht den lautesten Stimmen das Feld zu überlassen. Er kritisierte die verbreitete Haltung, grundsätzlich alles schlechtzureden, und forderte mehr Engagement für die gemeinsamen Werte und die Demokratie. Gleichzeitig zeigte er sich zuversichtlich, weil das Zusammenleben im Kleinen – etwa in Gemeinden und Nachbarschaften – weiterhin gut funktioniere. Vereine und persönliche Begegnungen seien dabei wichtige Orte, um Diskussion, Austausch und Kompromisse in einer lebendigen Demokratie zu pflegen.
Anschliessend richtete auch das frisch gewählte Vorstandsmitglied Manuel Eichenberger ein paar Worte an die Versammlung. Er überbrachte eine Grussbotschaft des Gemeinderats und orientierte, welche Projekte die Gemeinde derzeit beschäftigen. Zudem hob auch er die Vielseitigkeit des Schloss Liebegg als idealen Ort für diverse Aktivitäten der Dorfvereine hervor.
Ritterschlag für zwei verdiente Mitglieder
Zum Schluss des offiziellen Versammlungsteils wurde es richtig feierlich, als zwei verdiente Menschen zu Rittern von Liebegg geschlagen wurden. Stilecht – als unsichtbares Zeichen mit dem Schwert, und als sichtbares Zeichen erhielten auch sie den Orden. So wurden aus Markus Merz, dem Mitglied der ersten Stunde, und aus Samuel Widmer, der Ende Oktober nach 23 Jahren als Schlossverwalter in Pension ging, Ritter Markus und Ritter Samuel.
Beim anschliessenden Nachtessen bewies die Küchencrew um den neuen Schlosswart Armin Haustein, dass man auch in neuer Besetzung bereits gut eingearbeitet und für viele weitere Events auf dem Schloss gerüstet ist. Auf dem Programm stehen unter anderem der irische Abend am 6. Juni, der Schloss-Brunch am 14. Juni oder die Serenade am 9. August. Das komplette Programm findet man auf der Website vom Schloss Liebegg.
Roland Marti


