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05.03.2026 Region99. internationaler Weltgebetstag
Es begann im 19. Jahrhundert in den USA und Kanada. Seit März 1927 wird der Weltgebetstag international gefeiert. Nach dem 2. Weltkrieg hat er sich zur grössten ökumenischen Basisbewegung von Frauen ...
99. internationaler Weltgebetstag
Es begann im 19. Jahrhundert in den USA und Kanada. Seit März 1927 wird der Weltgebetstag international gefeiert. Nach dem 2. Weltkrieg hat er sich zur grössten ökumenischen Basisbewegung von Frauen entwickelt.
In diesem Jahr haben Frauen aus Nigeria die Liturgie verfasst. Nigeria ist ein Land der Superlative und der Kontraste. Einerseits ist es das bevölkerungsreichste Land Afrikas mit über 230 Millionen Menschen. 250 verschiedene Ethnien leben in Nigeria und man spricht neben Englisch mehr als 500 weitere Sprachen. Dank der Ölindustrie ist das Land wirtschaftlich stark. Film- und Musikindustrie boomen.
Andererseits herrschen Terror und Gewalt. Entführungen, Geiselnahmen, Erpressung und Mord, vor allem von islamistischen Gruppen wie Boko Haram, sind alltäglich. Dazu kommen die Folgen des Klimawandels: Dürren und Überflutungen. So ist das Land auch geprägt von Armut und Korruption.
Den Christinnen und Christen sagt man grosse Resilienz nach, trotz Verfolgung und Lebensgefahr.
Davon konnten wir uns kürzlich selbst überzeugen, als Gamaliel Adamu, Pfarrer einer methodistischen Kirche in Gombe im Nordosten Nigerias, bei uns in Schöftland zu Gast war. Er wirkt unermüdlich für Frieden und Versöhnung, obwohl er schon viele Freunde durch brutale Überfälle verloren hat.
Bei seinen Projekten begegnen sich Jugendliche unterschiedlicher Ethnien, Herkunft und Religion, lernen sich kennen und werden Freunde. Dass seine Arbeit in einer Millionenmetropole nur ein Tropfen auf den heissen Stein sein könnte, hält ihn nicht auf. Er weiss, dass er als verfolgter Christ zu einer weltweiten Gemeinschaft gehört und nicht allein ist. Wir waren in Schöftland beeindruckt von seinem Enthusiasmus und der Unerschütterlichkeit seines Gottvertrauens.
Am 6. März, am diesjährigen Weltgebetstag, haben wir Grund, die Hoffnung und die Zuversicht zu feiern – und können uns hierzulande eine kleine Scheibe Resilienz von den Christinnen in Nigeria abschneiden, die trotz allem ihren Glauben leben, als Witwen und für die Waisen um Nahrung, Bildung und Gesundheitsversorgung kämpfen und auf Jesu Wort setzen, der gesagt hat: Kommt! Bringt eure Last. (Mt 11, 28)
Selbstverständlich sind am Freitagabend alle eingeladen, auch die Männer, zum Beispiel um 19.30 Uhr in die Reformierte Kirche Rued oder um 19.30 Uhr in die Katholische Kirche Kölliken oder um 19 Uhr in die Reformierte Kirche Menziken. Selbst wenn Sie das Blättli digital am anderen Ende der Welt lesen: Auch dort wird irgendwo in Ihrer Nähe Weltgebetstag gefeiert.
Dörte Gebhard,
ref. Pfarrerin, Schöftland
