Sie pflegen Traditionen, sei es bei der Stückauswahl, der Zusammenarbeit mit Moderator «Lubosch» oder der Tombola. Gleichzeitig machen die Mitglieder der MG aber stets aufs Neue klar: Die Liebe zur Musik klingt niemals langweilig.
Pünktlich um 20 Uhr ...
Sie pflegen Traditionen, sei es bei der Stückauswahl, der Zusammenarbeit mit Moderator «Lubosch» oder der Tombola. Gleichzeitig machen die Mitglieder der MG aber stets aufs Neue klar: Die Liebe zur Musik klingt niemals langweilig.
Pünktlich um 20 Uhr ging das Licht in der Mehrzweckhalle aus. Der Vorhang öffnete sich, Dirigent Beat Huber betrat die Bühne. Er hob die Hände und mit Abel Tasmans «Konzertmarsch» begann die musikalische Reise. Das Publikum lauschte angeregt, das Lampenfieber, das manche Bläser geplagt haben mochte, legte sich und nach dem ersten Applaus griff Präsidentin Käthi Lüscher zum Mikrofon.
«Schön, dass sie trotz des unfreundlichen Wetters den Weg zu uns gefunden haben», hiess sie die Gäste willkommen. «Aber unsere Fans wissen schon, dass zum Jahreskonzert fast nie die Sonne scheint. Würden wir im Juni spielen, würde es wohl trotzdem schneien», Käthi Lüscher hielt einen Moment inne, bevor sie schmunzelnd meinte: «Das wollen wir uns allen ersparen. Darum bleiben wir mit der Spielzeit bei März, lauschen wir lieber…»
Sie reichte das Mikrofon Lubomir Rachunek, besser bekannt als «Lubosch». Er verriet, dass man dem Schöpfer des ersten Werkes «Abel Tasman» nachgesagt hätte, seine Seereisen hätten ihn nach Tasmanien geführt. «Ob dem so war oder nicht, lassen wir mal als Frage stehen. Lauschen wir lieber verträumten, böhmischen Klängen, bevor es weitergeht in eine Stadt, die niemals schläft.» Diese Aufforderung zum Geniessen nahm eine kleine Zuschauerin besonders ernst. Ekaterina begab sich, ganz im Stile Fred Astaires, mit ihrem Regenschirm vor die Bühne, um dort zu tanzen. Die knapp Dreijährige ahmte Beat Hubers Armbewegungen nach und drehte kleine Piroutten. Manchmal schloss sie ihre Augen ganz. Doch Träumen und Tanzen brauchte noch etwas zu viel Koordination, also konzentrierte sie sich lieber aufs Applaudieren. «Wir waren schon vergangenes Jahr hier», verriet ihre Mutter. «Und sie wollte unbedingt wieder kommen.» Das Mädchen war neben die Mutter getreten und nickte fleissig – die jüngste Liebhaberin des Lüpuer Harmonie-Orchesters.
Einige Jahre älter, aber nicht weniger temperamentvoll, erschienen die Jungtambouren bei ihrem Auftritt nach der Pause. Unter der Leitung von Beat Merz zeigten sie, wie wichtig die Rolle des Rhythmus ist. Und die Musikgesellschaft setzte noch einen drauf: Beim Medley «Beach Boys Golden Hits» klopften die Füsse der einen und die anderen sangen unwillkürlich mit.
Käthi Lüscher hatte es zu Beginn des Abends beschrieben: «Gemeinsam gute Musik geniessen ist ein Geschenk.» Der Applaus des Publikums lieferte die Bestätigung.
Graziella Jämsä